Das KGV und die einfache Regel für günstige Aktien

Lieber Aktiensegler,
das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine interessante Kennzahl. Sie zeigt uns Investoren immer das, was eigentlich wichtig ist: den Gewinn. Wir erhalten durch den Gewinn eine Rendite vom Unternehmen. Auch die Dividende wird aus ihm bezahlt. Früher oder später lohnt sich eine Aktie und eine Unternehmensbeteiligung nur, wenn der Gewinn stimmt.
Das KGV hilft uns daher, gute oder zumindest fair bewertete Aktien zu identifizieren. Aber was ist „gut“ und was ist „fair“? Die Spannbreite reicht von Werten von 11, wo einige Analysten sagen, dass die jeweiligen Anteilsscheine zu teuer sind. Bei anderen Aktien sagen Investoren hingegen, dass es sich um echte Schnäppchen handelt. Natürlich ist das Wachstum der Schlüssel. Doch scheint die Bestimmung manchmal ebenfalls willkürlich.
Glücklicherweise gibt es eine Formel, die uns beim KGV hilft. Aufgestellt hat sie niemand anderes als Warren Buffetts Lehrmeister Benjamin Graham. Natürlich ist sie nicht der „heilige Gral“ oder die eine Kennziffer, die dir jedes Unternehmen aufschlüsselt. Aber sie dient hervorragend als erste Orientierung.
Das KGV und die Formel
Laut der Formel von Benjamin Graham gilt ein KGV von 8,5 für nicht wachsende Unternehmen als fair. Viel interessanter ist jedoch die Erweiterung. Denn der Wert darf höher liegen, wenn ein Unternehmen wächst. Und zwar um das zweifache Gewinnwachstum. In Summe bedeutet das, dass ein Qualitätsunternehmen mit einem Gewinnwachstum von 5 % pro Jahr ein KGV von 18,5 besitzen kann. Jetzt kannst du beliebig mit der Formel hin und her überlegen, wo du preiswerte oder faire Chancen siehst. Vor allem wenn die Bewertung darunter liegt, erhalten wir eine attraktive Sicherheitsmarge.
Die Formel von Graham hat aber auch ihre Grenzen. Eine entscheidende Einschränkung liegt in unseren eigenen Annahmen. Sie müssen möglichst realistisch sein, damit wir auch wirklich eine gute Rendite erzielen. Kaufen wir beispielsweise eine Aktie mit einem KGV von 16, weil wir von 5 % Gewinnwachstum pro Jahr ausgehen, der Wert bleibt mit 2 % aber unter unseren Erwartungen, werden wir wohl kaum eine gute Rendite einfahren. Der faire Wert läge dann schließlich laut der Formel eher bei 12,5. Wir haben also aufgrund unserer Annahmen zu viel gezahlt.
Schwierig wird es auch, wenn das Gewinnwachstum stark schwankt. Konzerne, die in einem Jahr vielleicht mal 10 %, dann 3 % und hinterher einen Ergebnisrückgang von 5 % aufweisen, passen weniger in dieses starre Konzept. Hilfsweise können wir die Ergebnisse mitteln, wobei exakt solche Aktien zu deutlich höherer Volatilität neigen. Sie können gute Renditen bringen, wenn wir sie preiswert kaufen (vielleicht eher in der Korrektur bei Ergebnisrückgängen). Aber die Annahmen bei der Buffett-Formel sollten dann konservativer sein.
Eine erste Orientierung!
Die Formel von Benjamin Graham ist für mich eine gute Orientierung. Um dir aber gleich ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen: Sie ist nicht perfekt. Du solltest das KGV und ein Unternehmen aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Auch die Verschuldung ist wichtig. Hoch verschuldete Unternehmen passen nicht zwangsläufig in dieses Schema, denn Graham sprach schon damals von Qualitätsunternehmen. Wichtig ist außerdem, dass diese Formel für unternehmensorientierte Investoren gilt. Es geht nicht um das Gewinnwachstum von drei Jahren, sondern in der Tendenz eher darum, dass die Werte möglichst lange fortgeschrieben werden können.
Wenn du die Formel daher anwendest, sollten dir die Grenzen klar sein. Aber du kannst diese Formel gut verwenden, um einen Überblick über eine Aktie und das KGV zu bekommen.
Auf deine erfolgreichen Analysen,
Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360
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