Cashflow-Multiple von 16: Diese beliebte Wachstumsaktie scheint viel zu günstig!

Airbnb (WKN: A2QG35) ist die weltweit führende Plattform für private Unterkünfte, Reisen und Erlebnisse. Für langfristig orientierte Anleger bleibt die Airbnb-Aktie spannend, weil das Unternehmen ein extrem starkes Plattformmodell besitzt, hohe freie Cashflows generiert und sein Ökosystem Schritt für Schritt erweitert.
Die frischen Quartalszahlen sorgten dennoch für einen leichten Kursrückgang der Airbnb-Aktie. Einen wirklichen operativen Grund für diese Reaktion können wir weiterhin nicht nachvollziehen. Auch die allgemeine Zurückhaltung des Marktes bei der Bewertung von Airbnb wirkt aus unserer Sicht schwer verständlich. Operativ läuft beim Plattformbetreiber aktuell nämlich nahezu alles wie gewünscht.
Airbnb-Aktie: Was fundamental gut läuft
Besonders positiv entwickelt sich weiterhin die Nutzung der App. Die Anzahl der gebuchten Nächte innerhalb der Airbnb-App stieg im Jahresvergleich um 22 % und machte inzwischen 63 % aller gebuchten Nächte aus. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 58 %. Das ist ein wichtiger Fortschritt, weil Airbnb damit ein ähnliches Modell wie Booking etabliert. Kunden, die einmal über die App gewonnen wurden, buchen häufig erneut direkt dort. Dadurch sinken langfristig die Akquisitionskosten. Gleichzeitig lernen die Nutzer innerhalb der App das immer breitere Angebot von Airbnb kennen.
Sehr erfreulich entwickelt sich außerdem das Neukundengeschäft in wichtigen Expansionsmärkten wie Brasilien, Japan und Indien. Dort wächst die Zahl der gebuchten Nächte durch neue Kunden weiterhin stark.
Das Unternehmen treibt viele Initiativen voran
Auch strategisch sehen wir uns klar bestätigt. Airbnb entwickelt sich zunehmend von einer reinen Unterkunftsplattform hin zu einer breiteren Reiseplattform mit zusätzlichen Angeboten und Services. Besonders spannend sind hier die ersten Effekte rund um Erlebnisse und Zusatzangebote. Ein Viertel der Kunden, die ein Erlebnis buchen, buchen zusätzlich auch eine Unterkunft oder einen Service. Gleichzeitig buchen ein Drittel der Erlebnis-Kunden innerhalb von 90 Tagen erneut eine Unterkunft auf der Plattform.
Darüber hinaus erweitert Airbnb weiterhin gezielt das Angebot an Hotels auf der Plattform. Das macht strategisch viel Sinn, weil Airbnb dadurch ein deutlich breiteres Produktspektrum anbieten kann. Interessant ist dabei vor allem das Verhalten der Kunden: Rund 55 % der Gäste, die zunächst ein Hotel über Airbnb buchen, kommen innerhalb eines Jahres zurück und buchen anschließend eine individuelle Unterkunft.
Auch das Thema Künstliche Intelligenz spielt bei Airbnb inzwischen eine wichtige Rolle. Laut Management werden bereits rund 60 % der Entwicklungsarbeit mit Unterstützung von KI umgesetzt. Dadurch kann schneller gearbeitet werden und neue Funktionen kommen effizienter auf die Plattform. Zusätzlich nutzt Airbnb KI immer stärker im Kundensupport. Inzwischen werden fast 40 % der Kundenanfragen komplett ohne menschliche Hilfe gelöst.
So sehen die Zahlen hinter der Airbnb-Aktie aus
Die Zahlen für das erste Quartal 2026 unterstreichen die starke operative Entwicklung. Das Bruttobuchungsvolumen stieg um 19 % auf 29,2 Mrd. US-Dollar. Die gebuchten Nächte und Plätze legten um 9 % auf 156,2 Mio. zu. Der Umsatz wuchs um 18 % auf 2,7 Mrd. US-Dollar und lag damit über der Prognose.
Der Nettogewinn lag dagegen nur bei 160 Mio. US-Dollar beziehungsweise einer Marge von 6 %. Das wirkt auf den ersten Blick schwächer, ist im ersten Quartal allerdings nicht ungewöhnlich, da dieses saisonal traditionell schwächer ausfällt. Außerdem wird das Nettoergebnis weiterhin stark durch aktienbasierte Vergütungen beeinflusst, die rund 15 % des Umsatzes ausmachen.
Deutlich aussagekräftiger finden wir deshalb den freien Cashflow. Dieser lag im ersten Quartal bei starken 1,7 Mrd. US-Dollar. Die freie Cashflow-Marge erreichte damit beeindruckende 64 %.
Airbnb-Aktie: Der Ausblick und unser Fazit
Auch der Ausblick fällt positiv aus. Für das zweite Quartal 2026 erwartet Airbnb ein Umsatzwachstum von 14 bis 16 % auf 3,54 bis 3,6 Mrd. US-Dollar. Zusätzlich wurde die Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum von bis zu 15 %.
Angesichts der operativen Fortschritte und der angehobenen Prognose können wir den leichten Kursrückgang der Airbnb-Aktie nach den Zahlen nicht wirklich nachvollziehen.
Aus unserer Sicht ist außerdem das klassische KGV bei Airbnb aktuell nicht der sinnvollste Bewertungsmaßstab, weil der Nettogewinn durch die hohen aktienbasierten Vergütungen verzerrt wird. Deutlich relevanter für die Airbnb-Aktie erscheint uns das Verhältnis von Unternehmenswert zu freiem Cashflow. Dieses Multiple liegt aktuell bei etwa 16 und wirkt für ein Unternehmen dieser Qualität und Wachstumsstärke aus unserer Sicht sehr günstig.
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