Constellation Software-Aktie: Günstige Kaufchance beim Rekord-Compounder?

Eine Person hält ein Bündel Geld und ein Etikett mit der Aufschrift "Sale" in der Hand
Foto: Sora Shimazaki via Pexels

Constellation Software Inc. (WKN: A0JM27) strauchelt, könnte man meinen, betrachtet man nur den aktuellen Kurs der Constellation Software-Aktie. Der Top-Performer vieler Jahrzehnte hat mit einem rückläufigen Aktienkurs (-11 % seit Jahresanfang) zu kämpfen.

Langfristige Investoren wissen jedoch: „Es ist weit besser, ein wundervolles Unternehmen zu einem fairen Preis zu kaufen als ein durchschnittliches zu einem wundervollen Preis.” so Warren Buffett. Wir wollen im Update herausfinden, ob Constellation Software noch zu den „wunderbaren” Unternehmen gehört.

Constellation Software-Aktie: Wie sieht es fundamental aus?

Constellation Software (CSI) setzte seinen Wachstumskurs im ersten Quartal mit einem Umsatzplus von 20 % auf 3,18 Mrd. US-Dollar unbeeindruckt fort. Der primäre Wachstumstreiber ist und bleibt die unermüdliche Akquisitionsstrategie. Ein operatives Highlight ist die Entwicklung der wartungsbezogenen und wiederkehrenden Umsätze, die organisch um beachtliche 9 % (5 % währungsbereinigt) stiegen und damit das Rückgrat der Stabilität bilden.

Das gesamte organische Umsatzwachstum lag währungsbereinigt bei 2 %. Während die Top-Line stark wuchs, stand die Marge unter leichtem Druck: Die EBITDA-Marge sank von 28 % auf 27 %. Dies lag vor allem an der „Q1-Kohorte” der neu erworbenen Unternehmen, die zum Zeitpunkt des Kaufs negative Margen aufwiesen – ein für CSI typisches Muster, da die Profitabilität dieser Firmen erst schrittweise optimiert wird.

Der Gewinn pro Constellation Software-Aktie (EPS) stieg massiv auf 17,32 US-Dollar (im Vorjahr waren es 6,41 US-Dollar). Ein zentraler Treiber hierfür war ein buchhalterischer Sondereffekt: Die Neubewertung der IRGA-Verbindlichkeiten (Rückkaufverpflichtungen gegenüber Minderheitsaktionären von Topicus) führte zu einem Ertrag von 76 Mio. US-Dollar, während im Vorjahr noch ein hoher Aufwand angefallen war. Dies befeuerte auch den freien Cashflow pro Aktie (FCFA2S), der um 44 % auf 34,59 US-Dollar kletterte.

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Diese Schritte geht das Unternehmen nun

Für die Constellation Software-Aktie ist aber nicht nur entscheidend, was im Zahlenwerk steht. Wichtig ist, wie sich das Unternehmen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz operativ verhält und welche Softfaktoren langfristig für das Unternehmen sprechen.

CSI signalisiert eine wachsende Bereitschaft und Fähigkeit für „Large Deals”. Im Call wurde betont, dass das Unternehmen heute über wesentlich mehr erfahrenes Personal verfügt, um komplexe Carve-outs aus Großkonzernen zu handhaben, als dies noch vor einem Jahrzehnt der Fall war. Solche Deals bieten die Möglichkeit, signifikante Mengen an Kapital auf einmal zu attraktiven Renditen (der Hürden bleibt unverändert) zu allokieren. Da diese größeren Zukäufe oft zunächst restrukturiert werden müssen, können sie den operativen Cashflow kurzfristig durch Integrationskosten belasten. Langfristig erhöhen sie jedoch das Niveau des Free Cashflows massiv.

Und weiter?

Der größte Wettbewerbsvorteil bleibt die dezentrale Struktur sowie die extreme Kundennähe in über 100 vertikalen Nischenmärkten. Die Wechselkosten für Kunden sind enorm („Sticky Revenue”). Die größte Gefahr ist die Disziplin bei der Kapitalallokation. In einem Umfeld, in dem Private-Equity-Firmen weiterhin hohe Preise für Software-Assets zahlen, muss CSI geduldig bleiben, um die geforderten Renditen zu erzielen. Mit der Einführung der PEMS-Strategie (Permanent Engaged Minority Shareholder), wie bei der Minderheitsbeteiligung an Sabre, öffnet sich CSI neuen Wegen der Kapitalverwendung, wenn Komplettübernahmen zu teuer sind.

Das Thema „Künstliche Intelligenz” (KI) wird intern offensiv angegangen. CSI nutzt KI, um die Effizienz in der Entwicklung zu steigern und das Modulangebot für Kunden zu erweitern. Langfristig bleibt das Ziel, die weltweit führende Plattform für „Vertical Market Software” zu sein. Die Expansion über Tochtergesellschaften wie Topicus und Lumine Group schafft zusätzliche „Akquisitionsmaschinen”. Der Ausblick bleibt positiv, solange das Management den Mittelweg zwischen dem Druck auf das organische Wachstum und der effizienten Integration neuer Akquisitionen findet. Die Pipeline für den Rest des Jahres ist mit bereits zugesagten Deals über 786 Mio. US-Dollar gut gefüllt.

Unser Fazit zur Constellation Software-Aktie

Constellation Software ist mit einem normalisierten KGV von 16 und einem Free-Cashflow-Faktor von 15 attraktiv bewertet. Eine disziplinierte Kapitalallokation ist eine der wichtigsten Eigenschaften wunderbarer Unternehmen. In Form der Constellation Software-Aktie kann man ein solches Unternehmen zu einem aus unserer Sicht attraktiven Preis erwerben.

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