Hims & Hers-Aktie: Kursverdopplung seit Februar – das steckt hinter der Aktie!

Eine Ärztin hält eine Glasschüssel mit diversen Früchten und Beeren als Symbol für gesunde pflanzliche Ernährung
Bild: Gerd Altmann via Pixabay

Hims & Hers Health (WKN: A2QMYY) will eine beliebte Gesundheitsplattform werden, fiel aber in den letzten Monaten eher durch ein Durcheinander an Partnerschaften und Gerichtstreitigkeiten auf. Wie geht es jetzt weiter für die Hims & Hers-Aktie?

Hims & Hers-Aktie: Die Fundamentalanalyse

Hims & Hers blickt auf ein ereignisreiches erstes Quartal 2026 zurück. Der Umsatz stieg moderat auf 608,1 Mio. US-Dollar (+4 % im Jahresvergleich). Während das US-Segment mit 530 Mio. US-Dollar den Löwenanteil hält, war es rückläufig (-8 %). Das internationale Geschäft verzeichnete hingegen einen Umsatzsprung von 7,3 Mio. auf 78 Mio. US-Dollar. Ein operatives Highlight ist das massive Abonnentenwachstum auf 2,2 Millionen (+45 %) in den USA, das die enorme Zugkraft der Plattform unterstreicht. Die schnelle Skalierung im Bereich Gewichtsmanagement und die Einführung personalisierter Kombinationspräparate kommen gut an.

Trotz des Umsatzwachstums sank die Bruttomarge von 73 % auf 65 %. Das bereinigte EBITDA blieb mit 44 Mio. US-Dollar (Marge von 7 %) zwar operativ positiv, lag jedoch unter den Spitzenwerten mancher Vorquartale. Im Vorjahr lag das bereinigte EBITDA bei 91,1 Mio. US-Dollar. Dies lag am strategischen Schwenk, welchen wir später erklären, und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Lieferkette. Ein Beispiel ist die Umstellung auf die Markenprodukte von Novo Nordisk, bei der sich die Zyklen im US-Geschäft von zweimonatigen auf monatlichen Lieferungen änderten. Dies führte zu temporären, rein buchhalterischen Verzögerungen bei der Umsatz- und Gewinnrealisierung.

Nettoverluste, aber positiver Free Cashflow

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 92,1 Mio. US-Dollar (Gewinn je Hims & Hers-Aktie: -0,42 US-Dollar), der primär auf hohe Einmaleffekte zurückzuführen ist. Ein Beispiel hierfür ist der strategische Stopp der Vermarktung von zusammengesetzten (compounded) GLP-1-Lösungen im März 2026, was zu Abschreibungen von 33 Mio. US-Dollar führte. Dies betraf Abschreibungen auf die bestehende GLP-1-Compounding-Lieferkette und Lagerbestände, die unbrauchbar wurden bzw. vom Veralterungsrisiko betroffen waren.

Der Free Cashflow blieb durch hohe Investitionen in die Infrastruktur gedrückt und konnte nur leicht von 50,1 Mio. US-Dollar auf 53,0 Mio. US-Dollar zulegen.

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Die Chancen und Risiken der Hims & Hers-Aktie

Ein zentraler Wendepunkt war die intensivierte Zusammenarbeit mit Novo Nordisk. Um regulatorischen Risiken bei Eigenmischungen zu entgehen, hat Hims & Hers den Zugang zu Marken-GLP-1-Produkten (wie Wegovy) massiv ausgebaut. Operativ wurden bereits über 125.000 dieser Lieferungen abgewickelt. Auf der Akquisitionsseite sticht die Übernahme von Eucalyptus für 240 Millionen US-Dollar hervor, um die Marktführerschaft in Australien auszubauen. Zudem stärkt die Integration von YourBio (schmerzlose Blutentnahme) das Ziel, präventive Diagnostik direkt ins Wohnzimmer der Kunden zu bringen.

Der größte Wettbewerbsvorteil liegt in der vertikalen Integration und der KI-Technologie MedMatch. Durch eigene Apotheken und datenbasierte Behandlungspläne kann das Unternehmen personalisierte Lösungen anbieten, die klassische Anbieter sowohl preislich als auch qualitativ unterbieten.

Die Risiken bleiben regulatorischer Natur: Die FDA-Vorgaben für Telemedizin und die laufenden DOJ-Untersuchungen im Sektor erfordern höchste Compliance-Standards.

Wie sich das Unternehmen nun für die Zukunft aufstellt

Bei der Kapitalallokation priorisiert das Management derzeit Wachstum gegenüber kurzfristigen Gewinnen. Investitionen fließen primär in Technologie (ein KI-Team aus 40 Experten) und die vertikale Lieferkette für Peptide.

Hims & Hers wandelt sich von einer „Pillen-Plattform“ zu einem ganzheitlichen Gesundheitsbegleiter. Langfristig stehen Themen wie Herzgesundheit und Wechseljahre im Fokus. Durch die Integration von Laborwerten mittels der YourBio-Technologie wird die Behandlung immer datengestützter.

Der Ausblick für die Hims & Hers-Aktie

Trotz des aktuellen Quartalsverlusts und der neu eingegangenen Partnerschaft mit Novo Nordisk hält das Management an seinem Ziel fest, bis 2030 einen Umsatz von 6,5 Mrd. US-Dollar zu erreichen. Zudem hebt das Management die Prognose für das Geschäftsjahr 2026, da durch das monatliche „Aufstapeln“ neuer Kundenkohorten ein starker Zinseszinseffekt beim Umsatz entsteht. Der Jahresumsatz wird nun bei 2,8 bis 3,0 Mrd. US-Dollar erwartet, was einem starken Plus von mindestens 19 % entspricht, statt wie bisher prognostiziert 15 %.

In der zweiten Jahreshälfte greifen zudem Effizienzen beim Marketing und eine Skalierung der Verwaltungskosten (G&A-Leverage). Dadurch erwartet das Management eine deutliche Beschleunigung des EBITDA im 3. und 4. Quartal. Für das Gesamtjahr wird nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 275 Mio. und 350 Mio. US-Dollar angestrebt. Dies impliziert eine EBITDA-Marge von rund 11 % am Mittelpunkt. Dies wäre eine Steigerung gegenüber der im ersten Quartal gezeigten EBITDA-Marge von 7 %.

Die aktuelle Prognose bleibt jedoch etwas hinter der alten Prognose aus dem Februar 2026 mit einem bereinigten EBITDA von 300 bis 375 Mio. US-Dollar zurück.

Hims & Hers-Aktie: Ein Kauf?

Die Strategie ist dennoch klar: kurzfristige Margenopfer für eine langfristige Marktbeherrschung im Bereich der personalisierten Präzisionsmedizin. Wir sind gespannt, wie sich das Wachstum verfestigt.

Mit einem Partner wie Novo Nordisk und der Ineffizienz im System kann man stetig profitabel wachsen. Wir werden stark kontrollieren, ob das Hims & Hers-Management das auch gut umsetzt. Die aktuelle Bewertung der Hims & Hers-Aktie mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2,5 erscheint uns zu niedrig.

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