AppFolio-Aktie: Schallmauer durchbrochen – lohnt sich das Papier für Investoren?

Die AppFolio-Aktie (WKN: A14TU7), ein Anbieter von Software für die Immobilienverwaltung, gehört zu den großen Verlierern der „SaaS-pocalypse“, also der Angst der Anleger, dass KI andere Software überflüssig machen wird. Das Papier hat seit seinem Höchststand vor einem Jahr bei 326 US-Dollar rund 40 % verloren. Dabei hat das Unternehmen aus operativer Sicht gerade erst einen beeindruckenden Meilenstein vermeldet. Gucken wir genauer hin.
AppFolio-Aktie: Geben die Zahlen Anlass zur Sorge?
Dabei gibt das Geschäft von AppFolio eine solche Entwicklung absolut nicht her. Von April bis Juni betrug der Gesamtumsatz 281,1 Mio. US-Dollar und damit 19,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz aus Abonnements stieg um 14 % auf 60 Mio. US-Dollar und wurde durch die Gewinnung neuer Kunden, den Anstieg der verwalteten Einheiten und die Tatsache, dass immer mehr Kunden auf Premium-Tarife umsteigen, getrieben.
Der Umsatz mit Mehrwertdiensten legte um 22 % auf 219 Mio. US-Dollar zu. Besonders nachgefragt waren die FolioGuard-Dienstleistungen zur Risikominderung sowie die FolioScreen-Angebote und Online-Zahlungen.
Ein weiterer Grund für den höheren Umsatz war die Gewinnung neuer Kunden. Zum Quartalsende verwaltete AppFolio rund 9,6 Mio. Einheiten, was einem Anstieg von 8 % entspricht. Die Kundenzahl stieg auf 22.751, ein Plus von 6 %. CFO Timothy Eaton beschrieb im Analystencall AppFolios Modell zur Kundengewinnung: „Wir bringen neue Einheiten im Rahmen mehrjähriger Verträge zu attraktiven Einstiegspreisen auf die Plattform und steigern dann im Laufe der Zeit den Umsatz, wenn Kunden Mehrwertdienste nutzen und sich auf uns verlassen, um ihre Geschäfte zu betreiben.“
Neuer Meilenstein für die AppFolio-Aktie!
AppFolio hat damit erstmals in seiner Geschichte innerhalb von zwölf Monaten einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. US-Dollar erzielt.
Da die Entwicklungskosten geringer als der Umsatz stiegen und die Abschreibungen zurückgingen, legte das ausgewiesene operative Ergebnis EBIT um 30,7 % auf 53 Mio. US-Dollar zu. Eine höhere Steuerbelastung führte dazu, dass der Nettogewinn „nur“ um 15,5 % auf 41,5 Mio. US-Dollar oder 1,17 US-Dollar je AppFolio-Aktie zulegte.
Im Q2 betrug der operative Cashflow von AppFolio 87,6 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen beendete das Quartal mit einem Cashbestand von 217,4 Mio. US-Dollar und ohne Finanzschulden.
Das Management hob nach dem erfolgreichen ersten Halbjahr den Ausblick für den Umsatz im Gesamtjahr 2026 auf 1,117 bis 1,127 Mrd. US-Dollar an (vorher: 1,1 bis 1,2 Mrd. US-Dollar). Die bereinigte operative Marge wurde auf 26,5 und 28 % erhöht (vorher 25,5 bis 27,5 %). Im zweiten Quartal lag sie bei 27,1 %.
Künstliche Intelligenz: Ein Papiertiger?
Wir können also mit den Ergebnissen von AppFolio durchaus zufrieden sein. Die AI-Angst des Marktes erscheint hier unbegründet. Fast jede dritte verwaltete Einheit nutzt mittlerweile ein Premium-Abo, was nach Ansicht von Eaton den Mehrwert widerspiegele, „den Kunden in den Tarifen ‚Plus‘ und ‚MAX‘ sehen – einschließlich ‚Realm-X Flows‘, unserer KI-gestützten Engine zur Workflow-Automatisierung.“
CEO Shane Trigg berichtete im Analystencall über seine Erfahrungen mit KI in der Branche:
„Dies ist eine spannende Zeit für unser Unternehmen und unsere Branche. Ich möchte dort beginnen, wo es am wichtigsten ist: bei den Betreibern, die ihre Unternehmen mit AppFolio führen und ausbauen. Wir waren in diesem Quartal auf der „Apartmentalize“ der National Apartment Association, der größten Fachmesse des Jahres für Mehrfamilienhäuser, und die Signale aus New Orleans waren eindeutig: Das Interesse an KI ist allgegenwärtig. Jeder Anbieter auf der Messe versprach etwas Neues, doch die Gespräche, die sich auf dem Executive Forum und in den Fluren immer wieder wiederholten, drehten sich nicht darum, weitere Tools hinzuzufügen. Es ging um die Kosten der Komplexität, die zunehmende Belastung durch Systeme, die nicht miteinander kommunizieren, Arbeitsabläufe, die manuelle Eingriffe erfordern, und KI, die Aufgaben ausführt, ohne Leistungsergebnisse zu liefern.“
Unser Fazit zur AppFolio-Aktie
AppFolio mit seinen voll integrierten KI-Anwendungen liefert also ganz offensichtlich einen Mehrwert für die Kunden, der sich auch in den Finanzzahlen bemerkbar macht. Für uns bleibt das Unternehmen hervorragend aufgestellt, sodass wir keinen Grund sehen, von unserer Kaufempfehlung abzurücken. Im Gegenteil: Der eingebrochene Kurs der AppFolio-Aktie bietet geduldigen Anlegern sehr gute Chancen.
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