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3 wichtige Dinge, die dir in Warren Buffetts Brief entgangen sind

Die Medien überschlugen sich förmlich nach dem Erscheinen des jüngsten Briefs an die Aktionäre. Es ist der mittlerweile 50. Brief, den Warren Buffett den Aktionären von Berkshire Hathaway (NYSE:BRK-B) (ETR:BRH) zusandte.

Sicherlich ist es interessant zu spekulieren, wer der Nachfolger von Buffett und was der Ausblick für die nächsten 50 Jahre für Berkshire sein könnte, und was er von der Wirtschaft an sich und dem Investieren ganz generell hält. Es ist allerdings auch mehr als wichtig sich daran zu erinnern, dass Berkshire Hathaway zuvorderst Buffetts Unternehmen (bzw. mehrere Unternehmen) ist. Ein Blick auf die Geschäftsergebnisse gibt uns drei wichtige Fakten, die Investoren von Berkshire Hathaway stets präsent sein sollten.

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Über die 80-Milliarden-USD-Grenze hinaus

Es ist kein Geheimnis: Das Versicherungsgeschäft ist in all den Jahren der Schlüsselfaktor zu Berkshires Erfolg gewesen. Buffett hat den Versicherungs-Float – das Geld, das der Versicherer via Prämien einnimmt und hält, bevor es letztlich an die Geschädigten ausgezahlt wird – genutzt, um viele der unglaublichen Investments zu tätigen, die Berkshire Hathaway zu eben jenem Giganten zu machen, der er heute ist.

Er fügt an, dass Versicherungen „Berkshires Kerngeschäft“ seien. National Indemnity, der erste Versicherer, den Buffett im Jahr 1967 für damals 8,6 Millionen USD erstand, ist heute unfassbare 111 Milliarden USD wert, „was den Wert jedes anderen Versicherers weltweit übertrifft.“

Noch faszinierender: Bei Berkshire gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass die Expansion des Versicherungsunternehmens demnächst schwächer werden könnte.

Schau dir nur einmal an, wie der Float seit 1970 gewachsen ist:

Quelle: Berkshire Hathaway Briefe an die Aktionäre

Buffett schreibt im diesjährigen Brief, dass „weitere Zulagen bei Floats nur schwer zu erreichen“ sein werden – allerdings benutzte er genau dieselben Worte im Brief aus dem Jahr 2013. Und trotzdem wuchs der Float im Jahr 2014 um 7 Milliarden USD – ein Zuwachs von mehr als 8,5%. Gib deshalb nicht allzu viel auf die vorsichtige Aussage.

Noch ein letztes Wort zum Thema Versicherer: Es wurde außerdem bekannt, dass zum 12. Mal in Folge Berkshire einen versicherungstechnischen Gewinn einfahren konnte. Im Jahr 2014 zu 2,7 Milliarden USD und über die Gesamtzeit der letzten 12 Jahre 24 Milliarden USD.

Um das mal in die richtige Perspektive zu rücken: Ruf dir Buffetts Worte aus dem Brief des Jahres 2010 in Erinnerung:

State Farm, der bei weitem größte Versicherer der USA und darüber hinaus ein seriös geführtes Unternehmen, hatte einen versicherungstechnischen Verlust in 7 der vorangegangenen 10 Jahren. Während dieser Zeit betrug der gesamte versicherungstechnische Verlust mehr als 20 Milliarden USD.

Soll heißen: Wenn du darüber nachdenkst, dass Buffett Versicherer als „die treibende Kraft hinter unserem Wachstum seit 1967“ bezeichnet, dann scheint es so, als würde diese Kraft auch demnächst nichts einbüßen.

Das „Powerhouse“ kennt keinen Stillstand

Außerdem wichtig: Berkshire Hathaway ist natürlich nicht nur ein Versicherungsunternehmen. Sondern ein Konglomerat an Unternehmen, das sich über eine Vielzahl an Branchen erstreckt, darunter:

Burlington Santa Fe, die „eine der größten Eisenbahn-Streckennetze Nordamerikas bedienen.“

Berkshire Hathaway Energy Company („BHE“), die als „internationale Energie-Holdinggesellschaft“ designiert ist.

The Marmon Group, eine „internationale Vereinigung von etwa 185 verarbeitender Unternehmen und Dienstleistern.“

The Lubrizol Corporation, „ein Chemie-Unternehmen, das sich auf die Produktion und Bereitstellung von Chemikalien für Transport, Industrie und allgemeinen Märkten spezialisiert.“

IMC International Metalworking Companies, ein „branchenführendes Unternehmen auf dem Sektor metallschneidender Werkzeuge.“

Und obwohl es noch mehr als 70 weitere Nicht-Versicherer im Berkshire-Universum gibt, bezeichnet Buffett diese Unternehmen zärtlich als seine „Powerhouse Five“.

Investoren erkennen bei diesen fünf Unternehmen, dass ihre Gesamteinnahmen vor Steuern im Jahr 2014 auf 12,4 Milliarden USD stiegen, ein Zuwachs von 15% gegenüber dem Jahr 2013. Buffett selber weist darauf hin, wie außergewöhnlich diese Zahlen sind, vor allem wenn du darüber nachdenkst, dass Berkshire vor 10 Jahren lediglich Berkshire Hathaway Energy besaß – und die damals nur 393 Millionen USD einnahmen.

Obwohl ein Eisenbahnunternehmen, eine Ansammlung von Produzenten und Dienstleistern, ein Chemie-Unternehmen sowie ein Player „im Metallschneide-Business“ nicht allzu viele hinter dem Ofen hervorlocken dürften, locken sie doch dafür vor allem eines hinter dem Ofen hervor: Profite. Und das ist etwas, was Buffett und Berkshire-Investoren gleichermaßen freuen dürfte.

Das tatsächlich einmalig gute Investment

Die letzte Sache, die Investoren vielleicht nicht ganz bewusst geworden ist, findest du im Brief ganz vorne: Die Tabelle, die das Abschneiden von Berkshire Hathaway relativ zum S&P500 zeigt. Diese Tabelle dürfte eine der am meisten zitierten Referenzen geworden sein und damit Beweis dafür, wie großartig Berkshires Performance seit 50 Jahren tatsächlich ist.

Was also ist das Besondere an der diesjährigen Grafik? Nun, zum ersten Mal zeigt man uns nicht nur das Wachstum des Bilanzwerts von Berkshire, sondern auch das Wachstum des Marktwerts. Anders gesagt: Wir sehen das Wachstum des Papierwerts ebenso wie jene Zahlen, mit denen der Markt Berkshire einschätzt.

Quelle: Berkshire Hathaways Brief an die Investoren

 

 

 

 

 

Was also bedeutet der scheinbar kaum wahrnehmbare Unterschied von 2,2% zwischen Buchwert und Marktwert für die Dauer von 50 Jahren? Nun, nehmen wir einmal ein hypothetisches Investment von 100 USD und – doch lassen wir vielleicht lieber die Grafik sprechen, denn bloße Worte würden dem nicht genügen:

Quelle: Berkshire Hathaways Brief an die Investoren 2014

Niemand kann wissen, was genau die nächsten 50 Jahre für Berkshire – oder alles andere – bereithalten. Eines aber ist sicher: dass die letzten 50 Jahre absolut herausragend waren.

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The Motley Fool empfiehlt Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel von Patrick Morris wurde am 1.3.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde von Alexander Langer übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

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