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Hugo Boss vor der Jahreshauptversammlung: Diese 2 Fragen bestimmen die Zukunft des Unternehmens

Das Modeunternehmen Hugo Boss (WKN:A1PHFF) stellt am Donnerstag dieser Woche seine Zahlen für das Jahr 2015 vor. Die Hauptversammlung steht unter denkbar schlechten Vorzeichen: Zunächst eine deutliche Gewinnwarnung für das Jahr 2016, ein deutlicher Einbruch des Aktienkurses und die darauf folgende Trennung vom Vorstandsvorsitzenden.

Boss-Aktionäre und potentielle Aktionäre sollten daher den Aussagen über die künftigen Entwicklungen ein deutlich größeres Interesse schenken als den Zahlen des vergangenen Jahres. Am wichtigsten sind für mich dabei die folgenden zwei Fragen.

Wer wird der neue Chef, die neue Chefin?

Acht lange Jahre führte Claus-Dietrich Lahrs die Geschicke von Hugo Boss. In seiner Amtszeit stieg der Umsatz von 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2009 auf 2,6 Mrd. Euro im Jahr 2014. Das Ergebnis nach Steuern verdreifachte sich im gleichen Zeitraum von ehemals 100 Mio. Euro auf über 300 Mio. Euro. Die Leistungen können sich also durchaus sehen lassen.

Außerhalb der Modebranche kursieren derzeit noch keine Namen über den möglichen Nachfolger. Dennoch ist diese Entscheidung für die künftige Entwicklung des Unternehmens und damit für die langfristige Entwicklung des Aktienkurses entscheidend. Denn mit dem neuen Chef oder der neuen Chefin steht und fällt auch die Antwort auf Frage Nummer Zwei.

Ändert sich etwas Grundlegendes an der Unternehmensstrategie?

Die maßgeblichen Bestandteile der aktuellen Unternehmensstrategie sind zwei Punkte: Die Aufwertung der bestehenden Kernmarke und die Erschließung neuer Märkte.

Aktienwelt360 Aktienkompass

+82,62%

Benchmark

+72,06%

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Die Aufwertung der Marke will das Unternehmen vor allem durch eine extreme Vergrößerung des eigenen Ladennetzes und des eigenen Onlinehandels erreichen. In eigenen Läden in den Luxusmeilen der Großstädte und im eigenen Onlineshop soll die Marke künftig noch exklusiver präsentiert werden. Ein nützlicher Nebeneffekt der eigenen Läden soll die Steigerung der Gewinnmargen sein, da die Gewinnspanne der Großhändler entfällt. So jedenfalls die Idee.

Die neuen Märkte bezogen sich auf schnelleres Wachstum in China und Nordamerika und den Einstieg in das Damenmodengeschäft.

Als Vorsitzender des Vorstands hat Claus-Dietrich Lahrs diese Strategie maßgeblich beeinflusst und sicherlich auch gegen Widerstände im Konzern und bei seinen Aufsichtsräten durchboxen und rechtfertigen müssen. Daher sollte nicht nur der Name des neuen Chefs öffentlich gemacht werden, sondern auch die Frage beantwortet werden, ob der aktuelle Aufsichtsrat, die verbleibende Führungsmannschaft und der neue Chef weiterhin zu 100 % hinter dieser Strategie stehen oder ob es an der ein oder anderen Stelle eine Feinjustierung geben wird oder gar ein deutlicher Richtungswechsel eingeschlagen wird.

Was heißt das für die Aktionäre?

Um es sehr einfach auszudrücken: Abwarten, Kaffee oder Tee trinken, den Ausführungen auf der Hauptversammlung lauschen und in aller Ruhe den Geschäftsbericht lesen.

Danach sollte man entscheiden, ob man der verbliebenen Führungsmannschaft und dem neuen Chef zutraut aus der aktuellen Krise die richtigen Schlüsse zu ziehen und die anstehenden Herausforderungen zu meistern.

Ich persönlich halte Hugo Boss immer noch für ein exzellentes Unternehmen mit sehr guten Produkten. Auch die grundlegende strategische Ausrichtung finde ich persönlich nachvollziehbar. Vielleicht bedarf es an der einen oder anderen Stelle einer feinen Nachjustierung. Der Führungswechsel könnte nun die passende Gelegenheit bieten.

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Sven besitzt Aktien von Hugo Boss. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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