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Gazprom – so viele Milliarden stehen bei Nord Stream 2 auf dem Spiel

Foto: Pixabay

Der zukünftige Erfolg des russischen Energieunternehmens Gazprom (WKN: 903276) hängt stärker denn je an der geplanten Gaspipeline Nord Stream 2.

In den letzten Wochen sprangen den Russen aber ihre europäischen Partner ab und es sieht so aus, als ob das Unternehmen die Milliardeninvestitionen alleine stemmen muss. Das wird nicht einfach, könnte aber am Ende eine lukrative Wende der Ereignisse sein.

Deswegen springen Gazprom die Partner ab

Gazprom arbeitet schon lange an den Plänen eine zweite Gaspipeline nach Europa, Nord Stream 2, fertig zu stellen, um die wachsende Gasnachfrage zu decken. Die erste Nord Stream ist bereits fast ausgelastet und der russische Energiegigant würde trotz seiner bereits erreichten Spitzenposition unter den Rohstoffkonzernen noch mehr Gas liefern. Europa könnte im Gegenzug noch mehr preiswertes russisches Gas gut gebrauchen.

Da eine Pipeline aber über verschiedene Länder verläuft, sind hier Interessenskonflikte vorprogrammiert. Manche fürchten bei einer Umgehung auf hohe Transitgebühren verzichten zu müssen, andere sorgen sich um politische Machtspielchen des Kremls, falls sie in das Projekt involviert sind. Vor allem Polen hat sich schon lange gegen die Pläne gestemmt.

So viele Milliarden muss man jetzt alleine stemmen

Schon vor einem halben Jahr wurde bekannt, dass die polnische Wettbewerbsbehörde es nicht dulden würde, die Pipeline wie geplant von einem Konsortium aus verschiedenen europäischen Unternehmen finanzieren zu lassen. In Polen war man der Ansicht, dass dies zu einem Monopol am heimischen Energiemarkt führen würde. Somit mussten die verschiedenen Projektpartner ihre ursprünglichen Pläne, sich zu jeweils 10 Prozent an der Unternehmung zu beteiligen, an den Nagel hängen.

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Neue Entwicklungen ließen jetzt schon lange auf sich warten und erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sich vorerst keine Lösung für das Dilemma finden lässt und Gazprom jetzt vorerst alleine auf den geschätzten Kosten in Höhe von 10 Milliarden Euro sitzen bleibt. Viele Unternehmen, wie etwa die BASF-Tochter Wintershall, wollen sich zwar weiterhin beteiligen, aber haben noch keine konkreten Pläne, wie sie ihr Vorhaben umsetzen können.

Am Ende könnte Gazprom sogar profitieren

Gazprom lässt sich allerdings nicht beirren und vergibt schon erste Aufträge. In Russland ist man sich sicher, dass die robuste europäische Nachfrage die große Investition rechtfertig, auch wenn man die Investition nicht komplett aus laufenden Erträgen finanzieren kann. In den letzten Quartalsveröffentlichungen konnte man aber immerhin einen Gewinn in Höhe von 1,6 Milliarden Euro verbuchen. Auf ein Jahr gerechnet könnte man damit theoretisch über die Hälfte der Kosten für Nord Stream 2 abdecken.

Anleger könnten die Entwicklung sogar positiv sehen, denn wenn Gazprom die Pipeline alleine baut, muss es sich die daraus resultierenden Gewinne auch mit niemandem teilen. Viele der ursprünglichen Partner wollten vermutlich auch wegen der Aussicht auf satte Gewinne an dem Projekt beteiligt sein. Wenn Gazprom das Projekt letztendlich ganz allein stemmt, wird das zwar kurzfristig teuer, könnte dafür am Ende aber noch viel mehr in die Kassen spülen als bisher vermutet.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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