Die Dotcom-Ära und das KI-Zeitalter: Unterschiede & Gemeinsamkeiten!

Bunte Schmetterlinge entweichen aus der Silhouette eines Kopfes, neben dem AI steht.
Foto: Tara Winstead via Pexels

Das KI-Zeitalter ist angebrochen und in der Börsen- und Aktienwelt treten schnell Parallelen zur Dotcom-Ära auf. Einige Dinge fühlen sich an, als würden sie sich reimen. So etwa die jeweiligen Aktien, die plötzlich in die Höhe springen. Die Erwartungen an Wachstum, Effizienz und neue Märkte ähneln sich zumindest sehr.

Auf der anderen Seite existieren wichtige Unterschiede. Künstliche Intelligenz ist doch anders als die Dotcom-Zeit. Auch wenn der grundlegende Tenor, dass sich die Welt und die Wirtschaftswelt verändern werden, für beide Episoden gilt, sind die Voraussetzungen doch ein wenig verschieden.

Überlegen wir heute einmal, wo sich die Dotcom-Ära und das KI-Zeitalter überschneiden und unterscheiden. Das können wir für sehr vielfältige Zwecke verwenden. Für die Risiken. Die Chancen. Aber auch für zwei Märkte, die sich reimen könnten und Jahrzehnte voller Möglichkeiten kreieren.

Dotcom-Ära und KI-Zeitalter: Die Voraussetzungen sind anders

Um das vorwegzunehmen: Heute wirst du sehr viel Meinung von mir serviert bekommen. Lies die folgenden Zeilen daher am besten auch so und hinterfrage kritisch, wo du es für angemessen hältst. Der erste, meiner Meinung nach bedeutende Unterschied liegt jedoch in den Voraussetzungen.

Während der Dotcom-Ära mussten die Verbraucher erst die nötigen Voraussetzungen schaffen. Das bedeutete, sie mussten in Hardware und Software gleichermaßen investieren. Der Internetanschluss musste gelegt werden. Man musste aktiv aufrüsten, um in die Weiten des WWW vorzudringen. Es brauchte Jahre, ehe es eine gute Abdeckung gegeben hat. Ich selbst erinnere mich daran, dass ich im Sommer 2002 und damit recht spät das erste Mal von meinem eigenen PC aus online ging.

KI ist hier anders. Aus der Verbrauchersicht sind die Eintrittsbarrieren sehr gering. Passende Formate gibt es mit dem AI Overview von Google jederzeit serviert. Auch ChatGPT hat eine sehr niedrige Barriere. Eine kurze Registrierung via E-Mail und wir können die Basiselemente nutzen. Das bedeutet, dass es für den Verbrauchermarkt heute den Vorteil gibt, dass wir jederzeit loslegen können. Die hohen Nutzerzahlen unterstreichen bereits die Unterschiede: 2,5 Mrd. Nutzer verwenden freiwillig oder unfreiwillig Google AI Overview. Etwa eine Milliarde Menschen haben Zugriff auf ChatGPT, Gemini oder die anderen Large Language Models (LLMs). Von der Adaptionszeit beim Endverbraucher glaube ich daher, dass wir einen deutlich schnelleren Markt erleben.

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Gemeinsamkeit: Es gibt sehr viel Hype und hohe Erwartungen

Eine Gemeinsamkeit zwischen dem KI-Zeitalter und der Dotcom-Ära ist hingegen, dass die Erwartungen sehr hoch sind. Während des Aufkommens des WWW gab es ambitionierte Prognosen, die das Zusammenbrechen des Einzelhandels sehr früh prognostizierten. Alles sollte über das Internet laufen. Die Wahrheit ist: Es dauerte Jahrzehnte. Selbst heute liegt der Anteil des E-Commerce in Deutschland bei 13,5 %. Global sind es hingegen 15 bis 20 %. Wir sprechen von einem Zeitraum von einem Vierteljahrhundert. Die Umwälzung dauerte also lange.

Ähnliches sehen wir jetzt bei KI. Es heißt, dass viele Prozesse automatisiert und digitalisiert werden. Dass viele Unternehmen Unmengen an Personalbedarf einsparen. AI-Agents werden in Zukunft die Arbeitswelt übernehmen und viele Prozesse einfach und digital steuern. Meine Meinung dazu: Es wird dazu kommen. Aber es dauert womöglich länger, als wir denken.

Zur KI-Wahrheit gehört meiner Meinung nach nämlich auch, dass viele Tools und Bots noch Fehler machen. Künstliche Intelligenz halluziniert hin und wieder gerne. Der Output lässt sich nicht zu 100 % automatisieren, solange die Ergebnisse nicht perfekt sind. Das bedeutet, dass die „Ressource Mensch“ in Arbeitsprozessen von entscheidender Bedeutung bleibt. Zwar legen erste Unternehmen sehr schnell vor. Block will beispielsweise rund 40 % seiner Stellen abbauen und durch KI ersetzen. Das bedeutet aber nicht, dass die Ergebnisse optimal sein müssen.

Im Endeffekt glaube ich daher, dass die Erwartungen im Markt sehr ambitioniert sind. Das ist eine wichtige Parallele für mich für die Dotcom-Ära und das KI-Zeitalter. Für die Beurteilung der Chancen und der Risiken ist das womöglich sehr essenziell.

Dotcom-Ära und KI-Zeitalter: Ein Reim?!

Bündeln wir unsere Gedanken ein wenig in einem Fazit. Was mir außerdem noch wichtig ist: Wir dürfen nicht vergessen, dass sich KI noch im Aufbau befindet. Die großen Tech-Konzerne investieren massiv in Infrastruktur. Auch das ermöglicht die Chance, dass Prozesse schnell groß werden. Oder eben das Risiko, dass sich die Investitionen als zu ambitioniert herausstellen. Die Wahrheit? Wird sich irgendwann zeigen.

Im Endeffekt glaube ich, dass sich die Dotcom-Ära und das KI-Zeitalter daher reimen werden. Meine Meinung ist, dass die zu hohen Erwartungen irgendwann in Realismus übergehen. Dann beginnt die Zeit, in der die wirklichen Chancen sich gut entwickeln und langsam und allmählich die technologische Evolution auslösen. Ob ich damit recht behalte? Zeigt ebenfalls die Zeit. Meine Gedanken wollte ich aber schon heute mit dir teilen.

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Vincent besitzt Aktien von Block. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Block.



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