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Kursexplosion – habe ich mich bei adidas geirrt?

Im Mai habe ich einen Artikel geschrieben, in dem ich die Meinung vertreten habe, dass die Aktie von adidas (WKN:A1EWWW) Anleger langfristig enttäuschen wird. Seitdem hat die Aktie zwar einen kurzen Rücksetzer erlebt, mittlerweile aber schon wieder einen erneuten Wertzuwachs verbuchen können, wohingegen DAX-Anleger über den gleichen Zeitraum auf Verlusten sitzen.

Bisher sieht meine Prognose also nach einem Fehlschuss aus und ich frage mich, ob ich mich geirrt habe.

Die Zahlen sind fantastisch

Anleger, die in den letzten Jahren auf adidas gesetzt haben, bekommen nicht nur Bestätigung, wenn sie in ihr Depot blicken, sondern auch, wenn adidas seine Zahlen veröffentlicht. Die sind nämlich fantastisch.

Die vor einem Monat veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal zeigen deutlich, dass die Maßnahmen des neuen CEOs Kaspar Rorsted sich bereits deutlich bemerkbar machen. Der währungsbereinigte Umsatz stieg um stolze 19 % im Vergleich zum Vorjahresquartal und ein Wachstum in ähnlicher Höhe wird auch für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt. Der Gewinn je Aktie war 1,72 Euro und lag somit 14 % höher als im Vorjahresquartal. Für das ganze Jahr soll der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen um 26 bis 28 % auf 1.360 Mio. bis 1.390 Mio. Euro steigen.

Diese Zahlen waren nicht nur hervorragend, sie waren auch deutlich besser, als das Management selbst erwartet hatte. Kein Wunder, dass die Börse diese Zahlen gefeiert hat.

Die langfristigen Aussichten sind das Problem

Ich habe nie daran gezweifelt, dass adidas ein großartiges Unternehmen ist. Weder im Mai hätte ich, noch würde ich jetzt, auch nur einen Cent darauf wetten, dass adidas in den nächsten fünf bis zehn Jahren seinen Umsatz und Gewinn nicht steigern kann. Ebenso fand ich es immer plausibel, dass der neue CEO sein Talent, das er bereits bei Henkel gezeigt hat, auch bei dem Sportartikelhersteller einsetzen wird, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Meine Zweifel an der adidas-Aktie waren immer durch die Bewertung begründet. Laut Bloomberg hat adidas, Stichtag 08. September, eine Marktkapitalisierung in Höhe von 40,84 Milliarden Euro. Nehmen wir einmal an, der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen liegt dieses Jahr im Durchschnitt der angegebenen Spanne, also 1.375 Mio. Euro, so ergibt sich daraus ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 30. Das ist nicht lächerlich überteuert, aber von diesem Niveau aus eine bessere Rendite, als die des DAX zu erwarten, erscheint mir zu optimistisch.

Sobald adidas nämlich die Einmaleffekte von verbesserten Margen und Marktanteilen hinter sich gebracht hat, wird es wahrscheinlich wieder ungefähr so schnell wie die gesamte Branche wachsen. Das dürfte allein schon der Fall sein, weil Konkurrenten wie Nike und Under Armour nicht still stehen. Der internationale Markt für Sportartikel wächst laut Allied Market Research um circa 4,3 % pro Jahr.

Realistisch ist vielleicht zu erwarten, dass die neuen Anstrengungen die Gewinne von adidas noch genug steigern, um bei gleichbleibenden Kursen ein halbwegs faires Kurs-Gewinn-Verhältnis zu etablieren. Danach könnte die Aktie ihren Wert genauso schnell steigern, wie der Gesamtmarkt selbst wächst, und das wird meiner Ansicht nach nicht reichen, um adidas zu einer Aktie mit einer überdurchschnittlich attraktiven Rendite zu machen.

Der Bärenmarkt-Überlebensguide: Wie du mit einer Marktkorrektur umgehst!

Ein erneutes Aufflammen von Corona in China, Krieg innerhalb Europas und eine schwächelnde Industrie in Deutschland in Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen. Das sind ziemlich viele Risiken, die deinem Depot nicht guttun.

Hier sind vier Schritte, die man unserer Meinung nach immer vor Augen haben sollte, wenn der Aktienmarkt einen Rücksetzer erlebt.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nike und Under Armour (A- und C-Aktien).



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