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2 Automobilzulieferer, die jetzt Turbo-Dividenden versprechen

ElringKlinger Batterie
Foto: ElringKlinger AG

Zwar ist die Automobilbranche derzeit ganz schön unter Beschuss, aber dafür finden sich nun in der zweiten Reihe einige Zulieferer mit verführerischem Dividendenausblick. Wer auf der Suche nach saftigen Gewinnausschüttungen ist, der sollte sich ElringKlinger (WKN:785602) und EDAG (WKN:A143NB) mal genauer anschauen (alle Kurse mit Stand 09.07.).

ElringKlinger: Aufbruch zu neuen Ufern

Bei diesem Spezialisten für Zylinderkopfdichtungen und Kunststoff-Leichtbau geht es momentan ganz schön wild zu, wenn man den Kurschart ansieht. Noch Ende 2017 sah es nach einem tollen Turnaround aus und nun wird ein neues Tief nach dem anderen erreicht. Eine Gewinnwarnung von Anfang Juli hat die Aktie aus der Bahn geworfen. Analysten senkten drastisch ihre Kursziele und Shortseller haben sich auf die Papiere gestürzt.

Aber jetzt, wo diese so viel billiger zu haben sind, könnte die Dividendenrendite umso besser ausfallen. Dazu darf aber der Gewinn nicht zu stark einbrechen. Schuld an dem Schlamassel ist primär, dass ElringKlinger in Nordamerika Aufträge hereingenommen hat, ohne sich gegen steigende Rohstoffkosten angemessen abzusichern. Jetzt, wo die Inputs viel teurer geworden sind, schmilzt beim Output der Gewinnbeitrag weg.

Für den Gesamtkonzern bedeutet das eine Absenkung der erwarteten operativen Marge um 2 Prozentpunkte auf 7 %. Das ist erst mal nicht gerade erfreulich. Aber genauso wichtig wie der Profit ist die Umsatzentwicklung und da sieht es unverändert gut aus. Mittelfristig könnte ElringKlinger zudem vom Trend weg vom Diesel und hin zum Hybridantrieb profitieren. Schließlich werden dort sowohl Zylinderkopfdichtungen und Kunststoff-Komponenten gebraucht als auch die Lösungen der neu aufgebauten Geschäftsaktivitäten rund um Elektroantriebe, Batterien und Brennstoffzellen.

Beim Kurs von 11 Euro könnte eine Dividendenrendite von 4,5 % herausspringen, wenn die Zahlung zumindest konstant gehalten wird. Dank der zuletzt mit 45 % recht niedrigen Ausschüttungsquote wäre dies sicherlich trotz der Gewinnwarnung gut möglich. Wenn man davon ausgeht, dass das Management die aktuellen Probleme auf absehbare Zeit in den Griff bekommt, sollte sich die Profitabilitätssituation bald wieder normalisieren – und es könnte noch besser kommen: Vor allem wenn das Geschäft mit der Fahrzeugelektrifizierung zündet, dürfen wir in einigen Jahren mit noch sehr viel höheren Werten kalkulieren.

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EDAG: Zurück in der Erfolgsspur

Der Ingenieursdienstleister ist Ende 2015 holprig an der Börse gestartet. Noch bis heute liegt der Kurs ein gutes Stück unter dem damaligen Ausgabepreis. Dabei hat sich das deutsch-schweizerische Unternehmen strategisch schön weiterentwickelt. Heute verfügt es über wegweisende thematische Kompetenzzentren zu E-Mobility, neuer Produktionstechnik, Car-IT sowie Lichttechnik und ist damit gut für den tiefgreifenden Wandel der gesamten Branche aufgestellt.

Dieser Umbruch sollte die Nachfrage nach entsprechenden externen Entwicklungsleistungen anheizen. Wenn auch mit Verzögerung, scheint das nun so nach und nach bei EDAG anzukommen. Im April wurde von einem selbstbewussten Start in das neue Jahr berichtet, mit der Erwartung einer Umsatzsteigerung von bis zu 5 % für 2018. Wenn sich das bewahrheitet, dann sollte nach der zuletzt stabil gehaltenen Dividende auch mal eine Erhöhung drin sein.

Der Gewinn pro Aktie für das laufende Jahr dürfte den Wert von 1 Euro locker überschreiten, wovon voraussichtlich ein großer Teil an die Aktionäre geht. Beim Kurs von 16 Euro rechne im mit einer 2018er-Rendite von mindestens 5 % – und das muss in den Folgejahren noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Über einen vor wenigen Tagen platzierten Schuldschein gelang es dem Unternehmen, sich zu günstigeren Konditionen zu refinanzieren. Damit ist das Unternehmen auch bestens in der Lage, neue Wachstumsinitiativen zu stemmen. Cosimo De Carlo, der neue Chef, scheint dafür auch eine Menge Ideen zu haben, sowohl, was die Internationalisierung angeht, als auch die Weiterentwicklung des Leistungsportfolios.

Top-Dividenden gibt es nicht geschenkt

Fast immer, wenn hochprozentige Dividenden locken, ist es wichtig, sich das Kleingedruckte anzuschauen. Wie gut abgesichert ist die langfristige Profitabilität? Gibt es noch reale Wachstumschancen? Es sind Fragen wie diese, welche man vor einem Investment in Werte wie EDAG und ElringKlinger beantworten muss.

Ich bin in beiden Fällen recht zuversichtlich, was die weitere Entwicklung angeht. Vor allem den Zylinderkopf-Spezialisten muss man aber etwas enger beobachten, weil es dort doch noch eine Reihe von unsicheren Variablen gibt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt ElringKlinger.



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