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Shell macht es vor: Warum dich Dividendenaktien arm machen können!

Dividendenaktien passives Einkommen
Foto: Getty Images

Eine Vielzahl von Anlegern strebt an der Börse danach, langfristig ein passives Einkommen zu erzielen. In der Regel erfolgt dies über jährliche bzw. quartalsweise Dividendenausschüttungen. Hierbei gibt es Unternehmen, die vergleichsweise höhere Beträge ausschütten als andere Unternehmen. Diese werden oftmals als „Dividendenaktien“ bezeichnet.

Grundsätzlich gibt es an der Strategie, Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite zu erwerben, nichts auszusetzen. Jedoch begehen „Dividendenjäger“ oftmals Fehler, die sie langfristig teuer zu stehen kommen. Daher zeige ich euch, welche Fehler dies sind und wie man diese vermeiden könnte.

Fehler 1: Es wird ausschließlich auf eine hohe Dividendenrendite geachtet

Grundsätzlich ist es gut, wenn man die Dividendenrendite als Kennziffer zur Bewertung heranzieht. Denn der absolute Wert einer Ausschüttung pro Aktie ist nicht sehr aussagekräftig. So müssen klarerweise die Dividenden in Relation zum Kaufpreis der Aktie gesetzt, sprich, die Dividendenrendite berechnet werden.

Nichtsdestotrotz kommt es auch darauf an, durch welche Faktoren eine hohe Dividendenrendite zustande kommt. Denn diese kann entweder dadurch hoch sein, dass das Unternehmen mehr Gewinne macht und dadurch einen höheren Betrag ausschütten kann. Jedoch ist dies in der Regel nicht der Fall. Denn würde ein Unternehmen ein gutes Wachstum verzeichnen, wäre der Preis einer Aktie meist bereits höher, wodurch die Dividendenrendite wiederum niedriger wäre.

Daher kommt eine hohe Dividendenrendite in der Regel durch gleichbleibende Gewinnausschüttungen und gesunkene Aktienkurse zustande. Doch auch hier kommt es auf den Grund der Kursverluste an. Deutlich wird dies zum Beispiel durch Unternehmen aus der Tabakindustrie wie Altria oder British American Tobacco. Diese Unternehmen hielten die Ausschüttungen über Jahre hinweg annähernd konstant, während der Aktienkurs von Jahr zu Jahr an Boden verloren hat. Dies hat nun hohe Dividendenrenditen zur Folge.

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Ist das nun ein Grund, diese Aktien zu erwerben? Keineswegs, denn der Grund, weshalb die Aktienkurse über Jahre hinweg Kursverluste erlitten, liegt am stagnierenden oder gar negativen Umsatz- und Gewinnwachstum, wonach zukünftige Dividendenkürzungen möglich erscheinen.

Dies konnte man kürzlich auch anhand der Aktie von Shell sehen, die sich viele Anleger ausschließlich aufgrund der hohen Dividendenrendite ins Depot gelegt haben. Denn kommt es wie bei Shell zu Dividendenkürzungen, kann man sich trotz massiver Kursverluste oftmals nicht mal mehr über eine periodische Ausschüttung freuen, sodass hohe Dividendenrenditen oftmals ein Indikator dafür sind, dass der Markt nicht davon ausgeht, dass diese aufrechterhalten werden können.

Fehler 2: Die Ausschüttungsquote wird kaum beachtet

Worin würdet ihr lieber investieren? In Unternehmen A mit einer Dividendenrendite von 3,5 % oder in Unternehmen B mit einer Dividendenrendite von 7 %? Richtig, es gibt darauf keine richtige Antwort. Denn es kommt neben dem Wachstum des Unternehmens und der Dividendenrendite auch auf die Ausschüttungsquote an.

Diese Quote gibt an, welchen Anteil des jährlichen Überschusses für die Ausschüttung der Dividende verwendet wird. Durch den historischen Vergleich der Ausschüttungsquote kann man als Anleger ein Gefühl dafür bekommen, ob Dividendenzahlungen in Zukunft gesichert erscheinen.

Sollte nun beispielsweise Unternehmen B über Jahre hinweg eine steigende Ausschüttungsquote haben und bereits 90 % des jährlichen Gewinns an die Aktionäre ausschütten, würde ich als Dividendenjäger sehr vorsichtig sein. Denn einerseits ist durch die bereits hohe Ausschüttungsquote ein zukünftiges Dividendenwachstum meist schon ausgeschlossen. Andererseits ist auch die Aufrechterhaltung der derzeitigen Dividende gefährdet, wonach die Dividendenrendite deutlich sinken könnte, wenn es zu einer Dividendenkürzung kommt.

Worauf solltet ihr daher achten?

Meiner Meinung nach ist die Dividendenstrategie auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, sich an der Börse ein passives Zusatzeinkommen zu erarbeiten. Jedoch solltet ihr euch nicht von hohen Dividendenrenditen blenden lassen, sondern zunächst das Geschäftsmodell des betreffenden Unternehmens auf dessen Zukunftsfähigkeit analysieren.

Des Weiteren geben euch Kennzahlen wie das Umsatz- und Gewinnwachstum eine gute Einschätzung darüber, ob und in welchem Ausmaß die jährliche Gewinnausschüttung in Zukunft gesteigert werden kann.

Darüber hinaus kommt der Ausschüttungsquote eine besondere Bedeutung bei der Bewertung der Stabilität einer Dividende zu. Beachtet man diese Punkte, kann es durchaus sein, dass selbst Dividendenjäger zu wachsenden Werten tendieren, die zwar derzeit nur über eine Dividendenausschüttung von 1 bis 2 % p. a. verfügen, jedoch zukünftige Erhöhungen wahrscheinlich erscheinen lassen.

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Michael besitzt keine der erwähnten Wertpapiere. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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