S(c)hein und Sein

Die Modewelt ist faszinierend, und ein Minenfeld für Anleger. Gerade noch sieht eine Marke wie festzementiert und stetig geschätzt aus, schon kann sie ohne Vorwarnung tief in der Beliebtheit der Verbraucher fallen.
Auch langzeitige Superstars wie H&M und Zara-Mutter Inditex – dessen Gründer kurzzeitig der reichste Mann der Welt war – schwächeln mittlerweile. Die beiden Konzerne wurden zwar mit Innovationen und hervorragendem Geschäftssinn groß, aber ständig wechselnde Trends und Geschmäcker machen es schwierig, sich an der Spitze zu halten.
Mit neuen Konsumvorlieben bieten sich immer Chancen für Neugründungen. Das zeigt nun wieder das chinesische Unternehmen Shein (das man trotz des Wortspiels in der Überschrift allerdings Schie-Inn ausspricht).
Es bringt Fast Fashion in Schallgeschwindigkeit. Mithilfe von Algorithmen und künstlicher Intelligenz hat es eine hochautomatisierte Trendfindung, und es kann erfolgversprechende Designs innerhalb weniger Tage auf den Markt bringen.
Und die Verbraucher lieben die Produkte. Es wurde kürzlich geschätzt, dass das Unternehmen in den USA bereits einen Anteil am Fast-Fashion-Markt in Höhe von 28 % hat. Der Unternehmensumsatz soll 2020 rund 10 Mrd. US-Dollar betragen haben, und sich damit acht Jahre lang jedes Jahr verdoppelt haben.
Künstliche Intelligenz, neue Plattformen wie TikTok und extrem schnelle Lieferketten haben ermöglicht, dass es einen neuen Herausforderer in der Fast-Fashion-Branche gibt. Für die Aktionäre der bisherigen Platzhirsche sind das keine guten Nachrichten.
Shein ist also eine Fallstudie mehr, die zeigt, dass zu harter Wettbewerb der Tod von guten Renditen ist. Als Anleger sollte man großen Wert darauf legen, dass bei einem Investment eine stabile Marktführerschaft zumindest realistisch ist, und sich gut überlegen, was in welcher Branche möglich ist.
Natürlich kann man die Zukunft nicht voraussehen, aber man sollte sehr wählerisch sein. Auch muss man akzeptieren, dass man immer etwas übersehen kann und ein Unternehmen nie vollständig kennt. Oder wie es Wilhelm Busch am Schluss seines Gedichts Schein und Sein formulierte:
„Du kennst sie nur von außenwärts.
Du siehst die Weste, nicht das Herz.“
Schauen wir uns die Top-Artikel von Fool.de der letzten Woche an!

Foto: Getty Images
Diese deutsche Technologie-Wachstumsaktie ist für mich perfekt und ein sofortiger Kauf

Foto: Getty Images
Jetzt 5.000 Euro in diese 3 Gesundheitsaktien investieren und in 10 Jahren reich sein

Foto: Getty Images
5 Aktien, die bis 2040 aus 50.000 Euro 1 Million Euro machen könnten
Nicht zittern – handeln! Der Bärenmarkt-Überlebensguide für Börsenkrisen
Der Aktienmarkt ist derzeit wieder höheren Risiken ausgesetzt. Droht vielleicht sogar ein Bärenmarkt? Vielleicht – aber steck jetzt bloß nicht den Kopf in den Sand!
Wenn die Märkte schwanken und die Nerven flattern – genau dann zählt es, wie du dich als Anleger verhältst. Unser Bärenmarkt-Überlebensguide zeigt dir in vier Schritten, wie du klug, ruhig und strategisch durch jede Korrektur kommst – und sie vielleicht sogar zu deiner größten Chance machst.
Jetzt lesen und vorbereitet sein, wenn andere in Panik verfallen!
Offenlegung: Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.


