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Zieht die BMW-Aktie mit Wasserstoff an Tesla vorbei?

BMW Auto der Zukunft
Foto: BMW

Unter den deutschen Autoherstellern setzt die BMW-Aktie (WKN: 519000) am stärksten auf Wasserstoff als Antriebslösung. Die Münchener haben sich der Technologieoffenheit verschrieben, setzen also nicht wie Tesla (WKN: A1CX3T) nur auf einen Antrieb der Zukunft.

Investoren kritisieren den Elektro-Kurs von BMW als halbherzig. Doch könnte die Technologieoffenheit ein großer Trumpf für die BMW-Aktie werden?

BMW und Wasserstoff: Was läuft da?

BMW zeigte dieses Jahr auf der IAA den iX5 Hydrogen. Er kombiniert die Karosserie des X5 mit der Wasserstofftechnik von Toyota (WKN: 853510). Ende 2022 wird das Kleinserienfahrzeug an ausgewählte Kunden ausgeliefert werden. BMW lotet mit diesem vorsichtigen Ansatz das Kundeninteresse an der Technologie aus, verzichtet aber aufgrund der spärlichen Wasserstoffinfrastruktur auf einen größeren Roll-out.

Wenn alles glattgeht, können sich Investoren der BMW-Aktie auf das Jahr 2030 freuen. Ungefähr dann soll der Wasserstoffantrieb laut BMW reif für den Massenmarkt sein.

Wie werden Brennstoffzellenautos massenmarktfähig?

Derzeit sind die Produktionskapazitäten für klimafreundlichen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien begrenzt. Die Technologie befindet sich noch am Anfang. Zudem wurden bislang wenig Skaleneffekte realisiert. Die Kosten könnten also in Zukunft deutlich fallen.

Wahrscheinlich ist, dass Wasserstoff zunächst in Nischenanwendungen zum Einsatz kommen wird, die nur schwer elektrifizierbar sind. Von dort aus werden durch Skaleneffekte die Kosten sinken und die Technologie könnte sich Schritt für Schritt in den Massenmarkt vorarbeiten. Unklar ist, wie weit Wasserstoff in den Massenmarkt vorstoßen kann. Die für Investoren der BMW-Aktie interessante Frage ist, wo die Trennlinie zwischen Batterie und Wasserstoff verlaufen wird.

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Warum Tesla nicht auf Wasserstoff setzt

Es gibt gute Argumente dafür, dass sich Wasserstoff im Pkw-Markt niemals durchsetzen wird. Da wäre beispielsweise der schwache Wirkungsgrad des Wasserstoffantriebs gegenüber dem reinen Elektroantrieb. Bei der Herstellung von Wasserstoff und der Rückumwandlung in Elektrizität geht ein großer Teil der Energie verloren – und das in einer Zeit, in der jede Kilowattstunde erneuerbarer Strom Gold wert ist.

Tesla-Chef Elon Musk sieht Wasserstoff daher nicht als Antrieb der Zukunft, sondern als Zeitverschwendung. Die Kalifornier konzentrieren alle ihre Ressourcen auf die Weiterentwicklung des Elektroantriebs mit Batterie. So stellt der Konzern ein hohes Innovationstempo sicher. Es ist wahrscheinlich, dass Tesla mit seinem starken Fokus auf eine Antriebstechnologie günstigere Produktionsprozesse und effizientere Fahrzeugplattformen entwickeln wird als BMW mit seinem technologieoffenen Schrotflinten-Ansatz.

BMW-Aktie: Mit Wasserstoff auf die Überholspur?

Teslas Ansatz ist eine große Wette auf die Batterie und gegen Wasserstoff. Aktuell scheint sie sich auszuzahlen. Der Markt bewertet die Tesla-Aktie im Vergleich zur BMW-Aktie extrem hoch und traut den Kaliforniern eher zu, zum margenstarken Elektromarktführer der Zukunft zu werden als BMW.

Sollte sich zeigen, dass Wasserstoff auch bei Pkws Potenzial hat, könnte sich das ändern. Aktuell ist die Mehrzahl der Experten jedoch skeptisch und sieht das langfristige Potenzial von Wasserstoff eher im Schwerlastverkehr als in der Individualmobilität. Davon würde die BMW-Aktie wiederum wenig profitieren, da das Unternehmen keine Lkws produziert.

Aktuell scheint Wasserstoff für die BMW-Aktie also kein guter Deal zu sein. Die Entwicklung bindet Ressourcen und erscheint aktuell wenig vielversprechend. Die Münchener hoffen, dass sinkende Kosten dem Wasserstoff in rund zehn Jahren den Eintritt in den Massenmarkt ermöglichen. Doch bis dahin wird sich auch die Batterietechnologie weiterentwickeln – angetrieben von Unternehmen wie Tesla.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und empfiehlt BMW.



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