Die Diageo-Aktie hat einen Kater, und der könnte andauern

Ein Alkoholiker liegt auf dem Boden, umringt von leeren Glasflaschen
Bild: Gerd Altmann via Pixabay

Erneut hat der britische Spirituosenhersteller Diageo (WKN: 851247) seine Anleger enttäuscht. Die Diageo-Aktie verlor nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 25/26 (30. Juni) 12,7 % – das ist für ein Unternehmen dieser Größe schon ganz beachtlich. Aber was genau war da eigentlich los?

Aufhören, weniger zu trinken?

Der Umsatz von Diageo von Juli bis Dezember ging um 4 % auf 10,5 Mrd. US-Dollar zurück. 1,2 Prozentpunkte entfielen dabei auf den Einfluss von Portfoliobereinigungen; so wurden etwa das Geschäft in Italien sowie die Beteiligung an East African Breweries verkauft und konnten damit nicht mehr zum Umsatz beitragen. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass beim verbleibenden Rest der Absatz um 0,9 % sank und Diageo Preiskürzungen um 1,9 % akzeptieren musste. Das sind die verbleibenden 2,8 Prozentpunkte des Rückgangs.

Zwar wuchsen die Märkte in Europa (+2,7 %), Lateinamerika und der Karibik (LAC; +4,5 %) sowie Afrika (+10,9 %) sehr schön. Aber das konnte die schwächere Entwicklung in Nordamerika (-6,8 %), wo der Druck auf das verfügbare Einkommen sich auf US-Spirituosen auswirkte, und bei chinesischen Weißbränden (CWS) nicht ausgleichen. Die Region Asien-Pazifik kommt auf ein Minus von 11,1 %; ohne CWS stünde ein Plus von 0,2 % in den Büchern.


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Das ausgewiesene Betriebsergebnis sank um 1,2 %. Durch die Veräußerung schwächerer Tochtergesellschaften stieg die operative Marge jedoch um 85 Basispunkte. Lässt man die Verkäufe außen vor und schaut nur auf die fortgeführten Geschäfte, so ging der operative Gewinn bei einer unveränderten Marge um 2,8 % zurück.

Diageo-Aktie: Kürzungen, wo man hinsieht

Der Gewinn pro Diageo-Aktie vor Sonderposten betrug 95,3 Cent, was einem Rückgang von 2,5 % entspricht. Was uns beim Cashflow-Portfolio besonders schmerzt: Die Interimsdividende wurde von 40,5 auf 20 Cent je Aktie halbiert. Der neue CEO Dave Lewis sprach von einer „schweren Entscheidung“ und strebt eine Ausschüttungsquote von 30 bis 50 % des Gewinns an, daher hat er diese Kürzung vorgenommen.

Apropos Kürzung: Gekürzt wurde auch die Prognose für das Geschäftsjahr. Der Umsatz wird jetzt nicht mehr „unverändert bis leicht rückläufig“ erwartet, sondern auf fortgeführter Basis um 2 bis 3 % niedriger. Das Ziel eines freien Cashflows von 3 Mrd. US-Dollar wurde dagegen beibehalten.

Unser Fazit zur Diageo-Aktie

Da müssen wir leider sagen: Das war nichts, Diageo. Dieses Ergebnis ist eine echte Enttäuschung. Das Unternehmen hat weiterhin mit gebremstem Wachstum durch die Zollsituation in den USA, einer nachlassenden Nachfrage in China und einer global schlechten Verbraucherstimmung zu kämpfen. Zudem muss Diageo noch immer Schulden abbauen.

Diese Entwicklung werden wir in den nächsten Monaten beobachten. Trotz des niedrigsten Kurses seit 2012 erscheint uns die Diageo-Aktie derzeit nicht als Kaufchance.

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