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Warum Gutenberg nicht vermögend wurde, aber du reich wie gedruckt werden kannst

Offenes Buch mit Bäumchen
Foto: Getty Images

Geniale Köpfe gab es bereits im Mittelalter. Aber die Zeit, bis aus einer guten Idee ein erfolgreiches Geschäftsmodell wurde, konnte ein Menschenleben überdauern. Das Wissen über Märkte und Preise war sehr ungenau, was eine solide Projektkalkulation verunmöglichte. Für komplexere technische Innovationen mussten Handwerker unterschiedlicher Zünfte zusammengebracht und bezahlt werden. Die Verfügbarkeit spezieller Materialien war nicht garantiert. Angehende Entrepreneure mussten Boten aussenden, um aus Nah und Fern Informationen einzuholen.

Ein Heidenaufwand an Geld und Zeit war das damals

Entsprechend schwierig war es, Kapital einzuwerben. Nur wenn eine der wenigen vermögenden Persönlichkeiten oder Institutionen im Umfeld Geld, Verständnis, Interesse und Mut in ausreichendem Maße mitbrachte, konnte es losgehen. Und selbst, wenn dann das Vorhaben in die Wege geleitet wurde, entwickelten sich die Rahmenbedingungen im weiteren Verlauf oft zu unstabil, um es zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

So hat beispielsweise Gutenberg mit seiner Drucktechnik der Verlagsindustrie den Boden bereitet. Aber sein erstes Großprojekt, der Druck seiner Bibel, war ein wirtschaftlicher Flop. Der Produktionsaufwand war riesig, die Auflage gering. Er hat das handschriftliche Kopieren zwar skaliert, wie man heute sagen würde, aber dennoch die potenziellen Größenvorteile noch nicht nutzen können.

Erst später lernte er, andere Dokumententypen zu vervielfältigen, die eine größere Auflage zu geringen Kosten erlaubten. Wirklich reich wurde er damit aber wahrscheinlich nicht mehr. Einige seiner Nachfolger expandierten zwar schnell in ganz Europa und brachten es zu Wohlstand. Doch „schnell“ ist relativ: Es dauerte Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte, bis jede bedeutende europäische Stadt über eine Buchdruckerei verfügte.

Heute ist die Ausgangssituation für Entrepreneure eine völlig andere

Erfahrene Wagniskapitalgeber in großer Zahl können innerhalb von Minuten das Potenzial eines Geschäftsmodells grob einschätzen. Beliebiges Material — egal ob Spezialchemikalien, Elektronikbausteine oder Verbindungselemente — lässt sich bequem per Internet bestellen und wird oft schon am anderen Tag geliefert. Spezielles Werkzeug und leistungsfähige Maschinen kann man kurzfristig beschaffen. Hochspezialisierte Dienstleister, Lieferanten oder Freelancer lassen sich zügig ausfindig machen und können flexibel gebucht werden.

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Auf diese Weise kommen physische, intellektuelle und finanzielle Ressourcen innerhalb kürzester Zeit zusammen, um eine spannende Innovation zum Leben zu erwecken. Und wenn alles passt, dann setzen sie alles daran, sie so schnell wie möglich zu skalieren. Im Verlauf von einigen Jahren wird so nicht selten aus einem Geschäftsmodell auf dem Papier ein weltweit expandierendes Milliardenunternehmen, das seine wichtigsten Beteiligten zu Multimillionären macht.

Die Folgen dieser unglaublichen Beschleunigung sind vielfältig

Wir erkennen sie zum einen an der Flut von unerprobten SPAC-Unternehmen, die bepackt mit dreistelligen Millionenbeträgen antreten, die Welt zu revolutionieren. Es ist bereits jetzt absehbar, dass ein Großteil davon seinen Ambitionen nicht gerecht werden wird. Aber die besten unter ihnen könnten im Laufe der nächsten zehn Jahre zu Giganten heranwachsen. Mutige Anleger suchen dort ihre disruptive Chance.

13+1 | RisikoReich

Aus der Perspektive der etablierten Konzerne wiederum ist diese Entwicklung brandgefährlich. Sie sind es gewohnt, kontinuierlich in ihr Geschäft zu investieren. Abrupte Veränderungen der Wettbewerbsbedingungen, wie sie heute jederzeit möglich sind, passen da schlecht ins Konzept. Vorsichtige Anleger verlassen sich daher nicht auf die Erfolge der Vergangenheit, sondern setzen auf Unternehmen, die ständig vielfältige Chancen generieren und gelernt haben, die atemberaubenden Möglichkeiten der beschleunigten Innovation und Skalierung für sich zu nutzen.

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