Die Paycom Software-Aktie beweist: Die SaaS-pocalypse kommt nicht

Ein Kind hält eine Lupe vor ein Auge und kneift das andere zusammen
Foto: Monstrera via Pexels

Das ist mal eine begeisterte Reaktion auf einen Quartalsbericht: Die Paycom Software-Aktie (WKN: A1XFVG), ist nach der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal 2026 bis heute um ein Drittel gestiegen.

Die Erleichterung darüber, dass die „SaaS-Pocalypse“ beim Anbieter für Personalsoftware wohl ausbleibt, paarte sich mit einer angehobenen Jahresprognose, sodass sich die Paycom Software-Aktie gegenüber ihren Tiefstständen im Februar inzwischen mehr als verdoppelt hat.

Paycom Software-Aktie: Schauen wir uns die Zahlen an

Der Gesamtumsatz in Höhe von 531,2 Mio. US-Dollar entspricht einem Anstieg von 9,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die wiederkehrenden und sonstigen Umsätze in Höhe von 505,2 Mio. US-Dollar legten um 11,0 % zu und machten 95,1 % des Gesamtumsatzes aus.

Im Analystencall erklärte Gründer und CEO Chad Richison, dass der Anstieg auf dieselben Umsatzquellen zurückzuführen sei, die das Unternehmen schon in der Vergangenheit gestützt hätten. Die Umsatzstärke im Quartal sei breit angelegt gewesen und spiegele eine beständige Produktnachfrage sowie eine gestiegene Kundenzufriedenheit wider. Er betonte, dass das Quartal nicht durch Sonderposten oder einmalige Ereignisse geprägt gewesen sei. Zudem steige die Nachfrage nach Automatisierung und Paycoms Plattform sei nach wie vor die intelligenteste Lösung der Branche.

Deutlich geringere Entwicklungsausgaben führten dazu, dass der operative Gewinn erheblich stärker zulegte als der Umsatz, nämlich um genau 50 % auf 168,5 Mio. US-Dollar. Höhere Ausgaben für Zinsen und Steuern waren dafür verantwortlich, dass der Nettogewinn nach GAAP „nur“ um 20 % auf 107,4 Mio. US-Dollar oder 2,34 US-Dollar je Paycom Software-Aktie zulegte.

Paycom erhöht die Prognose und verteilt Geld an Aktionäre

Paycom bleibt weiterhin eine Cashmaschine. Der freie Cashflow belief sich im Quartal auf 190,1 Mio. US-Dollar. Paycom kaufte im Quartal rund 2,6 Mio. Aktien und damit etwa 6 % der ausstehenden Papiere zurück. Dafür bezahlte das Unternehmen 346 Mio. US-Dollar oder etwa 133,10 US-Dollar je Paycom Software-Aktie. Zusätzlich gab es eine Dividende von 0,375 US-Dollar je Aktie.

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In der Pressemitteilung wird CEO Richison mit diesen Worten zitiert: „Unsere starken Ergebnisse im zweiten Quartal haben die Erwartungen übertroffen und spiegeln die Stärke unserer Automatisierungsstrategie sowie unsere disziplinierte Umsetzung wider. Durch Produktinnovationen und die kontinuierliche Automatisierung unserer gesamten Plattform bauen wir eine starke Dynamik auf. Angesichts dieser starken Ergebnisse heben wir unseren Ausblick für das Gesamtjahr an.“

Konkret bedeutet das, dass Paycom nunmehr einen Gesamtumsatz zwischen 2,197 und 2,212 Mrd. US-Dollar erwartet (zuvor 2,175 und 2,195 Mrd. US-Dollar), was einem Wachstum von 7 bis 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die wiederkehrenden Umsätze sollen zwischen 8 und 9 % steigen (zuvor 8 bis 9 %). Das bereinigte EBITDA soll zwischen 1,007 und 1,022 Mrd. US-Dollar liegen (zuvor 950 und 970 Mio. US-Dollar), das wären etwa 15 % mehr als die 882,3 Mio. US-Dollar in 2025, und würde einer Marge von etwa 46 % entsprechen. Zugleich würde es einen Rekord in der Geschichte von Paycom darstellen.

Das tut Paycom nun für zukünftiges Wachstum

Soweit zu den Zahlen, die wirklich gut waren. Was hatte Paycom aus dem operativen Geschäft mitzuteilen? Da ist zum einen die KI-Lösung „IWant“, die laut Richison weiterhin stark nachgefragt ist. Er betonte, dass der Fokus auf Genauigkeit statt auf „Coolness“ liege, und erklärte, dass das Team fleißig daran arbeite, sicherzustellen, dass die KI zuverlässige und effiziente Antworten liefere. Dies sei entscheidend für den ROI der Kunden.

Außerdem arbeitet Paycom an der Einführung neuer Produkte, darunter Lösungen für Karriere- und Nachfolgeplanung sowie Asset Management. Damit sollen der gesamte adressierbare Markt erweitert sowie die Akzeptanz bei den Kunden erhöht werden. Die Lösung für das Asset Management ermöglicht es Unternehmen, ihre physischen und digitalen Vermögenswerte zu verwalten. Paycom schätzt den adressierbaren Markt hierfür auf mehrere Mrd. US-Dollar. Die derzeitige Vertriebsorganisation sei gut gerüstet, um das Produkt zu verkaufen, da es sich gut in die bestehenden HCM- und Ausgabenmanagement-Lösungen einfüge.

Spannend fand ich auch die Aussage von Richison, dass Paycom KI-Investitionen in Einsparungen umwandle. Demnach hat Paycom im Jahr 2025 mehr als 100 Mio. US-Dollar ausgegeben, um Rechenzentren für das Hosting eigener KI-Modelle vorzubereiten. Die Infrastruktur stellte zudem Kapazitäten bereit, die die Systemleistung verbesserten. Richison erwartet, dass diese Investition im Jahr 2026 zu Einsparungen in der Forschung und Entwicklung in Höhe von etwa 100 Mio. US-Dollar führen wird, zuzüglich mehr als 30 Mio. US-Dollar an vermiedenen Gebühren für Antworten von Drittanbietern bei IWant.

Unser Fazit zur Paycom Software-Aktie

Wer sagte, dass KI-Software überflüssig macht? Uns haben diese Ergebnisse sehr gut gefallen. Mit Paycom zeigt ein weiteres Softwareunternehmen, dass es sich sehr wohl gegen KI schützen und sie sogar für sich selbst nutzen kann. Die Paycom Software-Aktie bleibt eine klare Kaufempfehlung in unserem Nebenwerte-Portfolio.

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