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Vergiss den Angst-Indikator! Der echte Börsencrash kommt erst noch

Börsencrash / Börsenkrach ETFs Börsenkorrektur
Foto: Getty Images

Die Angst an der Börse ist nicht nur gefühlt vorhanden. Sie lässt sich handfest messen.

Der berühmte Angst-und-Gier-Indikator schaut zu diesem Zweck nicht nur auf die Aktienkurse, sondern gleich auf eine ganze Reihe aussagekräftiger Daten.

Am Ende steht eine Zahl zwischen 0 und 100 auf der Anzeigetafel. 0 wie extreme Angst und 100 wie extreme Gier.

Momentan zeigt der Indikator eine 19 (Stand für diese Zahl und alle weiteren Zahlen: 12.05.2022). Kurzum: Eine perfekte Einstiegsmöglichkeit für den langfristig orientierten Investor. Oder etwa doch nicht?

Wenn die US-Märkte husten …

Der Angst-und-Gier-Indikator ist nicht perfekt. Auch, weil sich die Datenbasis ausschließlich auf die US-Märkte konzentriert.

Allerdings ist der größte Kapitalmarkt der Welt noch immer das Maß aller Dinge. Um das zu erkennen, muss man keine Zahlen suchen. Denn immer wenn in Nordamerika Feiertag ist, bewegt sich auch an der deutschen Börse so gut wie nichts.

So gesehen lohnt sich ein Blick auf die US-Märkte in jedem Fall. Wenn hier die Stimmung kippt, hat das mit ziemlicher Sicherheit Auswirkungen auf die ganze Welt.


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Angst kann gute Gründe haben

Dabei ist das mit der Stimmung so eine Sache. Denn in der Vergangenheit war eine extreme Angst am Markt oft ein guter Zeitpunkt, um kräftig Aktien zu kaufen.

Oder wie Warren Buffetts Lehrmeister Benjamin Graham zu sagen pflegte: „Der intelligente Investor ist ein Realist, der an Optimisten verkauft und von Pessimisten kauft.“

Doch Angst muss nicht zwangsläufig eine irrationale Übersprungshandlung sein. Der Angst-und-Gier-Indikator misst in erster Linie die Suche nach Sicherheit. Und derlei Aktivität kann gute Gründe haben.

Es gibt allerdings nur einen guten Grund, um jetzt Aktien zu kaufen

Der US-Index S&P 500 ist mittlerweile 18 % von seinem Allzeithoch entfernt. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein grandioser Rabatt. Ein Geschenk von Pessimisten, die kurzfristige Stimmungen höher gewichten als langfristige Traumrenditen.

Doch nichts spricht dagegen, dass der Index noch einmal um 20 % fällt. Oder um 50 %. Es wäre nicht das erste Mal!

Als ultimativen Kaufgrund würde ich den Angst-und-Gier-Indikator also niemals einsetzen. Ebenso wenig wie irgendeinen anderen Indikator, der mir den Boden am Aktienmarkt verspricht.

Wozu auch? Wenn ich ein ultimativ attraktives Geschäftsmodell finde, ist mir die Stimmung der anderen Marktteilnehmer reichlich egal. Ich habe schon oft Aktien gekauft, obwohl mir die extreme Gier an den Märkten eigentlich davon abgeraten hatte.

Überraschung: Diese Aktien besitze ich immer noch. Sie gefielen mir damals und sie gefallen mir heute. Erst recht, nachdem einige Zyklen zwischen Angst und Gier die Kurse auf eine marktschlagende Rendite eingependelt haben.

 

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