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Morphosys-Aktie: Warum sie 21,41 % zulegt!

Digital Pharma
Foto: Getty Images

Morphosys (WKN: 663200)-Aktien sind seit Anfang 2020 nur gefallen. Bisher liegen sie schon fast 84 % unter ihrem Allzeithoch. Im Geschäftsjahr 2020 verbuchte das Unternehmen mit 328 Mio. Euro Umsatz und 98 Mio. Euro Gewinn sogar neue Rekordwerte. Doch 2021 sank der Umsatz auf 179,6 Mio. Euro und das Ergebnis fiel mit -514,5 Mio. Euro so negativ wie nie zuvor aus.

Constellation-Übernahme drückte den Kurs

Morphosys übernahm im vergangenen Jahr (2021) Constellation Pharmaceuticals, baute so sein Onkologiegeschäft aus und ging gleichzeitig mit Royalty Pharma (WKN: A2P62D) eine komplizierte Finanzierungspartnerschaft ein, die dem Markt nicht gefiel.

Die beiden hinzugewonnenen Krebsmittel Pelabresib CPI-0610 und CPI-0209 befinden sich weiterhin in der Entwicklung und besitzen Potenzial, sodass Morphosys mit ihnen später durchaus hohe Gewinne erzielen könnte. Doch zunächst verschlingen Forschung und Entwicklung viel Geld. Ob dieses Geschäft aufgeht, werden erst die kommenden Jahre zeigen.

Morphosys-Aktien profitieren vom Biogen-Erfolg

Heute (28.09.2022) zogen die Morphosys-Aktien dennoch um mehr als 21 % an. Grund ist ein Forschungserfolg des Biotechnologieunternehmens Biogen (WKN: 789617) und des japanischen Pharmakonzerns Eisai (WKN: 855526). Deren Aktien sprangen sogar um 35,76 beziehungsweise 63,4 % in die Höhe.

Biogen forscht schon seit vielen Jahren an wirksamen Alzheimer-Mitteln. Bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Doch dies ändert sich nun mit einer weltweit angelegten erfolgreichen Phase-3-Studie, an der 1.795 Menschen teilnahmen.

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Im Ergebnis verlangsamte Lecanemab über einen Zeitraum von 18 Monaten im Vergleich mit einem Placebo bei Patienten im frühen Krankheitsstadium den kognitiven Abbau um 27 %.

Eisai strebt nun in den USA bis Ende März 2023 eine Marktzulassung an und stellt in Japan und Europa ebenfalls Zulassungsanträge. Seit Juli 2022 läuft zu Lecanemab in den USA bereits ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

„Wichtig ist, dass die Studie zeigt, dass die Entfernung von aggregiertem Amyloid-Beta im Gehirn mit einer Verlangsamung des Krankheitsverlaufs bei Patienten im Frühstadium der Erkrankung verbunden ist“, so der Biogen-CEO Michel Vounatsos.

Zwar stellen die Ergebnisse einen Erfolg im Kampf gegen Alzheimer dar, doch eine Heilung ist auch mit Lecanemab nicht möglich.

Morphosys erforscht Alzheimer-Mittel

Infolge der positiven Ergebnisse zogen auch Morphosys- und Roche (WKN: 855167)-Aktien stärker an. Beide Unternehmen arbeiten ebenfalls an einem Alzheimermittel.

„Gantenerumab ist ein Anti-Amyloid-Beta-Antikörper, der für die subkutane Verabreichung entwickelt wurde. Er wird von Roche in mehreren Phase-3-Studien zur Behandlung von Menschen mit Alzheimer-Krankheit und zur Prävention von Alzheimer untersucht. Gantenerumab erhielt von der US-amerikanischen Food and Drug Administration den Status eines Therapiedurchbruchs“, heißt es auf der Morphosys-Webseite.

Im vierten Quartal 2022 wollen beide Firmen neue Forschungsergebnisse präsentieren. Gantenerumab besitzt einen ähnlichen Forschungsansatz wie Lecanemab und ist deshalb erfolgversprechend.

Doch genau genommen ist der starke Morphosys-Aktienanstieg eher Spekulation. Erst wenn das Unternehmen aussagekräftige Forschungsergebnisse vorlegen kann, wäre er gerechtfertigt.

Ein zweiter Grund, warum heute viele Aktien anzogen, ist der angekündigte Anleihenankauf der Bank of England. Er deutet wieder auf eine expansive Geldpolitik hin und stützt somit Aktien.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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