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3 Gründe, warum die Porsche-Aktie bald bis zu 30 % einbrechen könnte

Porsche
Bildquelle: Porsche.

Im Moment scheint alles super bei der neuen Porsche-Aktie zu sein. Aber der Schein könnte trügen. Hier kommen drei Gedanken zum aktuellen Lauf der Porsche AG (WKN: PAG911), die zur Vorsicht anhalten. Ich gehe deshalb davon aus, dass das Rückschlagspotenzial bis zu 30 % beträgt.

Der Zenit könnte in Kürze überschritten werden

Normalerweise blickt die Börse weit in die Zukunft, wenn sie Aktien bewertet. Mit aufwendigen Discounted-Cashflow-Modellen versuchen Analysten, den Wert der Barmittelüberschüsse der kommenden Jahrzehnte auf heute herunterzubrechen. Manchmal lassen sie sich dabei aber auch vom Hier und Jetzt treiben.

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Ein guter Lauf wird dann in die Zukunft projiziert, als ob die Bäume in den Himmel wachsen würden. Wir haben das 2021 gut bei Halbleiteraktien beobachten können. Aufgrund der Chipknappheit lief es bei den meisten exzellent. Volle Auslastung und hohe Margen ließen die Gewinne sprudeln. In diesem Jahr hat sich die Situation allerdings etwas entspannt und die Aktien haben sich halbiert.

Es ist keine gute Idee, einem Zyklushoch hinterherzulaufen“, schrieb ich dazu letzten Dezember. Was damals für Chipaktien galt, könnte heute auf Porsche zutreffen. Noch profitiert der Sportwagenbauer von dem hohen Auftragsbestand, der Inflationsangst und der allgemeinen Knappheit im Fahrzeugsektor.

All die Faktoren, die die Margen treiben, könnten sich jedoch schon bald abschwächen. Ob die Lust auf Luxus bei Rezession und steigender Arbeitslosigkeit immer noch so groß sein wird, ist fraglich. Von daher denke ich, dass sich die Aussichten im Laufe des Jahres 2023 zumindest temporär eintrüben werden. Viele Aktionäre würden wahrscheinlich verunsichert reagieren und Gewinne mitnehmen.

Mercedes-Benz bietet für weniger Geld mehr

Daneben denke ich, dass man Porsche am ehesten mit Mercedes-Benz (WKN: 710000) vergleichen muss. Der Lokalrivale verfügt ebenfalls über eine herausragende Marke und ist ähnlich im volumenstarken Luxus positioniert. Vor allem mit der Submarke AMG sucht Mercedes die direkte Konkurrenz.

Porsche mag bei Sportwagen auf größere Stückzahlen kommen, aber insgesamt ist Mercedes-Benz viel größer, wie ausgewählte Prognosezahlen für das Geschäftsjahr 2022 aufzeigen:
– Porsche: 38 Mrd. Euro Umsatz und 5 Mrd. Euro Nettogewinn bei gut 4 Mrd. Euro freiem Cashflow.
– Mercedes-Benz: 146 Mrd. Euro Umsatz und 13 Mrd. Euro Nettogewinn bei knapp 9 Mrd. Euro freiem Cashflow.

Man muss Porsche zugutehalten, dass es an der Schuldenfront deutlich besser dasteht. Dafür verfügt Mercedes-Benz aber auch über ein wertvolleres Beteiligungsportfolio und ein breiter diversifiziertes Produktportfolio.

Also wenn ich wählen müsste, würde ich mich für die Mercedes-Benz-Aktie entscheiden, weil ich dort kurz- wie langfristig mehr Wert sehe. Die Entscheidung wird dadurch weiter vereinfacht, dass sie zu den aktuellen Kursen (01.11.) eine erheblich geringere Marktkapitalisierung aufweist. Hier steht es 91 zu 62 Mrd. Euro für Porsche.

Die Konkurrenz wird härter

Bei den Verbrennern besetzt Porsche das Segment sportlicher Luxus konsequent wie keine andere Marke. Sie punktet mit legendärer Motortechnik, hochwertigen Komponenten und erstklassiger Verarbeitung, spricht aber dennoch ein breiteres Publikum an als die exklusiven Supersportwagen-Hersteller.

Aber im Zeitalter der Elektromobilität verschieben sich die Prioritäten. Die Mechanik wird mehr und mehr zum Standard. Einen Hauch von Luxus kann dank der globalen Zulieferer mittlerweile jeder bieten. Erfolgsentscheidend ist hingegen zunehmend die Digitalisierung und die Einbindung in Mobilitätslösungen.

Porsche wird all seine Engineering-Kapazitäten einsetzen, um dennoch einen Vorsprung vor den Verfolgern herauszuquetschen. Aber das wird immer schwieriger. Etablierte und aufstrebende Marken setzen immer neue Nadelstiche. Früher oder später könnten diese sich aufsummieren und zu Margendruck führen.

Neben der notorischen Tesla (WKN: A1CX3T) sind auch asiatische Marken wie etwa Nio (WKN: A2N4PB) und Genesis im Anmarsch, um das Luxussegment aufzumischen. Der Blick von Zuffenhausen nach Affalterbach genügt nicht mehr, um zu wissen, was los ist.

Porsche-Aktien müssen jetzt nicht sein

Manch ein Fondsmanager mag sich aktuell gezwungen sehen, die neue Porsche-Aktie in seine Portfolios zu packen. Wir als individuelle Investoren können frei wählen, wo wir das beste Chancen-Risiko-Verhältnis wähnen.

Vor Porsche stehen voraussichtlich in nicht so ferner Zukunft einige schwächere Quartale, nach denen die Konkurrenzsituation auch deutlich schärfer aussehen wird. Es bietet sich daher an, hier erst einmal in Ruhe von der Seitenlinie aus zu beobachten, wie sich das ganze einpendelt. Gut möglich, dass das bisherige Tief bei 80 Euro noch einmal angegriffen wird. Bis dahin gibt es bessere Investitionsgelegenheiten.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nio Inc. und Tesla.

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