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Volkswagen-Beteiligungen mit katastrophaler Entwicklung (außer Porsche)

Traton Entwickler
Bild: Traton (RIO, XLab, Christian Zingg, München)

Volkswagen (WKN: 766403) gibt fast monatlich eine Beteiligung bekannt. Meistens dreht es sich dabei um Energie, Batterien, Autonomie und Ladetechnik. Dafür hat der Konzern in den letzten Jahren viele Milliarden ausgegeben. Schließlich entscheidet sich an dieser Front, wer bei der Elektromobilität ganz vorne mitspielt.

Zuletzt war jedoch ein gewaltiger Wertverlust zu beobachten, der auch auf die Bilanz durchschlägt. Grund zur Sorge für Anleger? Lasst uns das genauer ansehen.

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Beteiligungen haben großen Einfluss auf die Bilanz

Im jüngsten Quartalsbericht war von einer Wertberichtigung auf Argo AI in Höhe von 1,9 Mrd. Euro zu lesen. Das Joint Venture für Technologien rund um das autonome Fahren wird aufgelöst. In der Gewinn- und Verlustrechnung sehen wir dies im „übrigen Finanzergebnis“.

Die Nutzfahrzeugtochter Traton (WKN: TRAT0N) wiederum hat Navistar International vollständig übernommen. Während sie damit der Weltmarktführerschaft ein Stück näher kommt, konnte der Deal den Kursverfall nicht aufhalten. Seit Sommer 2019 hat die Marktkapitalisierung etwa die Hälfte und damit rund 7 Mrd. Euro eingebüßt. Die 90-%-Beteiligung sorgte somit für eine Reduzierung des wirtschaftlichen Eigenkapitals von VW im Bereich von 6 Mrd. Euro.

Schon an diesen beiden Beispielen erkennt man, dass es hier um zweistellige Milliardenbeträge geht. Immerhin scheinen sich die Investitionen in die Batteriepartner Gotion und Freyr Battery (WKN: A3CT9J) bisher durchaus gelohnt zu haben. Auch dort hat VW große Summen im Feuer. Bei zwei anderen Beteiligungen ging es zuletzt steil bergab.

QuantumScape: Talfahrt nach dem Hype

Wie kommen Menschen darauf, einen Entwickler von Batteriezellen, der auf viele Jahre hinaus praktisch keine Umsätze schreiben würde, mit zig Mrd. US-Dollar zu bewerten? Genau das ist jedoch vor etwa zwei Jahren passiert bei der Aktie von QuantumScape (WKN: A2QJX9).

Natürlich konnte man sich ein Szenario ausmalen, wo QuantumScape mit seiner neuartigen Festkörpermaterialtechnik den globalen Markt dominiert und Milliardengewinne schreibt. Auf dem Weg dorthin wären dennoch zunächst Milliardeninvestitionen erforderlich gewesen. Es ergab einfach keinen Sinn, zumal auch eine große Reihe von Rivalen starke Entwicklungen in der Pipeline haben.

Die eine dominante Batterie wird es nie geben. Dafür sind die Anforderungen je nach Anwendungsfall einfach zu unterschiedlich. Keine kann in allen Disziplinen der Beste sein. Und das scheint nun auch Mr. Market zu verstehen. Allein in den letzten zwölf Monaten ging es rund drei Viertel nach unten mit dem Kurs.

Vor einigen Tagen hat QuantumScape auch ein neues Zellformat vorgestellt, das die gute Packbarkeit von prismatischen Zellen mit der Flexibilität von Pouchzellen verbindet. Außerdem streckt das Unternehmen die Fühler zu Herstellern von Unterhaltungselektronik aus, um sich nicht vom Automobilsektor abhängig zu machen.

Sobald die Tests mit Pilotkunden die Überlegenheit und Reife der Batterieplattform belegen, soll die Massenfertigung hochgefahren werden. Ob der erste Standorte aber wirklich in Deutschland sein wird, wie von Großaktionär Volkswagen ursprünglich geplant, ist derzeit unsicher angesichts der anhaltenden Energiekrise, zumal in den USA jetzt auch großzügige öffentliche Fördergelder abgreifbar wären.

Wie auch immer: Schon jetzt ist klar, dass es Volkswagen nicht gelungen ist, den Weg zur Marktreife wesentlich zu beschleunigen. Das Ergebnis kann man am Kursverlauf ablesen. Mit 3,6 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung ist QuantumScape dennoch weiterhin kein Leichtgewicht. Hier hat VW trotz seiner Minderheitsbeteiligung wohl einen dreistelligen Millionenbetrag verloren.

TuSimple: Ein Selbstläufer wäre einfach zu einfach gewesen

Nicht weniger krass ist der Kursverfall von TuSimple (WKN: A2QSNY), das sich auf die Entwicklung von selbstfahrenden Trucks und den Aufbau entsprechender Speditionsnetzwerke konzentriert. Durch die klare Ausrichtung auf einen vereinfachten Anwendungsfall sollte TuSimple in der Lage sein, früher als ambitioniertere Robotaxi-Mitbewerber die Marktreife zu erreichen.

Das machte die Aktie interessant, auch für Navistar und Traton, die eng mit TuSimple kooperieren. Nun ist die Aktie seit Jahresbeginn um mehr als 90 % im Minus. Von einer Größenordnung von 10 Mrd. US-Dollar blieben nur noch 640 Mio. US-Dollar übrig. Das macht sich auch deutlich bei Tratons Minderheitsbeteiligung bemerkbar und schlägt auf VW durch.

Schuld daran sind Turbulenzen im Vorstand. Es Xiaodu Hou habe einen Technologietransfer aus den USA nach China betrieben. Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden nehmen deswegen TuSimple ins Visier. Plötzlich befindet sich VW mitten in einem Krimi. Das hatten sich die Verantwortlichen ganz anders vorgestellt.

Nach dem Rückzug bei Argo AI müssen vielleicht auch die Ambitionen bei den selbstfahrenden Trucks zurückgeschraubt werden. Aus dem potenziellen Milliardengeschäft würde so ein weiteres Milliardengrab. Man wird sehen, wie genau sich VW künftig beim Thema Autonomie konzernweit aufstellt.

Das Risiko ist auch eine Chance

Kursverluste von Beteiligungen sind nicht schön. Bei VW kommen schnell Milliardenbeträge zusammen, wenn es irgendwo nicht so gut läuft wie erhofft. Das gilt allerdings auch andersherum. Sollte eine der größeren Beteiligungen einen guten Lauf haben, dann sind auch kräftige Extragewinne im Milliardenbereich möglich, wie wir aktuell beim Lauf der Porsche AG (WKN: PAG911) beobachten können.

Im Moment sind viele Aktien von Wachstumsunternehmen weitaus günstiger als noch vor einigen Monaten. Auch QuantumScape und TuSimple könnten durchaus noch positiv überraschen in den kommenden Jahren. Sollten die beiden strategischen Partner der VW-Gruppe dabei helfen, künftig ihren Marktanteil zu behaupten, dann sind die aktuellen Kursturbulenzen gut verkraftbar.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Volkswagen AG.

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