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Aktien-Hypes: Was wir aus vergangenen Blasen lernen können

Achterbahnfahrt
Foto: Getty Images

Die Bildung und das Platzen von Blasen sind so alt wie der Finanzmarkt selbst. Schließlich werden diese durch universelle menschliche Emotionen wie Gier und Angst verursacht. Die berühmte Tulpenblase platzte bereits im Jahr 1637. Zwischenzeitlich war eine Tulpenzwiebel so viel wert wie ein Haus in Amsterdam. Schauen wir auf weitere Hypes, ihre Gemeinsamkeiten und was wir als Anleger daraus lernen können.

Ein Rückblick auf diverse Hypes

Ab Mitte der 1990er-Jahre eroberte das Internet unsere Welt. Die Anzahl der weltweiten Internetnutzer stieg vom Jahr 1995 bis 2000 um den Faktor 19. Unternehmen, die ihr Geschäft auf das Internet ausrichteten, schossen wie Pilze aus dem Boden und wurden in Anbetracht des immensen Wachstumspotenzials zu extremen Bewertungen gehandelt. Die hohen Erwartungen erfüllten sich in den meisten Fällen nicht. Ab dem Jahr 2000 platzte die Blase. Viele Unternehmen rutschten in die Insolvenz, viele weitere Aktien erholten sich nie wieder von dem Absturz. Einige wenige Aktien (wie Amazon oder Bechtle) profitierten jedoch von der langfristigen Wachstumsgeschichte des Internet.

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Springen wir einige Jahre weiter in das Jahr 2013. Das Thema 3D-Druck boomte zu der Zeit. Es gab Vorstellungen davon, dass bald fast jeder Privathaushalt einen 3D-Drucker besitzen könnte und sich selbst Geschirr, Schuhe oder Kontaktlinsen drucken würde. Entsprechend explodierten die Aktienkurse von 3D-Druck Unternehmen. Die Aktie von 3D Systems stieg zum Beispiel von Ende 2011 bis Ende 2013 um den Faktor 9. Schließlich stellte sich heraus, dass sich kaum eine Privatperson einen 3D-Drucker kaufte. Stattdessen wurde 3D-Druck von Unternehmen genutzt, um Muster und Prototypen herzustellen. Die Blase am Aktienmarkt platzte. Der Aktienkurs von 3D Systems stürzte um über 90 % ab, stieg im Zuge der allgemeinen Börseneuphorie Anfang 2021 noch einmal stark an und steht heute ungefähr wieder dort, wo er Ende 2011 stand.

Auch in den letzten Jahren gab es ähnliche Entwicklungen. Sei es bei Cannabis-Aktien, bei Wasserstoff-Aktien oder bei Unternehmen, die sich auf pflanzliche Ernährung spezialisiert haben.

Gemeinsamkeiten der Blasen und Erkenntnisse

Das Muster der Hypes ist immer ähnlich. Eine neue Technologie (bzw. im Falle von Cannabis veränderte rechtliche Rahmenbedingungen) verspricht, die Welt zu verändern. Anleger springen begeistert auf den Zug auf und treiben die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen in luftige Höhen. Dabei spielen harte Zahlen, Fakten und Bewertungen kaum eine Rolle. Stattdessen wird an eine Geschichte geglaubt und in eine rosige Zukunft investiert. Innerhalb kurzer Zeit stark steigende Aktienkurse werden als Bestätigung wahrgenommen und treiben die Kurse weiter an, bis die Blase schlussendlich platzt.

Ich finde es wichtig festzuhalten, dass das Platzen der Blase nichts damit zu tun hat, dass sich die neue Technologie nicht durchsetzen wird. Das Internet ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Es werden heute so viele 3D-Drucker vertrieben wie nie zuvor. Auch Wasserstoffantrieb oder pflanzliche Ernährung dürften langfristige Wachstumstrend sein.

Das Problem für uns Aktionäre ist vielmehr, dass einerseits in den hohen Bewertungen schon so viel zukünftiges Wachstum antizipiert wird und es andererseits sehr schwer abzuschätzen ist, welche Unternehmen sich langfristig durchsetzen werden. Es gab Dutzende Onlinehändler beim Platzen der Dotcom-Blase, aber nur ein Amazon.

Wer das hohe Risiko, auf ein „falsches Pferd“ zu setzen, reduzieren möchte, hat mehrere Optionen. Zuallererst könnte man den Hype schlicht meiden, bis klarer wird, ob es sich um eine langfristige Erfolgsgeschichte handelt und welche Unternehmen führend sind. Wer „erst“ im Jahr 2007 (also zehn Jahre nach dem Börsengang) Aktien von Amazon kaufte, hat heute immer noch einen 60-Bagger im Depot. Möchte man jedoch unbedingt jetzt schon investieren, könnte man, statt auf eine bestimmte Wasserstoff-Aktie zu setzen, in einen Korb von Aktien oder noch einfacher in einen Wasserstoff-ETF investieren. Oder man könnte auf etablierte Unternehmen wie Linde setzen, die ebenfalls vom Aufstieg der Wasserstofftechnologie profitieren werden, aber von einem möglichen Platzen der Blase deutlich weniger stark betroffen wären.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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