Value-Aktien vs. Growth-Aktien: Welche Strategie ist besser?

So stellen wir uns die Entwicklung von Gewinnen und Aktienkursen an der Börse vor.
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Value-Aktien und Growth-Aktien sind zwei weit verbreitete Anlagestrategien in der Welt der Aktieninvestments. Beide Ansätze verfolgen das Ziel, den Anlegern Rendite zu verschaffen, aber auf sehr unterschiedliche Weise. 

Value-Strategie: Fokus auf unterbewertete Aktien

Die Value-Strategie zielt darauf ab, unterbewertete Aktien zu kaufen. Sie ergibt sich meist aufgrund einer vorübergehenden Schwäche des Unternehmens und führt dazu, dass die Aktie unterhalb ihres inneren Wertes gehandelt wird. 

Beliebte Kennzahlen für den ersten Blick sind hier das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Je niedriger beide Werte sind, desto günstiger erscheint eine Aktie.

Growth-Strategie: Wachstum steht im Vordergrund

Im Gegensatz dazu sucht die Growth-Strategie nach Unternehmen mit starkem Wachstum bzw. Wachstumspotenzial. Die Umsatzwachstumsraten haben also mehr Gewicht in der Analyse. 

Tendenziell sind Growth-Aktien hoch bewertet. Hier wird also jede Menge Zukunftspotenzial gehandelt. Als Wertmaßstab wird dabei häufig der Umsatzmultiplikator herangezogen, da diese Aktien häufig keine Gewinne erzielen oder noch nicht ihre volle Ertragskraft erschlossen haben.

Welche Strategie ist besser?

Die Frage, welche Strategie besser ist, ist ein viel diskutiertes Thema unter Anlegern und Analysten. Einige argumentieren, dass Value-Aktien die bessere Wahl sind, da sie aufgrund ihrer unterbewerteten Natur potenziell mehr Raum für Rendite bieten.

Andere wiederum halten an der Growth-Strategie fest und argumentieren, dass diese Unternehmen aufgrund ihres starken Wachstumspotenzials die Zukunft des Marktes darstellen.

Beispiele gefällig?

Ein Beispiel für eine Value-Aktie ist die Deutsche Telekom (WKN: 555750) – ein deutsches Telekommunikationsunternehmen, das seit mehreren Jahrzehnten am Markt tätig ist. 

In Deutschland ist der Ex-Monopolist Marktführer. Aber auch in anderen Ländern hat die Deutsche Telekom eine bedeutende Präsenz aufgebaut. Beispielsweise in Amerika, wo die Tochter T-Mobile US (WKN: A1T7LU) den zweitgrößten Mobilfunkkonzern in den USA stellt – mit entsprechenden Wachstumsperspektiven. 

Die Deutsche Telekom wird derzeit aber nur mit einem erwarteten KGV von etwa 12,8 gehandelt (Stand: 21.2.23, Morningstar), was im Vergleich zu anderen Telekommunikationsunternehmen mit gleichen Wachstumsperspektiven und Assets relativ günstig sein könnte. 

Telsa-Aktie: Growth vom Feinsten

Ein Beispiel für eine weltbekannte Growth-Aktie ist Tesla (WKN: A1CX3T). Dabei handelt es sich um ein US-amerikanisches Unternehmen, das sich auf Elektrofahrzeuge, Energie- und Solarprodukte spezialisiert hat.

Tesla hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum verzeichnet, insbesondere aufgrund der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sowie der zunehmenden Akzeptanz erneuerbarer Energien. Das Umsatzwachstum lag zuletzt – im vierten Quartal 2022 – bei 37 %. Dennoch sieht Tesla-Chef Elon Musk das Potenzial, in den kommenden Jahren mit jährlichen Raten um die 50 % zu wachsen.

Obwohl Tesla im Vergleich zu anderen Automobilherstellern ein höheres KGV aufweist (das erwartete KGV liegt bei 52), sehen viele Analysten aufgrund der starken Marktpositionierung im Boom-Markt Elektromobilität ein großes Potenzial für zukünftiges Wachstum.

Fazit

Letztendlich hängt die Wahl zwischen Value- und Growth-Aktien von den Anlagezielen, der Risikotoleranz und anderen individuellen Faktoren ab.

Anleger, die auf der Suche nach langfristigem Wachstumspotenzial sind, können möglicherweise auf Growth-Aktien setzen.

Auf der anderen Seite können Anleger, die stabile und regelmäßige Dividendenzahlungen bevorzugen, möglicherweise Value-Aktien bevorzugen.

Dabei ist es mit jeder Strategie grundsätzlich möglich, eine angemessene Rendite für das zugehörige Risiko zu erzielen. Eine Garantie gibt es jedoch nicht.

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Frank Seehawer besitzt Aktien der Deutschen Telekom. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Tesla.



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