-30 % und mehr in diesem Jahr: Diese 3 abgestürzten Aktien sind jetzt interessant

Rote Luftballoons mit der Aufschrift Sale und Prozentzeichen.
Foto: Polina Tankilevitch via Pexels

Schaut man auf die großen Indizes bekommt man den Eindruck, dass das Jahr 2023 bisher ein gutes Börsenjahr war. Der DAX notiert 5 % höher als zu Jahresbeginn, der S&P 500 steht 9 % im Plus und beim Nasdaq liegt der Kursgewinn sogar bei 30 % (Stand aller Angaben: 26.10.2023). Viele Aktien aus der zweiten Reihe schnitten jedoch deutlich schlechter ab. Wie die folgenden drei Aktien. Die Kurse fielen trotz einer soliden operativen Entwicklung im Jahr 2023 um mehr als 30 % und könnten heute schöne Einstiegsgelegenheiten bieten.

Die Aktie des Medizintechnikkonzerns Carl Zeiss Meditech fiel um 37 %

In den vorherigen Jahren kannte die Aktie von Carl Zeiss Meditech (WKN: 531370) nur eine Richtung: Aufwärts. Im Jahr 2009 notierte der Aktienkurs noch bei 10 Euro und erreichte im September 2021 sein Allzeithoch von beinahe 200 Euro. Seitdem ging es allerdings bergab auf nun 74 Euro.

Operativ lässt sich diese Entwicklung kaum erklären. Denn die Umsätze und Gewinne mit den Produkten in den Bereichen Augenheilkunde und Mikrochirurgie stiegen bis zum Jahr 2020 kontinuierlich. Die Coronapandemie führte im Jahr 2020 zu einem Verschieben von Routine-Untersuchungen und Operationen und ließ das operative Geschäft kurzfristig schrumpfen. Seitdem geht es jedoch wieder deutlich aufwärts. In den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres stieg der Umsatz um 13 %, das Ergebnis je Aktie um 7 %. Damit scheint mir Carl Zeiss Meditech auf einem guten Weg das Rekordergebnis aus dem Vorjahr noch einmal zu übertreffen.

Ich erwarte eine Fortsetzung dieser langfristigen Erfolgsgeschichte. Denn das Unternehmen zählt in seinen Nischen zu den weltweit führenden Unternehmen und investiert 15 % seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung, damit das so bleibt. Die digitale Transformation des Gesundheitswesens sowie eine weltweit alternde Bevölkerung spielen Carl Zeiss Meditech zusätzlich in die Karten. Das KGV von 22 scheint mir günstig.

Encavis: Solides Geschäftsmodell, schwache Aktienkursentwicklung

Der Betreiber von Solaranlagen und On-Shore-Windparks Encavis (WKN: 609500) hat turbulente Zeiten hinter sich. Im Jahr 2022 explodierten Umsatz (+39 %) und operatives EBIT (+33 %) aufgrund kriegsbedingt hoher Strompreise in Europa sowie guter Wetterbedingungen. Im aktuellen Jahr hat diese Sonderkonjunktur nachgelassen – entsprechend stagnierte der Umsatz im ersten Halbjahr 2023, das operative EBIT fiel um 15 %. Als Konsequenz notiert der Aktienkurs heute 33 % tiefer als zu Jahresbeginn.

Blendet man diese Sondereinflüsse aus, läuft es operativ jedoch weiterhin gut. Die Erzeugungskapazität stieg auch im ersten Halbjahr 2023 weiter. Das Portfolio wird stetig erweitert – zuletzt zum Beispiel um Solarparks in Dänemark und Spanien sowie einen Windpark in Schleswig-Holstein.

So soll die Erzeugungskapazität bis zum Jahr 2027 um den Faktor 2,5 steigen und damit das langfristige operative Wachstum weiter antreiben. Denn die Nachfrage nach grünem Strom ist hoch und dürfte weiter steigen. Gemessen an diesen Aussichten und den zweistelligen Wachstumsraten der letzten Jahre finde ich das KGV von 21 nicht zu hoch.

Dividendenaristokrat mit 31 % Kursrückgang in 2023: NextEra Energy

Die Aktie des US-Energieversorgers NextEra Energy (WKN: A1CZ4H) hat sich langfristig toll entwickelt. Auf Sicht von zehn Jahren steht ein Kursplus von 156 % (19 % besser als der S&P 500). Stetig steigende Dividenden (aktuelle Dividendenrendite: 3,3 %) kommen da noch on top.

Im aktuellen Jahr läuft es hingegen weniger gut. Die Aktie stürzte im Jahr 2023 um 31 % ab. Der Grund dafür dürften die deutlich gestiegenen Zinsen sein. Da das Unternehmen hoch verschuldet ist und der geplante starke Ausbau der Kapazitäten zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien weiteres Kapital benötigt, treffen die höheren Finanzierungskosten NextEra Energy.

Im dritten Quartal 2023 entwickelte sich das Geschäft jedoch weiterhin gut. Das angepasste Gewinnwachstum je Aktie von 11 % wurde sowohl von dem herkömmlichen Geschäft als Stromversorger sowie von dem stark wachsenden Bereich der erneuerbaren Energien getragen. Insgesamt sehe den Konzern unverändert stark positioniert, um von dem langfristigen Rückenwind im Bereich grüner Energie zu profitieren. Das KGV von 27 scheint mir fair.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Encavis und NextEra Energy. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von NextEra Energy.



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