Deutsche Bank oder Commerzbank: Das ist jetzt mein Top-Favorit!

Ein Sonnenuntergang über der Metropole Frankfurt
Foto: David Mark via Pixabay

Deutsche Bank oder Commerzbank? Die Entscheidung, in welche Bankaktien investiert werden soll, kann für Anleger eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Vor allem die Deutsche Bank (WKN: 514000) und die Commerzbank (WKN: CBK100) sind im deutschsprachigen Raum sehr präsent und kommen als Investitionsentscheidung in Frage. 

Beide Banken sind wichtige Akteure im deutschen Finanzsektor, doch welche Aktie bietet langfristig das größere Potenzial? Genau dieser Frage möchte ich nachgehen und einen Blick auf die Geschäftsmodelle, Wachstumsaussichten und Bewertungen der Deutschen Bank und der Commerzbank werfen. Mal sehen, welche Aktie die Nase vorn hat.

Deutsche Bank: Bad Boy der Finanzindustrie

Als eine der größten und bekanntesten Banken Deutschlands verfügt die Deutsche Bank über ein breites Geschäftsmodell, das vom Investmentbanking über das Privatkundengeschäft bis hin zur Vermögensverwaltung reicht. 

Diese breite Aufstellung sollte eigentlich ein Zeichen von Sicherheit und Stabilität sein. Die Vergangenheit zeigt jedoch ein anderes Bild. Immer wieder kam es zu Skandalen, etwa um faule US-Hypotheken im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2008/2009 oder um den Libor- und Euribor-Skandal. Greenwashing, russische Geldwäsche oder Geschäftsbeziehungen zu Jeffrey Epstein runden die lange Liste ab.

Man könnte meinen, die Banker der Deutschen Bank seien die Bad Boys der Branche. Der Aktienkurs hat seit der Finanzkrise 2008/2009 fast 90 % seines Wertes verloren.

Trotz einiger Herausforderungen in der Vergangenheit strebt die Deutsche Bank nach nachhaltigem Wachstum und einer Stärkung ihrer Position im internationalen Bankenmarkt. Mehrere CEOs sind an dieser Aufgabe gescheitert. Der jetzige, Christian Sewing, könnte jedoch Glück haben.

Vor allem der rasante Anstieg des Zinsniveaus könnte ihm dabei helfen. Mit einem Vorsteuergewinn von 5 Mrd. Euro in den ersten neun Monaten 2023 konnte die Bank endlich wieder Stärke zeigen.

Die Wachstumschancen der Deutschen Bank liegen vor allem in der globalen Expansion, insbesondere in den Emerging Markets. Durch eine verstärkte Fokussierung auf digitale Lösungen und Technologien will die Bank zudem ihre Effizienz steigern und die Kostenstruktur optimieren. 

Die erwartete Dividendenrendite von 2,8 % (Stand: 19.11.23, Morningstar) signalisiert zudem einen gewissen Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Branchenakteuren. Mittelfristig könnte sie sogar auf über 5 % steigen.

Die Deutsche Bank-Aktie ist derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 4,8 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 0,31 attraktiv bewertet und könnte damit sogar unterbewertet sein. Allerdings war die Bank historisch immer niedrig bewertet.

Das hat jedoch Gründe, denn viele Investoren sind skeptisch gegenüber den Vermögenswerten der größten deutschen Bank. Ein Konjunktureinbruch oder eine Finanzkrise könnten die Frankfurter hart treffen.

Commerzbank: Dank Zinswende wieder auf Erholungskurs

Im Gegensatz zur Deutschen Bank konzentriert sich die Commerzbank stärker auf das Privatkundengeschäft und den deutschen Mittelstand. Das Geschäftsmodell der Commerzbank ist auf Kundennähe ausgerichtet. Die Bank setzt dabei verstärkt auf digitale Innovationen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bei einer schärferen Konsolidierung der europäischen Bankenlandschaft könnte sie aber ins Hintertreffen gelangen.

Die Wachstumstreiber der Commerzbank liegen vor allem im deutschen Markt. Durch eine starke Verankerung im Mittelstand und die Forcierung digitaler Banklösungen will die Commerzbank ihre Marktanteile ausbauen und eine nachhaltige Ertragsentwicklung sicherstellen. 

Aber auch im übrigen Europa gibt es spannende Geschäftsmöglichkeiten. In Polen waren die Frankfurter mit der mBank in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Doch der Erfolg wurde mit milliardenschweren Rückstellungen für die Tochter bezahlt.

Der Hintergrund: Die polnische Tochter hatte Immobilienkredite in Schweizer Franken vergeben. Nach der Abwertung des Zloty erlitten die Kunden jedoch hohe Verluste. Es kam zum Rechtsstreit.

Wie auch immer: Die in der Finanzkrise 2008/2009 vom deutschen Staat gerettete Bank glänzt trotz einiger Probleme wieder mit einem guten Einlagengeschäft, das von den stark gestiegenen Zinsen profitiert. In den ersten neun Monaten konnte das Konzernergebnis auf 1,8 Mrd. Euro fast verdoppelt werden.

Dennoch ist die Commerzbank-Aktie mit einem erwarteten KGV von 6,5 immer noch günstig bewertet. Das KBV liegt bei 0,42, die erwartete Dividendenrendite bei 1,9 % (Stand: 19.11.23, Morningstar).

Auch hier könnte noch Luft nach oben vorhanden sein. Nicht nur, dass ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 600 Mio. Euro beantragt wurde, auch die Dividendenzahlungen könnten deutlich steigen.

Finale Entscheidung

Die Entscheidung zwischen der Aktie der Deutschen Bank und der Aktie der Commerzbank fällt letztlich nicht leicht und hängt von verschiedenen Faktoren ab, zu denen natürlich auch die individuelle Risikobereitschaft und die langfristigen Anlageziele gehören. Doch starten wir einen objektiven Versuch:

Die Deutsche Bank bietet mit einem niedrigen KGV und einem attraktiven KBV Potenzial für Anleger, die auf Wertsteigerung setzen. Die Commerzbank hingegen könnte mit ihrer Fokussierung auf den deutschen Markt und ihrer konservativen Geschäftsstrategie Anleger ansprechen, die Stabilität und Dividendenrendite suchen. Es handelt sich hier möglicherweise um eine Wette auf eine starke deutsche Wirtschaft.

Wenn keine größeren Krisen auf die Institute zukommen, könnten die Dividendenrenditen schnell in Richtung 5 % steigen, wobei auch hier die Deutsche Bank die Nase vorn haben könnte.

Für mich wäre daher die Deutsche Bank im heutigen Duell die bessere Aktie – auch weil die internationale Aufstellung aus meiner Sicht im aktuellen Umfeld von Vorteil sein könnte.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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