So wahrscheinlich ist jetzt eine Korrektur oder ein Crash am Aktienmarkt

Der Bulle und der Bär stehen an der Börse für steigende und fallende Kurse.
Foto: 3D Animation Production Company via Pixabay

Lieber Aktiensegler,

ein Crash oder eine Korrektur am Aktienmarkt ist jederzeit möglich. Oder eben auch nicht. Eigentlich existieren nur diese zwei Optionen bei der Beantwortung dieser Frage. Und um das vorab noch einmal zu verdeutlichen: Ich bin weder ein Crash-Prophet noch besitze ich eine magische Glaskugel, mit der ich in die Zukunft schauen kann.

Schade eigentlich! Aber ich möchte trotzdem einige interessante Fakten und Ideen mit dir teilen. Sie dürften dir ein Gespür dafür liefern, wie wahrscheinlich jetzt eine Korrektur oder ein Crash ist. Wobei Wahrscheinlichkeiten niemals Sicherheiten sind.

Crash & Korrektur: Der Blick in die Börsenstatistik

Wir können die Beantwortung dieser Frage von vielen Seiten aus betrachten. Meine erste Idee wäre: Wir schauen in die Statistik. Eine Korrektur am Aktienmarkt ist überaus wahrscheinlich. Rein statistisch tritt sie, so mein letzter Wissensstand, ca. alle 1,86 Jahre auf. Ein Wert, der sich von Monat zu Monat leicht verändern mag. Wir können jedoch sagen: Rund alle zwei Jahre sollten wir mit einer Korrektur von ca. 10 % mit Blick auf den gesamten Aktienmarkt rechnen.

Das ist … nicht gerade wenig. Die positive zweite Nachricht ist: Eine deutlich tiefere Korrektur von ca. 20 % tritt alle vier bis fünf Jahre auf. Um 30 % korrigiert ein Aktienmarkt im Durchschnitt einmal pro Jahrzehnt. Das ist also deutlich seltener. In sehr wenigen Fällen kann der Aktienmarkt auch um 50 % oder mehr korrigieren. Rein statistisch tritt das ca. zwei bis drei Mal im Jahrhundert auf. So weit zu den Basics.

Wir sehen also: Eine Korrektur oder ein Crash sind möglich. Sie gehören zum Aktienmarkt dazu, besitzen sogar eine gewisse Regelmäßigkeit. Trotzdem beantwortet das nicht die Frage, wie wahrscheinlich ein abstrakter Einbruch in welcher Höhe auch immer zum jetzigen Zeitpunkt gerade ist.

Was macht der Markt eigentlich gerade?

Ein gutes Gespür für die aktuelle Marktlage ist vielleicht etwas hilfreicher. Doch was sehen wir da? Einen Dow Jones, der mit der Marke von 40.000 Punkten flirtet. Einen DAX, der auf über 18.000 Zähler geklettert ist. Viele Aktienmärkte, die eher am Rekordhoch notieren. Macht das eine Korrektur oder einen Crash wahrscheinlicher? Nicht unbedingt.

DAX, S&P 500 und Dow Jones sind in den 2010er-Jahren von Hoch zu Hoch geeilt, unterbrochen von kleineren Einbrüchen. Aber in Summe war es ein historisch überaus erfolgreicher Zeitraum. Außerdem besitzt der Markt Indikatoren, die für steigende und für fallende Kurse sprechen könnten.

Die Inflation wird beispielsweise spürbar geringer. Dadurch könnten die Zinsen sinken. Auf der Kehrseite ist das Wirtschaftswachstum vielerorts langsam, Konflikte und sogar Kriege werden häufiger. Das sind Faktoren, die Unsicherheit schüren. Wenn du mich fragst, gibt es daher gute Wahrscheinlichkeiten für eine Korrektur und einen Crash. Oder auch dagegen.

Korrektur, Crash & Co.: Nicht wahrscheinlich. Alltäglich.

Die für mich beste Antwort lautet daher: Ein Crash oder eine Korrektur sind nicht wahrscheinlich. Zumindest statistisch nicht. Sie sind jedoch alltäglich. Zum Markt gehören volatile Phasen und Bereinigungen dazu. Als Buy-and-Hold-Investoren sollten wir jedoch nicht versuchen, unsere Kauf- und Verkaufsentscheidungen von solchen Fragen abhängig zu machen. Es könnte einfach jederzeit passieren. Es wird im Laufe der Zeit irgendwann passieren.

Deshalb sollten wir uns vorbereiten. In Aktien investieren, die wir auch in Crash und Korrekturen halten wollen. Sowie etwas Cash auf der hohen Kante halten, um zu günstigeren Konditionen nachkaufen zu können. Das ist es für mich, worum es eigentlich geht: Investitionsentscheidungen treffen, die Marktphasen überdauern. Egal ob es eine Rallye, eine Korrektur oder eine Seitwärtsphase ist.

Auf solche Investitionsentscheidungen,

Vincent Uhr

Chefredakteur Aktienwelt360

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