Warren Buffett: War sein Rücktritt der 347 Mrd. US-Dollar Masterplan?

Nahaufnahme des weltbekannten Investors Warren Buffett
Foto: The Motley Fool

Warren Buffett tritt als CEO von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) zum Ende des Jahres zurück. Mit ihm endet eine Ära. Aber mit Greg Abel steht bereits sein Wunschkandidat für die zukünftige Leitung seines Konglomerats bereit. Ob es dazu kommen wird? Ich wage mal die nicht so ganz abwegige Wette: Bestimmt.

Nach dieser bedeutenden Neuigkeit kam bei mir eine Frage auf: War sein Rücktritt bereits sein Masterplan? Immerhin hat er 347 Mrd. US-Dollar in Cash per Ende des letzten Quartals gehortet. Viel Geld, auf das sein Nachfolger zurückgreifen kann. Aber ist das Absicht? Oder bloß Zufall zum Ende seiner bemerkenswerten Laufbahn?

Warren Buffett: Vielleicht sein Masterplan … ?!

Lass uns daher einmal unsere Gedanken schweifen lassen und die Ausgangslage erörtern. Fest steht jedenfalls, dass Warren Buffett großangelegte Veränderungen langfristig plant. Er hat Abel bereits im Jahre 2021 als seinen Nachfolger aufgebaut. Zudem informiert er uns als Investoren nun ebenfalls frühzeitig über sein Karriereende bei Berkshire Hathaway. Dazu könnte es theoretisch passen, dass er seinem Nachfolger ausreichende Mittel mit auf den Weg geben möchte.

Hm. Aber Buffett zu unterstellen, dass er die 347 Mrd. US-Dollar für diese Hauptversammlung im Jahre 2025 bewusst aufgebaut hat? Ehrlich gesagt: Das geht mir alleine ein wenig weit. Wahrscheinlicher ist für mich hier eher, dass er für seinen Nachfolger auf welche Art auch immer eine Vorbereitung treffen wollte. Mit über 90 Jahren, im Sommer wird er immerhin 95 Jahre alt, hätte es auch zu gesundheitlichen Problemen kommen können. Es ist daher für mich eher wahrscheinlich, dass er keine größeren Schritte mehr wagen wollte, um seinem Nachfolger Handlungsspielraum einzuräumen.


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Dazu könnte theoretisch auch passen, dass Warren Buffett zuletzt seine größeren und für ihn typischen Wetten ein wenig abgebaut hat. Sein Aktienpaket an Apple wurde reduziert. Genauso wie jenes von der Bank of America. Möglicherweise hat er daher das Ende seiner Ära mit einer gewissen Weitsicht eingeläutet. Und dafür Sorge getragen, dass seinem Nachfolger die Hände nicht gebunden sind.

Vielleicht auch eher ein beiläufiges Ergebnis

Trotzdem gibt es für mich Zweifel. Der Tod von Charlie Munger dürfte für Warren Buffett ebenfalls ein einschneidendes Ereignis gewesen sein, das seine Laufbahn abrupt veränderte. Seine Cash-Vorbereitungen lagen teilweise jedoch deutlich vor diesem Zeitpunkt. Daher sehe ich hier eine gewisse Asynchronität.

Außerdem denke ich, dass Warren Buffett keinen Cash-Aufbau um jeden Preis forciert hätte. Wenn er etwas Interessantes und eine günstige Chance wie Apple im Jahre 2016 gesehen hätte, wäre eine größere Position wohl aufgebaut worden. Eine Notwendigkeit für Cash für seinen Nachfolger wäre in seiner Prio-Rangliste wohl eher auf dem zweiten Platz geblieben.

Selbst für die Verkäufe einzelner Positionen mag es andere Gründe geben. Eine sich verändernde Steuerlandschaft oder auch weniger Optimismus bei den zuvor hohen Kursen können wir heranziehen. Für mich spricht daher vieles dafür, dass es eine leichte Tendenz zu Cash für seinen Nachfolger gegeben hat. Aber keinen jahrelangen Masterplan, den der Starinvestor abgearbeitet hat.

Greg Abel kann als neuer Warren Buffett überzeugen

Es gibt allerdings einen spannenden Aspekt: Greg Abel hat nun die Chance, mit 347 Mrd. US-Dollar seine Qualitäten als neuer Warren Buffett auszuspielen. Ihm sind nicht die Hände gebunden. Möglicherweise werden auch Ted Weschler und Todd Combs mehr Mittel erhalten, die sie an der Börse investieren können.

Mit Warren Buffett endet daher zweifellos eine grandiose Ära für Berkshire Hathaway und seine Investoren. Aber es gibt auch neue Chancen. Vor allem mit diesen hohen liquiden Mitteln und dem zeitlosen Fundament, das der Starinvestor errichtet hat.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway.



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