Nemetschek-Aktie: Diese Zahlen sind der Wahnsinn!

Illustration einer beeindruckenden Skyline, die sich spiegelt
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Ein währungsbereinigtes Wachstum der wiederkehrenden Umsätze (ARR) von 38,7 %: Das ist der Wahnsinn! Die Börse ist begeistert und schickt die Nemetschek-Aktie (WKN: 645290) weiter in Richtung Allzeithochs. Vor drei Monaten haben wir allerdings auch ein paar Schönheitsfehler in den Quartalszahlen gefunden. Ist es dieses Mal genauso?

Nemetschek im Glück

Nun, unbereinigt sind es 35,1 %. Und der Umsatz stieg um 27,4 %. Einen guten Anteil hatte auch die Integration von GoCanvas. Denn organisch waren es +18,9 %. Damit sind wir also wieder bei gewöhnlicheren Wachstumsraten angekommen. Dennoch sind das erfreuliche Werte, gerade, wenn man bedenkt, wie viele andere Softwareunternehmen über die schwierigen Marktbedingungen und die verunsicherten Kunden klagen.

Noch gibt es leichten Gegenwind, da sich das Geschäft mit Software-Lizenzen fast halbiert hat. Mit jetzt nur noch 11 Mio. Euro spielt es aber künftig fast keine Rolle mehr, die Umstellung auf Abomodelle ist nun weitgehend abgeschlossen und kann daher seine volle Wirkung entfalten.

Das deutet sich bereits jetzt an: Das Betriebsergebnis legte um herausragende 47 % zu. Moderater war der Zuwachs beim Nettogewinn je Nemetschek-Aktie mit +25 % auf 0,45 Euro. Das Finanzergebnis verschlecherte sich aufgrund der höheren Verschuldung um 10 Mio. Euro.

Da ist er, der Schönheitsfehler

Außerhalb der normalen Gewinnrechnung weist Nemetschek noch eine Differenz aus Währungsumrechnung aus. Diese schlug mit knapp 80 Mio. Euro auf die Bilanz, sodass das Gesamtergebnis sogar mit -27 Mio. Euro negativ war und sich entsprechend das Eigenkapital reduzierte.

Aktienwelt360 Aktienkompass

+88,87%

Benchmark

+76,73%

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Man könnte dies als reinen Bilanzeffekt abtun. Aber Fakt ist, dass Nemetschek zu einem sehr teuren Dollarkurs eingekauft hat und keine Absicherungsgeschäfte eingegangen ist.

Nemetschek-Aktie: Die operativen News

Nicht zu ignorieren ist auch, dass der Erfolg derzeit primär vom Segment Built getragen wird, in das auch GoCanvas eingeht. Während Design immerhin solide mit 14 % wächst, stagnieren die kleineren Segmente Manage und Media weitgehend. Da in Manage die strategisch wichtige Business-Unit Digital Twin steckt und wir in Media große Potenziale jenseits der Bauwirtschaft sehen, ist das zunächst etwas enttäuschend. Maxon, die primäre Marke des Media-Segments, hat zuletzt auch einige Programme auslaufen lassen, darunter die Forger-App und ZBrushCore. Dafür wurde mit Maxon One, neuen Flüssigkeitseffekten für Cinema 4D und der Übernahme von Laubwerk das Lösungsportfolio aufgewertet. Und durch die Übernahme der Mitarbeiter der insolventen Left Angle (Autograph) verstärkt Maxon seine Entwicklerteam.

Ein Fingerzeig darauf, was Maxon eines Tages sein könnte, ist die neue Software für Architekten, mit der cinematische Darstellungen von Objekten erzeugbar sind. Maxon ist strategisch gut vernetzt und technologisch relevant für das Metaverse. Aber es besteht auch die Gefahr, von generativer KI überrollt zu werden. Die Spanne der möglichen Entwicklungspfade dieses Segments ist sehr weit.

Mit der konsequenten Einführung von Agentic AI über alle Produkte hinweg wirkt Nemetschek einer drohenden Disruption entgegen und erschließt sich weitere Potenziale zur Vertiefung der Kundenbeziehungen.

Unser Blick auf die Nemetschek-Aktie

Nemetschek ist es erneut gelungen, die Börse zu überzeugen. Wir lieben das Unternehmen ebenso, aber die Bewertung von 15 Mrd. Euro birgt Rückschlagpotenzial. Das Eigenkapital ist geschrumpft, die Dividende ist mickrig und der ein oder andere Geschäftsbereich schwächelt noch. Letzteres zeigt aber auch, dass es noch viele Hebel gibt, um auch künftig positiv zu überraschen.

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