Der Auftragseingang bei der Dürr-Aktie fällt, aber eine langfristige Chance bleibt

Der EcoBell3 E von Dürr sprüht gleichmäßig blauen Lack auf ein Auto
Foto: Dürr AG

Zwei Faktoren wirken sich ungünstig auf das zweite Quartal der Dürr-Aktie (WKN: 556520) aus. Einerseits sorgen die Zölle von Trump für Unsicherheit, wodurch Investitionen verschoben werden. Andererseits gab es im zweiten Quartal 2024 einige Großaufträge, die in diesem Jahr nicht wiederkommen werden.

In der Folge sank der Auftragseingang von April bis Juni um fast ein Drittel auf 806,8 Mio. Euro. Der Rückgang war in Deutschland mit 72 % im ersten Halbjahr besonders stark. Dies ist möglicherweise nicht nur auf die Zölle und Großaufträge im Vorjahr, sondern auch auf das Warten auf die Wirtschaftsprogramme der neuen Regierung zurückzuführen. Die Region Asien, Afrika und Australien konnte dank Großaufträgen in Indien und Saudi-Arabien im ersten Halbjahr um 58 % auf 319 Mio. Euro zulegen.

Das beeinflusst die Dürr-Aktie aktuell

Das wird sich natürlich mit etwas Zeitverzug im Umsatz widerspiegeln. Der Umsatz im zweiten Quartal lag 7,7 % unter dem Vorjahreswert. Robuster zeigte sich das margenstarke Servicegeschäft mit einem Minus von 4,7 % auf 263,7 Mio. Euro. Das Sorgenkind der letzten Jahre, das Segment Woodworking, konnte den positiven Service-Trend trotz des widrigen Marktumfelds fortsetzen und eine leichte Umsatzsteigerung im Service erzielen.

Im Segment Woodworking zeigten auch die durchgeführten Personalmaßnahmen positive Signale, sodass die Bruttomarge zusammen mit dem Equipment-Geschäft aller Divisionen besser ausfiel als im letzten Jahr. Sie stieg von 20,4 % auf 22,6 %. Dies zeigt den Erfolg der Value-before-Volume-Strategie. Damit stieg auch die EBIT-Marge vor Sondereffekten im zweiten Quartal 2025 von 3,9 % auf 4,2 %.


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Das Ergebnis nach Steuern war im zweiten Quartal von Wertminderungen wie Wechselkurseffekten sowie Kaufpreisallokationen geprägt. In den fortgeführten Geschäftsbereichen betrug das Ergebnis nach Steuern -110,5 Mio. Euro. Da wesentliche Faktoren nicht cashwirksam sind, konnte Dürr dennoch einen beachtlichen Cashflow von 31,8 Mio. Euro erzeugen.

So steht es um die Dürr-Bilanz

Die Nettofinanzverschuldung stieg dennoch um 21,4 % auf 480,8 Mio. Euro. Dies ist auf eine Auszahlung der anderen HOMAG-Aktionäre in Höhe von 96,7 Mio. Euro und die Dividendenzahlung von 49,2 Mio. Euro zurückzuführen.

Das Dürr-Management erwartet im vierten Quartal die Kaufpreiszahlung für die Umwelttechnik in Höhe von rund 250 Mio. Euro, die zum Teil zur Verringerung der Verschuldung genutzt werden soll. Damit hat man die Bilanz wieder im Griff.

Die größte Chance bei der Dürr-Aktie

Dürr ist ein Zykliker mittlerer Qualität und hat mit der Reduzierung von Schulden und Kosten vernünftige Maßnahmen eingeleitet, um von einer zurückkehrenden Nachfrage überproportional zu profitieren. Wir werden die Fortschritte intensiv begleiten und gehen davon aus, dass Dürr ebenso profitieren kann, wenn sowohl die Automobil- als auch die Möbelindustrie neue Werke bauen, um die US-Zölle teilweise zu umgehen. Das kann das Geschäft und die Dürr-Aktie langfristig beleben.

Als größte Chance für die Dürr-Aktie sehen wir, dass das Unternehmen stark in der Automobilindustrie vertreten ist. Dort hat man noch viel Spielraum für die Expansion in weitere Bereiche. Ein Beispiel ist die Expansion in die Batterieherstellung. Dürr bietet inzwischen Maschinen für die Beschichtung von Batterieelektroden an. Dadurch eröffnet sich ein neuer und voraussichtlich riesiger Markt. Darüber hinaus bietet auch der Bereich der Fertigungsautomatisierung ein riesiges Wachstumspotenzial.

Auf der Gegenseite ist die Abhängigkeit von der Automobilindustrie und anderen zyklischen Branchen ein potenzielles Risiko. Wie die aktuelle Entwicklung bei der Tochter HOMAG zeigt, kann eine nachlassende Nachfrage den Gewinn stark belasten und die Konzernziele in Frage stellen. Noch dazu ist die Automobilbranche extrem wettbewerbsintensiv und darauf angewiesen, die Kosten niedrig zu halten. Sollte die Nachfrage aus der Automobilindustrie nachlassen, könnten die Gewinne bei Dürr stark unter Druck geraten.

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