Novo Nordisk: Die Chance und das Risiko

An der Aktie von Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) mögen sich derzeit die Geister scheiden, wobei der Markt eine klare Richtung sieht: Nach unten. Seit Jahresanfang liegt die Aktie um 49,5 % im Minus. Betrachten wir das Rekordhoch von 138 Euro haben die Anteilsscheine mehr als 68 % an Wert eingebüßt. Das ist wirklich ein tiefer Fall bei einer eigentlich defensiven Dividendenaktie.
Es hat zugegebenermaßen zuletzt einige negative Schlagzeilen gegeben. Eine gekürzte Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025. Zum Ende hat der frühere CEO einen nicht ganz glatten Abgang hingelegt, es gab wohl etwas Nachtreten. Auch die Erfolge im Abnehm-Markt blieben mit CagriSema aus.
Was hilft uns in der aktuellen Ausgangslage? Ein Blick auf die Chance und das Risiko bei der Aktie von Novo Nordisk. Wobei ich eines nicht tun werde: Die kurzfristigen Daten einordnen. Wir blicken wirklich auf die kommenden fünf bis zehn Jahre, um wirklich ein Gespür für die Risiken und die Möglichkeiten zu entwickeln.
Novo Nordisk: Die Risiken!
Fangen wir mit den Gründen für Pessimismus an. Die wohl größte Sorge ist, dass Novo Nordisk in jedweder Hinsicht den Anschluss verliert. Gerade die Fehltritte bei CagriSema zeigen, dass es immer ein größeres Risiko im Arzneimittelmarkt gibt. Wettbewerber, in diesem Fall Eli Lilly, können ebenfalls gute Präparate entwickeln. Erst in den klinischen Studien zeigt sich dann, was die eigenen Produkte wirklich taugen.
Allerdings müssen wir das differenzierter betrachten. Novo Nordisk besitzt mit CagriSema eher eine Chance im Adipositas-Markt. Hier sind die Investoren zuletzt davon ausgegangen, dass die Dänen wohl ebenfalls eine führende Rolle übernehmen würden. Mit Wegovy hat man bereits ein vielversprechendes Produkt der ersten Generation gestellt. Der Worst-Case wäre, dass die Produkte mit der zweiten Generation massiv an Marktanteile verlieren. Adipositas ist schließlich ein potenzieller 100-Mrd.-US-Dollar-Markt. Das wäre lukrativ, keine Frage.
Aber das größte Risiko wäre, dass Novo Nordisk zudem auch den Anschluss im Diabetes-Markt verliert. Bei der Behandlung von Typ-II-Diabetes besitzen die Dänen mit Wegovy, Ozempic und noch Victoza drei starke Standbeine. Rybelsus entwickelt sich mehr und mehr zum potenziellen Blockbuster. Aber auch diese Medikamente verlieren irgendwann ihren Patentschutz und müssen erneuert und optimiert werden. Das sichert Novo Nordisk eine führende Wettbewerbsposition mit derzeit über 50 % am Diabetes-Markt.
Sorgen bereiten außerdem die Auswirkungen des Handelskonflikts. Mehr als die Hälfte des Umsatzes von Novo Nordisk entstehen in den USA. Präsident Trump spricht davon, gerade pharmazeutische Produkte stärker besteuern zu wollen. Produzenten sollen in den USA produzieren. Die Preise von Mitteln wie denen aus dem Hause Novo Nordisk sollen sinken. Das führt insgesamt zu einer Ausgangslage, die von vielen potenziellen Risiken geprägt ist.
Die Chance: Aber vergiss nicht, ich bin biased!
Nach den Risiken wollen wir uns nun die Chance bei Novo Nordisk ansehen. Vorab aber eine Anmerkung. Als Investor der dänischen Aktie bin ich leicht biased. Ich sehe die Chance größer, als das Risiko. Das möchte ich dir nur vorab mit auf den Weg geben, bevor du meine Argumentation liest.
Blicken wir zunächst auf die Chancen im Diabetes-Markt: Novo Nordisk hält bei seinen wichtigen Blockbustern wie Wegovy und Ozempic in den meisten Regionen noch Patente bis in das Jahr 2031 oder 2032. Lediglich in China läuft es eher und zwar im kommenden Jahr 2026 aus. Das heißt: Es dürfte bei den wichtigsten Blockbustern in den kommenden Jahren noch hohe und beinahe garantierte Umsätze geben. Preisgünstige Generika gibt es schließlich eigentlich keine auf dem Markt. Wenn wir mal von den Hims-&-Hers-Produkten absehen, gegen die Novo Nordisk derzeit rechtlich vorgeht. Diabetes wächst, die Anzahl an Patienten wächst. Der dänische Konzern wird in diesem Markt daher noch ein gutes Wachstum erzielen.
Wie sieht es im Adipositas-Markt aus? Auf der Haben-Seite steht, dass CagriSema mit einer Gewichtsreduktion von über 20 % bei den langjährigen Studien besser ist, als Wegovy. Zuletzt hat auch Eli Lilly mit einem Produkt in den Tests nicht gerade geglänzt. Ich sehe den Markt daher längst nicht so glasklar, wie der Markt es derzeit widerspiegelt. Zumal ein 100 Mrd. US-Dollar Markt selten einen einzelnen Gewinner kennt, der alle Marktanteile nimmt. Novo Nordisk könnte daher auch als Zweitplatzierter gute Wachstumsraten erzielen.
Blicken wir zudem auf die Pipeline: Derzeit hat Novo Nordisk 18 Projekte in der ersten Phase der klinischen Studie. Davon drei im Diabetes-Bereich und sechs aus dem Segment der Adipositas-Therapie. In der zweiten Stufe sind es elf Präparate, zwei im Abnehm-Segment und vier zum Thema Diabetes. Die Phase 3 haben zehn Produkte erreicht. Davon zwei orale Insuline, verschiedene Adipositas-Mittel (CagriSema und Ozempic in unterschiedlichen Dosierungen) und weitere Produkte. Auch eine Alzheimer-Therapie scheint noch möglich. Wir sehen daher eine starke und breite Pipeline bei Novo Nordisk. Für mich ebenfalls ein Grund, um optimistisch zu sein. Denn hier könnten die nächsten Blockbuster lauern.
Novo Nordisk: Aktie eher günstig!
Hinzu kommt, dass die Aktie von Novo Nordisk eher günstig erscheint. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit einem Wert von unter 14 im Value-Bereich, die Dividendenrendite ist mit über 3 % attraktiv. Wir sollten vielleicht auch nicht vergessen, dass Novo Nordisk in diesem Jahr seine operativen Kennzahlen im hohen einstelligen bis gerade zweistelligen Prozentbereich steigern dürfte. Das verbuche ich ebenfalls eher auf der Chancenseite.
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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Hims & Hers und Novo Nordisk.