Brookfield-Aktie: Mehr als 50 % unterbewertet?
Als langfristige Investoren bevorzugen wir ein Management, das Chancen nutzt und auch zu günstigen Kursen Aktien zurückkauft. Genau das hat die Brookfield Corp. (WKN: A3D3EV) im letzten Quartal getan: Aufgrund der US-Zollpolitik geriet auch die Brookfield-Aktie kurzfristig unter Druck.
Das Management des Vermögensverwaltungsunternehmens (nicht zu verwechseln mit der Tochter Brookfield Infrastructure!) kaufte daraufhin für 300 Mio. US-Dollar Brookfield-Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 49,03 US-Dollar zurück. Das war ein attraktiver Preis, der Werte für die langfristigen Aktionäre schafft – insbesondere, wenn man bedenkt, dass der innere Wert laut Management aktuell bei 101,52 US-Dollar liegt. Das bedeutet, dass damals mit einem Rabatt von 52 % gekauft wurde. Auch aktuell liegt der Rabatt bei 36,6 % bei einem Kurs von 64 US-Dollar (Stand: 12.08.2025).
Wie läuft es operativ bei Brookfield?
Auch das operative Geschäft läuft solide: Der ausschüttungsfähige Gewinn konnte um 13 % auf 0,8 US-Dollar je Brookfield-Aktie gesteigert werden. Damit ist man nicht weit von der eigenen Zielsetzung entfernt, Renditen von 15 % und mehr je Aktie zu schaffen.
Den größten Wachstumsbeitrag konnte das Geschäft mit Vermögensverwaltungslösungen (Wealth Solutions) erzielen. Hier legten die ausschüttungsfähigen Gewinne um 33,9 % auf 0,25 je Brookfield-Aktie zu. Das verwaltete Vermögen erhöhte sich im Quartal um 4 Mrd. US-Dollar auf insgesamt 135 Mrd. US-Dollar. Das Kapital wird mit einer durchschnittlichen Rendite von 5,8 % angelegt und erzielt eine ordentliche Gewinnspanne, da die Finanzierungskosten nur bei 1,8 % liegen.
Nach Quartalsende gab Brookfield die Übernahme der Just Group bekannt. Das Unternehmen ist ein führender Anbieter von Lösungen für Pensionsrisiken in Großbritannien. Damit kommen weitere 40 Mrd. US-Dollar bzw. 30 % der verwalteten Vermögen hinzu, was das Wachstum zusätzlich beschleunigt.
Und weiter?
Auch das größte Segment, das Asset Management, konnte ein kleines Wachstum von 2,2 % auf 0,41 US-Dollar je Brookfield-Aktie ausschüttungsfähigen Gewinn verzeichnen. Dabei unterstützten die Gesamtzuflüsse von 22 Mrd. US-Dollar im Quartal. Das gebührenpflichtige Kapital stieg um 10 % auf 563 Mrd. US-Dollar und führte zu einem Anstieg der gebührenbezogenen Erträge um 16 % auf 676 Mio. US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal.
Das Unternehmen erwartet in der zweiten Jahreshälfte weitere Zuflüsse, da beispielsweise die fünfte opportunistische Immobilienstrategie lanciert wird.
Bei der Tochter Brookfield Property Partners lief es weniger gut. Hier ging der ausschüttungsfähige Gewinn von 172 Mio. US-Dollar auf 140 Mio. US-Dollar zurück. Dies ist hauptsächlich auf die Abschwächung des nordamerikanischen Wohnimmobilienmarkts zurückzuführen. Das Kernportfolio an Büro- und Einzelhandelsflächen ist jedoch zu 94 % bzw. 97 % sehr gut vermietet und auch die Mietpreisverhandlungen für die wenigen verbleibenden Flächen signalisieren, dass die Mieten hier steigen können und bei Realisierung über den auslaufenden Mietniveaus liegen werden.
Zudem wurde eine Vereinbarung über die Lieferung von bis zu 3.000 Megawatt Wasserkraftkapazität in den USA unterzeichnet. Hier zeigt sich, dass Brookfield einen guten Draht zu großen Stromabnehmern hat, die dem Unternehmen vertrauen.
Diese Beispiele zeigen das Potenzial der Brookfield-Aktie!
Auch gegenüber seinen Kunden konnte Brookfield Vertrauen stärken. So hat das Unternehmen im letzten Quartal Vermögenswerte im Wert von 35 Mrd. US-Dollar zu oder über den Buchwerten verkauft. Dadurch konnte es für seine Kunden einen erheblichen Wert zu attraktiven Renditen monetarisieren. Darunter war die größte Immobilientransaktion der Geschichte.
Zudem wurden Infrastrukturvermögen in Höhe von 9 Mrd. US-Dollar verkauft, darunter eines der größten Hafenunternehmen Großbritanniens. Auch die Veräußerung von erneuerbaren Vermögenswerten in Höhe von fast 6 Mrd. spiegelt die anhaltende weltweite Nachfrage nach erneuerbaren Energien wider. In der Folge wurde auch eine Provision (Carried Interest) von 129 Mio. US-Dollar realisiert.
Die kumulierten, noch nicht realisierten Carried Interests beliefen sich zum Quartalsende auf 11,3 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht 11,5 % der aktuellen Brookfield-Bewertung. Wenn die Transaktionsaktivität weiterhin vorhanden bleibt, können in den nächsten Jahren erhebliche Carried Interests realisiert und im besten Fall an die Brookfield-Aktionäre ausgeschüttet werden.
So sehen wir die Brookfield-Aktie langfristig
Die Brookfield-Aktie bietet unseres Erachtens weiterhin eine attraktive Bewertung. Dass Brookfield langfristig Werte für Aktionäre schafft, scheint wegen des hohen Insideranteils auch wahrscheinlich. Als Investoren, die langfristig denken, möchten wir dieses Vorhaben begleiten. Wir freuen uns über das Potenzial bis zum „inneren Wert“ von 59%, das das Management des Unternehmens sieht.
Die größte Chance für die Brookfield-Aktie ist das Portfolio mit einigen Zukunftschancen wie erneuerbaren Energien und Datenautobahnen wie Funkmasten und Glasfaserkabeln. Diese können durch gute Erträge aus dem Asset Management und dem Versicherungsgeschäft finanziert werden. Das größte Risiko ist ein Imageverlust durch eine oder mehrere Fehlinvestitionen. Eine Überregulierung des Sektors, wie sie bei den Banken zu beobachten ist, könnte sich ebenfalls negativ auswirken.
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