3 Aktien, die abheben könnten, wenn der US-Dollar abschmiert
Was tun Menschen fast überall auf der Welt, wenn sie die Furcht befällt, dass ihre Ersparnisse entwertet werden? Na klar, sie gehen einkaufen! Und das im großen Stil. Lieber ausgeben, solange man noch etwas bekommt für sein Geld. Denn schon morgen könnten die Preise kräftig angehoben werden. Genau das erscheint nun ein realistisches Szenario für die USA und den US-Dollar.
Auch wenn die meisten Menschen dort eher verschuldet sind und keine großen Ersparnisse haben, spricht schon allein die schiere Größe des Markts dafür, dass ein Run auf die Warenlager eintreten könnte, wenn das Vertrauen in die Wertstabilität des US-Dollar bricht.
Die Frage ist dann, wofür die Menschen mehrheitlich ihr Geld ausgeben. Vieles ist denkbar, aber sicher ist, dass der eigene Wohnraum zu den ersten Anlaufstellen gehört. Dort ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zur Aufwertung. Unternehmen, die diese Nachfrage bedienen können, dürften im Fall der Fälle massiv profitieren.
Hier kommen drei Aktien, die profitieren könnten, falls der US-Dollar abschmiert
Idee 1: Whirlpool Corporation
Whirlpool (WKN: 856331) ist eine uramerikanische Haushaltsgerätemarke, wie Miele und Liebherr in Deutschland. Aber in der Corporation steckt noch viel mehr:
Das Unternehmen mit Sitz in Benton Harbor (Michigan) wurde 1911 gegründet und zählt heute zu den weltweit größten Herstellern von Haushaltsgeräten. Neben Whirlpool gehören auch bekannte Namen wie KitchenAid, Maytag, Amana und Indesit zum Markenportfolio. Die Gruppe produziert und vertreibt Geräte für Küche, Waschküche und Haushaltsorganisation in über 170 Ländern und betreibt Fertigungsstätten in Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika.
Strategisch verfolgt Whirlpool eine Kombination aus Premium-Positionierung und globaler Skalierung. Während in Nordamerika der Fokus auf Innovation und Markenbindung liegt, setzt das Unternehmen in Schwellenländern auf kosteneffiziente Produktion und lokale Anpassung. In den letzten Jahren hat Whirlpool verstärkt in Digitalisierung, smarte Geräte und Nachhaltigkeit investiert. Damit positioniert sich die Gruppe nicht nur als Traditionsmarke, sondern als globaler Akteur, der den Branchenwandel mit vorantreibt.
Keine Frage: Für US-amerikanische Verbraucher gehört der Konzern zu den ersten Anlaufstellen, wenn es darum geht, den Maschinenpark im Haushalt aufzuwerten. Und es ist ein naheliegender Reflex, sich dort ein hochwertiges Gerät zu leisten, bevor die Preise klettern. Es wäre schade, wenn ich heute ein luxuriös ausgestattetes Gerät hätte bekommen können, aber zu einem späteren Zeitpunkt für das gleiche Geld nur noch ein glanzloses Basisprodukt erhalte. Da kommt FOMO auf, wie bei hochschießenden Aktien – die Angst, einen noch günstigen Einstiegszeitpunkt zu verpassen.
Was die Aktie zusätzlich interessant macht ist, dass der Kurs in den letzten Jahren nach unten tendierte. Es gibt durchaus Herausforderungen für den Konzern und die Profitabilität war auch schon mal besser. Aber dennoch kann man hier aus meiner Sicht mit einem schönen Bewertungspuffer einsteigen. Und wenn das genannte Szenario eintritt, könnte daraus eine großartige Turnaroundstory werden.
Idee 2: Sonos
Eine weitere Möglichkeit, sein Geld gepflegt in greifbare Technik zu investieren, besteht im Bereich der Audio-Systeme. Eine Marke, die in den USA einen hohen Stellenwert hat, ist Sonos (WKN: A2JPF2).
Sonos Inc. ist in Santa Barbara (Kalifornien) angesiedelt und hat sich auf hochwertige Audiotechnologie spezialisiert. Gegründet im Jahr 2002 von vier musikbegeisterten Ingenieuren, revolutionierte Sonos den Markt mit der Erfindung des kabellosen Multiroom-Audiosystems – zu einer Zeit, als Musikstreaming noch kaum bekannt war. Die Vision: Musik in jedem Raum einfach und kabellos verfügbar machen. Heute umfasst das Produktportfolio smarte Lautsprecher, Soundbars, Subwoofer, Verstärker und seit Kurzem auch Kopfhörer. Sonos ist bekannt für seine Innovationskraft, seine intuitive Softwareplattform und die Fähigkeit, Musikdienste wie Spotify, Apple Music oder Amazon Music nahtlos zu integrieren.
Das Unternehmen positioniert sich im Premiumsegment und konkurriert mit Smart-Speaker-Herstellern und Marken wie Bose und Bang & Olufsen. Sonos hebt sich durch seine plattformübergreifende Kompatibilität, exzellente Klangqualität und ein durchdachtes Design ab. Es verfügt über eine starke internationale Präsenz, aber rund die Hälfte des Umsatzes von rund 1,5 Mrd. US-Dollar wird in den USA generiert.
Während der Pandemie wurde die Aktie gehypt und nach dem Abflauen ist sie in eine Depression verfallen. Aber auch hier könnte neuer Schwung in die Aktie kommen, wenn der US-Dollar abschmiert und Leute plötzlich wieder vermehrt nach langlebigen Sachwerten Ausschau halten, die das Leben verschönern. Bei einem KUV im Bereich von 1 könnte es sich lohnen, einen genaueren Blick auf die Sonos-Aktie zu werfen.
Idee 3: The Brunswick Corporation
Das wohl am wenigsten bekannte Unternehmen in diesem Artikel ist Brunswick (WKN: 850531) aus dem Großraum Chicago. Dabei handelt es sich um eine Holding, die ihren Ursprung bereits im Jahr 1845 hat und heute als globaler Marktführer im sogenannten Bereich Marine Recreation agiert. Ursprünglich war Brunswick ein Hersteller von Billardtischen und Bowling-Ausrüstung. Über die Jahrzehnte wandelte sich das Unternehmen durch zahlreiche Akquisitionen und strategische Neuausrichtungen zu einem technologiegetriebenen Konzern, der heute vor allem durch Innovationen im maritimen Bereich auffällt.
Mit einem Jahresumsatz von über 5,2 Mrd. US-Dollar – davon zwei Drittel in den USA – und rund 15.000 Mitarbeitern in 25 Ländern konzentriert sich Brunswick auf die Entwicklung und den Vertrieb von Booten, Motoren, Zubehör und digitalen Dienstleistungen für den Wassersport. Zu den bekanntesten Marken im Portfolio zählen Boston Whaler und Sea Ray. Und rund 50 % der Freizeitboote in den USA werden von Mercury-Marine-Motoren angetrieben. Außerdem gibt es eine Club-Plattform, die Boot-Sharing organisiert. Wir haben es also mit einem ambitionierten Untenehmen zu tun, dass in seiner Branche wegweisend sein will.
Zuletzt stagnierten Umsatz und Gewinn. Aber wenn jemand schon immer mit dem Gedanken geliebäugelt hat, sich mal ein Boot zu kaufen: Vielleicht ist jetzt der beste Zeitpunkt in den USA! Für unsereins auf der anderen Seite des Atlantiks bietet es sich hingegen an, die Brunswick-Aktie in die engere Auswahl für die nächste Investition zu nehmen. Sie notiert derzeit zu einem defensiven KUV von rund 0,8.
Großartige Potenziale, bevor der US-Dollar abschmiert
Damit hätten wir drei spannende Ideen zum fairen Preis, in die man jetzt mit überschaubaren Risiken und lukrativen Zusatzchancen investieren kann – falls der US-Dollar in naher Zukunft zu entwerten drohen sollte und ein Run auf hochwertige Sachgüter losgetreten wird.
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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
