Kauft die Allianz erneut 17,83 % ihrer Aktien zurück?!

Die Aktien der Allianz (WKN: 840400) betrachten wir häufig für ihre Vorzüge bei der Dividende. Ohne jeden Zweifel ist der DAX-Versicherer eine starke Aktie, wenn es um ein passives Einkommen geht. In den vergangenen Jahren wuchs die Dividende je Aktie rasant. Damit (und selbstverständlich auch dem Gewinn je Aktie) zog auch der Aktienkurs an.
Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass die Allianz auch für ihr Aktienrückkaufprogramm bekannt ist. In den letzten Jahren, genauer gesagt seit dem Jahre 2017, kaufte der DAX-Versicherer bis heute rund 17,83 % der ausstehenden Aktien auf. Und zog sie ein. Das ist nicht unbedeutend. Fast jede fünfte Aktie ist damit aus dem Handel genommen.
Nicht umsonst haben Aktienrückkäufe ihre Fans, wozu auch Starinvestoren wie Warren Buffett zählen. Aber kann der Allianz das Kunststück erneut gelingen? Werden wohl noch einmal 17,83 % der Aktien gekauft und eingezogen, so wie in den letzten ca. acht Jahren? Finden wir es heraus. Fest steht jedenfalls, dass die Aktienrückkäufe im Börsenjahr 2025 weitergehen.
Allianz kauft eigene Aktien: Aber nach bisherigem Plan nicht mehr so viele
Das Management der Allianz war im Börsenjahr 2025 jedenfalls fleißig, wenn es um den Kauf der eigenen Aktien geht. In diesem Jahr sind bis Ende August 2025 bereits 1,607 Mrd. Euro in Rückkäufe geflossen. Das ist Teil des bisher laufenden Aktienrückkaufprogramms in Höhe von bis zu 2 Mrd. Euro. Mit diesen Mitteln hat der DAX-Versicherer rund 1,2 % der ausstehenden Wertpapiere gekauft und eingezogen. Aber wie verhalten sich diese Zahlen im Vergleich zu anderen Rückkaufprogrammen?
Eine ausgezeichnete Frage. Das Management der Allianz hat jedenfalls eine gewisse Konstanz gezeigt, wenn es um diese Form der Kapitalrückführungen geht. Im Vorjahr 2024 kaufte der Versicherer für insgesamt rund 1,5 Mrd. Euro 1,42 % der ausstehenden Aktien. Die Bestwerte erzielte die Allianz hingegen in den frühen Rückkaufjahren. So konnten im Jahre 2017 noch mit 3 Mrd. Euro 3,67 % aller Aktien gekauft und eingezogen werden. Im Folgejahr waren es mit 2 Mrd. Euro 2,36 % der ausstehenden Aktien. Die damals durchschnittlichen Kurse von 179,10 Euro und 192,79 Euro zeigen: Es wurden dabei auch bis heute echte Werte für die Investoren geschaffen. Denn der damalige Kurs wirkt im Nachhinein viel zu günstig.
In jedem Fall können wir daher sehen, dass das Management der Allianz regelmäßig eigene Aktien kauft und einzieht. Eine erste, gute Grundlage, damit auch in Zukunft erneut vielleicht 17,83 % der ausstehenden Aktien aufgekauft werden könnten.
Das Management reserviert quasi einen Betrag für diese Kapitalrückführungen
Positiv ist außerdem, dass das Management der Allianz gemäß seiner neuen Ausschüttungspolitik die Aktienrückkäufe mit bedacht hat. Zwar heißt es nicht wörtlich, dass 15 % des auf die Aktionäre entfallenden Überschusses per Rückkauf ausgezahlt werden sollen. Das Management spricht von flexiblen Kapitalrückführungen. Neben einer Sonderdividende bleibt aber eigentlich nur noch diese Option.
Aber was bedeutet das konkret? Nun, die Allianz hat im Geschäftsjahr 2024 ein Nachsteuerergebnis in Höhe von 9,78 Mrd. Euro erzielt. 15 % hiervon wären näherungsweise ca. 1,5 Mrd. Euro. Wenn das operative Ergebnis und damit auch das Nettoergebnis im hohen einstelligen Prozentbereich bis 2027 wachsen sollen, wären vermutlich auch 1,6 Mrd. Euro als Mindestmaß möglich. Aber was bedeutet das für ein solches Ziel? Nun, bei einer aktuellen Marktkapitalisierung in Höhe von 140 Mrd. Euro würden 1,5 Mrd. Euro Aktienrückkaufvolumen ca. 1,1 % der ausstehenden Aktien reduzieren. In zehn Jahren wären daher eher 11 % möglich. Steigt der Kurs weiter, vielleicht auch eher 10 %.
Für 17,83 % müsste die Allianz daher voraussichtlich noch etwas drauflegen. Aber es heißt ja, dass mindestens 15 % des Gewinns flexibel ausgeschüttet werden sollen. Vielleicht ist in einzelnen Jahren ja eine Überraschung möglich.
Allianz: Auf die Solvency-II-Quote achten!
Wir tun hier aktuell so, als gebe es die Aktienrückkäufe bei der Allianz mit absoluter Sicherheit. Dem ist natürlich nicht so. Das Management hat Dividende und Rückkäufe unter die Bedingung gestellt, dass der DAX-Versicherer ausreichend kapitalisiert bleibt. Maßgeblich hierfür ist die sogenannte Solvency-II-Quote bei der Allianz. Auf den eigenen Seiten heißt es, dass Ausschüttungen stets unter der Prämisse einer solchen Quote von mindestens 150 % liegen. Ich bin der Meinung, dass die Marke von 200 % gehalten sein sollte, damit wir wirklich von stabilen und leicht wachsenden Kapitalrückführungen ausgehen können.
Wo steht die Allianz derzeit? Die Solvency-II-Quote betrug per Ende des ersten Halbjahres 209 %. Das sieht für mich ausreichend stabil aus. Wirklich bemerkenswert wird jedoch ein Wert von jenseits der 230 %. Dann haben wir einen Sicherheitspuffer von 80 %. Mehr als ausreichend, um selbst zwei oder drei Jahre Stabilität zu erhalten. Kommen wir dennoch ein weiteres Mal auf den Kauf eigener Aktien zu sprechen: Meine persönliche Meinung ist, dass die Dividende stets Stabilität vor den Rückkaufen haben wird. Das heißt, dass eine möglichst hohe Solvency-II-Quote die Chance auf starke Rückkäufe erhöht.
Unterm Strich lautet mein Fazit daher: Ja, die Allianz könnte 17,83 % der eigenen Aktien in den nächsten acht oder zehn Jahren zurückkaufen. Dazu müsste das Management aber mehr bereitstellen, als die 15 % des Gewinns. Aber wer weiß: Vielleicht hilft ja auch ein günstigerer Aktienkurs. Warten wir es ab. In jedem Fall ist eine Fortsetzung der Rückkäufe generell nicht unwahrscheinlich.
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Vincent besitzt Aktien der Allianz. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der Allianz.
