Der Renten-Schock: So viel Geld braucht ein 30-Jähriger wirklich, um mit 60 in Rente zu gehen

Die Rente ist ein aktuell heiß diskutiertes Thema. Immer mehr jungen Menschen wird bewusst, dass die gesetzliche Altersvorsorge im Alter nicht reichen wird. Die Rentenlücke ist nicht nur ein „Buzzword“, sondern droht für Leute, die ihr ganzes Leben fleißig sind und arbeiten, zur bitteren Realität zu werden.
Ich bin selbst 30 Jahre alt und betreibe bereits seit Jahren meine eigene Altersvorsorge. Denn ich möchte im Alter unabhängig sein und mein Leben genießen, anstatt auf Almosen angewiesen zu sein. Unabhängig davon, ob du im gleichen Alter, jünger oder älter bist: Die nachfolgenden Berechnungen solltest du dir auf jeden Fall ansehen, um im Rentenalter nicht vor einer bösen Überraschung zu stehen.
Was es mit der 4-Prozent-Regel auf sich hat
Bei der 4-Prozent-Regel gehen wir davon aus, dass dein späteres Kapital zu 4 % verzinst wird. Aus diesen Zinsen speist sich der Betrag, den man in der Rente pro Jahr zur Verfügung haben möchte. Unabhängig von den gesetzlichen Rentenzahlungen, versteht sich. Möchte man 40.000 Euro jährlich erhalten, teilt man diesen Betrag durch 4 % (0,04) und erhält einen Kapitalbedarf von 1.000.000 Euro. In der nachstehenden Tabelle habe ich für dich ein paar weitere Beispielberechnungen vorgenommen.
| Gewünschtes Einkommen/Jahr | Kapitalbedarf |
| 10.000 Euro | 250.000 Euro |
| 20.000 Euro | 500.000 Euro |
| 30.000 Euro | 750.000 Euro |
| 40.000 Euro | 1.000.000 Euro |
| 50.000 Euro | 1.250.000 Euro |
Der Einfachheit halber ignorieren diese Berechnungen Steuern und persönliche Besonderheiten, aber sie liefern eine realistische Größenordnung.
In 30 Jahren zum benötigten Kapitalbedarf
Nun sehen die Zahlen beim Kapitalbedarf doch recht hoch aus. Sind sie auch. Aber in einem Zeitraum von 30 Jahren kann man diese Summen durchaus erwirtschaften. Bleiben wir bei der Summe von 1.000.000 Euro. Diese würde man erreichen, wenn man über 30 Jahre hinweg jeden Monat 1.000 Euro investiert und dabei jährlich eine Rendite von 6 % erzielt. In der nachfolgenden Tabelle habe ich wieder ein paar Beispielrechnungen zur besseren Veranschaulichung vorgenommen. Dabei habe ich die verschiedenen Faktoren etwas abgewandelt, um unterschiedliche Ergebnisse zu erzielen.
| Anfangsbetrag | Monatliche Sparrate | Jährliche Rendite | Anlagedauer | Gesamtsumme |
| 5.000 Euro | 250 Euro | 6 % | 30 Jahre | 279.846,22 Euro |
| 20.000 Euro | 400 Euro | 6 % | 30 Jahre | 516.675,84 Euro |
| 0 Euro | 200 Euro | 6 % | 30 Jahre | 200.903,01 Euro |
| 0 Euro | 500 Euro | 6 % | 30 Jahre | 502.257,52 Euro |
| 0 Euro | 1.000 Euro | 6 % | 30 Jahre | 1.004.515,04 Euro |
Wie du siehst, führen verschiedene Faktoren zu sehr vielfältigen Ergebnissen. Grundsätzlich gilt: Wer weniger einzahlen kann, braucht entweder mehr Rendite oder mehr Zeit. Eine für deine persönlichen Umstände ideale Berechnung kannst du über unseren Zinseszins-Rechner vornehmen.
Wie man bis zur Rente die benötigte Rendite erzielt
Du denkst jetzt vielleicht, dass eine jährliche Rendite in Höhe von 6 % schwer zu erreichen ist. Das hängt natürlich ganz davon ab, wie man die Sache angeht. Wenn man sein Geld auf dem Sparbuch versauern lässt, wird man die benötigte Rendite nie erzielen. Vielmehr sollte man damit beginnen, sein Erspartes in Aktien zu investieren. Historisch betrachtet konnte man mit Aktien langfristig im Durchschnitt eine Rendite von 8 % (DAX) bis zu 12 % (S&P 500) pro Jahr erzielen. Und das sind nur zwei prominente Indizes, die ich an dieser Stelle beispielhaft nennen möchte. Es gibt viele andere Indizes und ETFs, die ähnlich hohe Renditen erzielt haben. Ganz zu schweigen von gut ausgewählten Einzelaktien, die wesentlich höhere Renditen ermöglichen können.
Wenn man dann am Ziel angekommen ist (und ein entsprechendes Alter erreicht hat), sollte man auf defensivere Anlagemöglichkeiten setzen, um das Risiko etwas zu minimieren. Denkbar sind in diesem Zusammenhang solide Dividendenaktien oder bestimmte Formen von Anleihen. Da diese Wertpapiere risikoärmer sind, liefern sie eine geringere Rendite. Das erklärt auch, warum ich weiter oben von einer 4-prozentigen Verzinsung in der Rente ausgehe.
Nimm deine Rente selbst in die Hand
Der Renten-Schock bleibt einem im Alter erspart, wenn man früh beginnt diesem Schreckgespenst vorzubeugen. Für junge Leute sollte klar sein: Wer mit 60 sorglos leben will, muss heute handeln. Ein klar definierter Plan, automatisches Sparen und ein sorgsam geführtes Aktienportfolio machen das Ziel erreichbar. Wer spät anfängt, zahlt deutlich drauf. Wer früh beginnt, gewinnt Zeit, Gelassenheit und Geld.
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