Delivery Hero Aktie: Je mehr sie fällt, desto mehr kaufe ich

Delivery Hero PedidosYa
Bild: Ralf Anders

Es gibt kaum eine deutsche Aktie, über die die Meinungen so weit auseinanderlaufen. Ist Delivery Hero (WKN: A2E4K4) der kommende globale Tech-Konzern oder doch nur ein aufgeblasenes Gebilde, das sich nicht einmal im Heimatmarkt durchsetzen konnte? Dass es so kompliziert ist, diesen Lieferdienst einzuschätzen, liegt auch daran, dass ständig neue Deals eingefädelt werden, welche große Auswirkungen auf die Bilanzsituation und die Liquidität haben. Zudem belasten immer mal wieder Auflagen der Regulierungsbehörden.

Aber gerade diese Komplexität könnte für Anleger, welche durch das kurzfristige Dickicht bis weit an den Horizont blicken, eine großartige Chance darstellen. Lasst uns also mal im Detail durchgehen, welche Werte tatsächlich in Delivery Hero stecken – und warum ich eine wunderbare Gelegenheit sehe, immer mehr nachzukaufen.

Delivery Hero ist nicht dort wo die Investoren sind

Es ist immer wieder erstaunlich. US-Unternehmen nehmen große Verluste in Kauf, um später ein großes Rad zu drehen und groß abzukassieren. In den USA antizipieren Anleger genau das und honorieren es entsprechend frühzeitig im Kurs. Ganz anders in Deutschland, wo Wachstumsunternehmen zunächst fast immer Misstrauen entgegenschlägt. Hier wird eher solides Wirtschaften erwartet.

Das gilt umso mehr für ein Unternehmen, dass nicht einmal in Deutschland operativ präsent ist, jenseits der Büros am Hauptsitz. Verschlimmernd kommt hinzu, dass Delivery Hero auch in den USA nicht präsent ist. Deshalb kommt die Delivery-Hero-Aktie auch kaum ins Visier der womöglich weitsichtigeren amerikanischen Investoren.

Kunden in Ländern wie Peru, Saudi-Arabien, Pakistan oder Südkorea könnten mit Begeisterung von den Tochterunternehmen von Delivery Hero erzählen. Aber nur die allerwenigsten davon werden sich mit der Aktie beschäftigen. Zumal nicht offenkundig ist, dass die Marken PedidosYa, foodpanda, Baedal Minjok und talabat zu diesem Konzern gehören. Sie treten eigenständig unter ihrer Marke auf.

All das befördert den Umstand, dass Delivery Hero und Investoren nicht so richtig zusammenfinden – ein möglicher Grund, warum die Aktie unter ihrem Potenzial gehandelt wird.

Der Großaktionär muss Delivery-Hero-Aktien verkaufen

Prosus ist ein Investmentvehikel, dass für sein überaus erfolgreiches Investment in Tencent bekannt ist. Seit vielen Jahren versucht es, sein Portfolio über Investments in Plattformunternehmen zu diversifizieren. Dazu gehören auch Lieferdienste, einem Bereich, in dem Delivery Hero zu den Hauptinvestments gehörte.

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Mit der Akquisition von Just Eat Takeaway.com hat sich das Management nun für einen direkten Konkurrenten entschieden. Um Kartellbedenken zu begegnen, muss Prosus nun seinen Einfluss auf Delivery Hero minimieren, also große Anteile verkaufen.

Natürlich könnte man die Ansicht vertreten, dass Prosus nach einer tiefen Marktanalyse zum Schluss gekommen ist, dass Just Eat Takeaway.com das stärkere Unternehmen ist. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Europa-Fokus von Just Eat besser ins Konzept passt – oder sich einfach eine gute Gelegenheit zur Komplettübernahme ergeben hat. Zumal Prosus genauso wie alle anderen Aktionäre unter dem sinkenden Kurs bei Delivery Hero leidet.

Ich habe den Eindruck, dass einige institutionelle Investoren ihre Positionen zurückfahren, bis Prosus seinen Anteil reduziert hat, in der Hoffnung, später billiger zurückkommen zu können. Im Moment funktioniert die Taktik, aber in meinen Augen entsteht auf diese Weise eine Übertreibung nach unten, die sich sehr schnell auflösen kann.

Delivery Hero hat eine globale technische Basis geschaffen

Bisher war Delivery Hero ein Sammelsurium aus regionalen Brands und Landesgesellschaften. In jedem Land wurden die Geschäfte ein bisschen anders geführt. Übergreifende Synergien waren so oft nicht so leicht zu heben. Das soll sich künftig allerdings kräftig ändern.

Zum einen hat das Management stärker integrierte überregionale Einheiten gebildet. Und zum anderen haben die Software-Entwickler des Konzerns hart daran gearbeitet, alle Töchter auf eine gemeinsam technische Basis zu stellen.

Das bedeutet erstens, dass Mehrfachentwicklungen wegfallen, was Kosten spart. Zweitens entsteht so ein gemeinsamer Datenschatz, der allen Bereichen zugutekommt. Und drittens lassen sich neue Features schneller in allen Regionen ausrollen.

Auf dem Weg zum Tech-Konzern mit Super-App

Nachdem die Herkulesaufgabe der einheitlichen technischen Basis nun weit fortgeschritten ist, kann sich Delivery Hero mit Nachdruck auf weitere Themen zur Umsatz- und Margensteigerung stürzen.

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Dazu gehört der Ausbau von Quick Commerce und eigenen DMarts. Damit gelingt es, Kunden mit vielfach höherem Monatsumsatz an sich zu binden. Über die Stärkung der Lieferlogistik, die Förderung von besonderen Deals und die Anbindung weiterer Partner wird das Angebot immer attraktiver.

Je intensiver die Apps genutzt werden, desto mehr lassen sich auch neue Ertragsstandbeine wie Werbung und Fintech aufbauen. Das Management treibt diesbezüglich eine Reihe von Initiativen voran und denkt auch in Richtung Mobilitätsdienste. Stück für Stück wird so aus der simplen App zur Pizza-Bestellung eine Super-App, die mit agentischer KI aufgemotzt wird.

Spannend finde ich zudem, dass Delivery Hero bereits mit Drohnen und Robotern experimentiert, welche die Rider-Netzwerke ergänzen würden, und neue Möglichkeiten eröffnen. Mit Hyundai verfügt das Unternehmen über einen starken Entwicklungspartner.

Die Delivery-Hero-Aktie ist günstig

Delivery Hero hat einige unruhige Jahre hinter sich, geprägt von spektakulären Deals und diversen Rückschlägen. Aber nun scheint für mich alles angerichtet, um durchzustarten. Nach dem jüngsten Abverkauf bringt der Konzern nicht einmal mehr 5 Mrd. Euro auf die Waage. Dem steht ein über die Plattform abgewickelter Wert (GMV) von 12,2 Mrd. Euro gegenüber – allein im vergangenen Quartal.

Der Umsatz wächst mit einer Rate von 22 % und die Margen zeigen in die richtige Richtung. Das Allzeithoch von 145 Euro erscheint derzeit unerreichbar. Aber ich finde dennoch, dass auf Sicht von einigen Jahren neue Hochs möglich sind, soweit das Unternehmen weiterhin zielstrebig an der Umsetzung seiner Strategie arbeitet.

Deshalb freue ich mich, dass man derzeit erstaunlich viele Delivery-Hero-Aktien einsammeln kann für sein Geld.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Delivery Hero. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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