Amazon-Aktie: Dividende in 2026 oder 2030?!

Hellblaue Amazon-Anhänger auf einem Parkplatz
Foto: Peter Roegner

Die Amazon-Aktie (WKN: 906866) zahlt bekanntlich keine Dividende. Das Management um CEO Andy Jassy hat keine eingeführt. Auch unter Jeff Bezos gab es keine Ausschüttungen. Um das direkt vorwegzunehmen: Im Jahr 2026 sind keine geplant. Auch für das folgende Jahr oder eine mittelfristige Prognose gibt es derzeit keine Planungen.

Der Druck wächst allerdings. Tech-Konzerne wie Alphabet oder Meta Platforms haben mit einer zumindest kleinen Dividende begonnen. Zwar ist Amazon alles andere als der Konzern, der dem Druck von Analysten, Investoren oder Tech-Peers nachgibt. Es könnte aber auch Gründe für eine Ausschüttung geben. Großinvestor Jeff Bezos verkauft schließlich regelmäßig kleinere Aktienpakete, um seinen Lebensstil zu finanzieren. Er könnte auch Druck ausüben, dass stattdessen eine zumindest kleinere Ausschüttung erfolgt.

Blicken wir auf das Für und Wider beim Thema Dividende und der Amazon-Aktie. Meiner Meinung nach gibt es für beides gute Gründe, zumindest perspektivisch. Ob wir in der finalen Abwägung zu einer klaren Einschätzung kommen? Mal sehen!

Amazon-Aktie: Für die Dividende? Gibt es Argumente!

Wir haben bereits gesehen, dass Jeff Bezos seinen Lebensstil auf der Amazon-Aktie aufgebaut hat. Außerdem sind die Peers vorhanden. Ein weiteres Argument ist besonders der enorm hohe Cashflow, den das operative Geschäft erwirtschaftet. Der operative Cashflow liegt in den letzten zwölf Monaten bei 148 Mrd. US-Dollar. Das wiederum spricht dafür, dass eine Dividende definitiv leistbar wäre. Im Endeffekt könnte das Management überschüssiges Kapital an die Investoren zurückgeben. Selbst wenn dessen Anteil bei lediglich 5 % des operativen Cashflows wäre, würden etwa 7 Mrd. US-Dollar pro Jahr an die Investoren fließen.

Zu guter Letzt sehen wir außerdem, dass Amazon Kapitalrückführungen grundsätzlich nicht skeptisch gegenübersteht. Das Management setzt bereits seit Jahren Aktienrückkäufe ein. Im Jahre 2022 entschied das Management, dass man 10 Mrd. US-Dollar in die eigene Aktie investieren möchte. Zuvor waren es im Jahre 2016 bis zu 5 Mrd. US-Dollar, wovon allerdings nur knapp über 2 Mrd. US-Dollar genutzt worden sind. Trotz der Enthaltsamkeit beim Thema Dividende kann Amazon eine gewisse Historie mit Kapitalrückführungen vorweisen.


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In Summe sehen wir daher vier Argumente, die für eine Dividende bei der Amazon-Aktie sprechen könnten: Jeff Bezos als großer Profiteur, der Druck der Tech-Konzerne, der enorme operative Cashflow und bereits eingetretene Kapitalrückführungen. Um das aber auch direkt mit dir zu teilen: Es sind vermeintlich die eher schwächeren Argumente.

Darum bleibt das Management zurückhaltend

Auf der anderen Seite gibt es hervorragende Gründe, warum die Amazon-Aktie bislang auf eine Dividende verzichtete. Bereits Jeff Bezos äußerte in seiner Amtszeit als CEO, dass man stets die Logik der Opportunitätskosten verwende. Das bedeute, dass man vor jedem Mitteleinsatz überlege, was man stattdessen mit dem Geld anfangen könnte. Bislang standen stets Wachstum und Investitionen über der Aussicht auf eine Dividende.

Amazon startet jetzt eine der größten Investitionen in seiner Unternehmensgeschichte. Im Jahre 2026 sollen bis zu 200 Mrd. US-Dollar in Künstliche Intelligenz fließen. Damit möchte der US-Tech-Konzern auch in diesem Markt einer der dominantesten Akteure werden. Wir sehen schnell, dass der operative Cashflow aufgebraucht ist. Opportunitätskosten sprechen daher eine klare Sprache: Es gibt Besseres. Sinnvolleres. Eben Wachstumsmöglichkeiten, die man ergreifen kann.

Daneben verfolgt Amazon noch weitere Ziele, die man ergreifen möchte. Per Project Kuiper soll womöglich ein Satelliten-Internetnetzwerk aufgebaut werden. Zudem steht die Automatisierung der gesamten Logistik auf der Agenda. Ob Robotik, Lagerautomatisierung oder andere, dazugehörige Bereiche: Es bestehen sehr viele Möglichkeiten, auch in Zukunft Geld zu investieren. Amazon bleibt damit voraussichtlich eine Reinvestitionsmaschine.

Zu den Kapitalrückführungen: Wir sehen, dass selbst die beginnenden Aktienrückkäufe eher zögerlich angegangen worden sind. Kapitalrückführungen stehen daher bislang nicht auf der Agenda. Weder systematisch. Noch isoliert. Bei der Amazon-Aktie geht es primär um eine konsequente Reinvestitionsstrategie. Auf absehbare Zeit dürfte das so bleiben.

Amazon-Aktie & die Dividende: Auf absehbare Zeit nicht!

Wenn ich daher zu einem Fazit kommen müsste, dann wäre es wohl: Die Amazon-Aktie wird uns auf absehbare Zeit wohl keine Dividende zahlen. Das Management möchte viele Projekte ergreifen. Dazu benötigt es den vollen operativen Cashflow und alle freien Mittel. CEO und CFO äußerten auf kritische Nachfragen der Analysten ebenfalls, dass es zu dem Thema nichts Neues zu sagen gäbe. Es würde mich daher verwundern, wenn es 2030 so weit wäre. Sag niemals nie. Aber das Jahr 2040 erscheint mir vielleicht als wahrscheinlicheres Szenario. Wenn überhaupt.

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Vincent besitzt Aktien von Alphabet, Amazon und Meta Platforms. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon und Meta Platforms.



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