1.000 Euro Dividende oder 1.000 Euro Zinsen: Was ist dir lieber?

Lieber Aktiensegler,
zwischen 1.000 Euro, die wir aus Dividenden erhalten, und 1.000 Euro, die wir als Zinsen ausgezahlt bekommen, gibt es erst einmal keinen Unterschied. Sie haben beide die gleichen Freibeträge, unterliegen ansonsten der gleichen Besteuerung. Wenn wir am Sonntag zehn Brötchen mit dem einen Geld oder dem anderen kaufen, wird der Bäcker keinen Unterschied machen.
Aber werden wir jetzt nicht allzu philosophisch. Trotzdem glaube ich, dass du sehr viel über dich und deinen Ansatz in Erfahrung bringen kannst, wenn du dir diese Frage stellst. Also, was ist dir lieber: 1.000 Euro Dividende oder soll dir das Geld doch lieber als Zins gezahlt werden?
1.000 Euro Dividende oder Zinsen: Die Feinheiten entscheiden
Auf den zweiten Blick sehen wir nämlich, dass die Herkunft der jeweiligen 1.000 Euro vollkommen unterschiedlich ist. Selbst wenn wir mal die Prämisse aufstellen, dass Dividendenaktien konsequent und zumindest konstant zahlen: Unser Geld unterliegt hier einer gewissen Unsicherheit. Der Aktienkurs kann korrigieren. Kollabieren. Crashen. Selbst eine Dividendenrendite von 5 % ist zumindest kurzfristig wenig wert, wenn wir einen Verlust von 30 % erleiden. Wir benötigen sechs Jahre, ehe wir unseren Einstand wiedererhalten. Puh. Risiko.
Auf der anderen Seite sehen wir hier, dass wir vollkommen unterschiedliche Gestaltungsspielräume haben. Wenn wir 1.000 Euro Dividende möchten, benötigen wir bei 5 % Dividendenrendite 20.000 Euro, die wir investieren müssten, bei 1 % 100.000 Euro. Natürlich haben wir einen begrenzten Spielraum auch beim Zins. Zwischen den Banken gibt es Unterschiede. Die eine Bank zahlt vielleicht 2,5 %, die andere hingegen 3,1 %. Aber in Summe bewegt sich viel in einem ähnlichen Rahmen. Der Leitzins gibt irgendwo ja die Konditionen vor.
Ein ebenfalls nicht unbedeutender Unterschied betrifft die Haltedauer. Die gängigen Zinsangebote sind eher Werbemittel. 3 % Zinsen auf Festgeld oder Tagesgeld? Gibt es eher für wenige Monate, vielleicht für ein Jahr. Eine Dividende können wir uns aber für Jahre oder Jahrzehnte sichern. Zumindest mit der richtigen Aktie und zumindest dann, wenn sie die Ausschüttungssumme je Aktie nicht kürzt.
Dafür sehen wir aber, dass wir einen tieferen Blick wagen müssen. Für 1.000 Euro Dividende sollten wir das Unternehmen gründlich analysieren. Nicht einfach Konditionen in Form von Dividendenrenditen und Einlagensicherung vergleichen. Bei Zinsen ist das möglich. Der Aufwand bei einer Dividende ist daher umso höher. Dafür können wir aber mit wachsenden Ausschüttungen belohnt werden. Nicht nur vom Zinseszinseffekt, der eintritt, wenn wir die Mittel reinvestieren. Dort ist der Zins wiederum maximal begrenzt.
Also, was ist deine Entscheidung?!
Ich habe die Frage heute übrigens bewusst mit 1.000 Euro gewählt. Einen solchen Betrag als Dividende zu erhalten erfordert einen gewissen Einsatz. Wir müssen fünfstellige Beträge investieren. Wenn du tendenziell eher zum Zins neigst, so ist das eine gute Antwort für dich. Denn hier erkennst du, dass dir Sicherheit, Planbarkeit und Beständigkeit lieber ist. Selbst wenn dich das Möglichkeiten kostet. Es kann sein, dass du kein Risiko eingehen willst. Das ist nicht nur legitim, das ist deine Entscheidung.
Wenn du aber zu den 1.000 Euro Dividende tendierst, solltest du eines nicht vergessen: Das benötigt Aufwand. Wissen. Analyse. Vergleiche. Es bestehen Risiken, aber auch bedeutend mehr Möglichkeiten. Ich persönlich glaube, dass es das wert ist, und würde mich für die 1.000 Euro Dividende langfristig entscheiden. Aber ich kann auch jeden verstehen, der das nicht tut und kein Risiko eingehen will.
Wichtig ist mir aber, dass du verstehst, was du eigentlich willst.
Auf deine nächsten 1.000 Euro, woher sie auch immer kommen mögen,
Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360
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