Die gefährlichste Aktie ist oft die beste

Zahlreiche dreieckige Warnschilder mit Ausrufezeichen
Bild: Milennia via Pixabay

Wer heute auf die größten Börsengewinner der vergangenen Jahrzehnte blickt, sieht häufig nur das Ergebnis.

Amazon (WKN: 806966) stieg um Tausende Prozent. Netflix (WKN: 552484) entwickelte sich vom DVD-Versender zum Streaming-Giganten. Nvidia (WKN: 918422) wurde zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt. Und Meta Platforms (WKN: A1JWVW) hat sich nach mehreren Krisen immer wieder zurückgekämpft.

Im Rückblick wirken diese Aktien fast wie Selbstläufer.

Die Realität sah allerdings völlig anders aus.

Die Kurseinbrüche, über die kaum jemand spricht

Amazon verlor nach dem Platzen der Dotcom-Blase zeitweise mehr als 90 % seines Wertes. Aus 100.000 Euro wurden zwischenzeitlich weniger als 10.000 Euro.

Meta Platforms brach 2022 um rund 75 % ein. Netflix verlor im selben Zeitraum zeitweise ebenfalls etwa drei Viertel seines Börsenwertes. Selbst Nvidia, heute häufig als Paradebeispiel einer Wachstumsaktie genannt, musste in seiner Geschichte mehrfach Rückgänge von mehr als 60 % verkraften.

Die spannende Frage lautet deshalb nicht, ob man diese Aktien gerne gekauft hätte.

Sondern ob man sie gehalten hätte.

Die größte Gefahr sitzt oft vor dem Bildschirm

Anleger suchen häufig nach Risiken in Geschäftsberichten, Bewertungen oder Marktanalysen.

Dabei liegt die größte Gefahr oft ganz woanders.

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Nämlich in den eigenen Emotionen.

Ein Kursverlust von 10 % klingt theoretisch harmlos. Bei 50 % wird es deutlich unangenehmer. Und wenn eine Position plötzlich 70 % oder 80 % im Minus steht, geraten selbst erfahrene Investoren ins Grübeln.

Genau deshalb schaffen es viele Anleger nicht, die größten Gewinner tatsächlich bis zum Ende zu begleiten.

Nicht weil sie die falschen Aktien kaufen.

Sondern weil sie die richtigen Aktien nicht lange genug halten.

Gute Unternehmen fühlen sich selten bequem an

Rückblickend erscheint die Geschichte vieler Börsengewinner logisch. Amazon dominierte den Onlinehandel. Netflix veränderte die Unterhaltungsbranche. Nvidia profitierte vom Aufstieg von Künstlicher Intelligenz und Rechenzentren.

Doch diese Geschichten waren während der jeweiligen Krisen keineswegs offensichtlich.

Damals dominierten andere Schlagzeilen. Zu hohe Bewertungen. Sinkendes Wachstum. Neue Wettbewerber. Rezessionsängste.

Genau deshalb fühlen sich die besten Aktien häufig alles andere als angenehm an.

Wer sie besitzt, muss oft Phasen aushalten, in denen die Zweifel größer sind als die Zuversicht.

Was ich daraus gelernt habe

Je länger ich investiere, desto weniger interessieren mich kurzfristige Kursbewegungen. Natürlich schaue ich weiterhin auf Bewertungen, Geschäftsmodelle und Wettbewerbspositionen.

Noch wichtiger erscheint mir inzwischen jedoch eine andere Frage: Hat sich an der langfristigen Investmentthese wirklich etwas verändert?

Denn viele der größten Gewinner der Börsengeschichte waren zwischenzeitlich auch die Aktien, die am gefährlichsten aussahen.

Nicht weil ihre Unternehmen gescheitert wären. Sondern weil ihre Kurse brutal eingebrochen sind.

Genau deshalb glaube ich heute: Die gefährlichste Aktie ist oft nicht die schlechteste.

Manchmal ist sie sogar die beste. Vorausgesetzt, man besitzt die Geduld, durch die schwierigen Phasen hindurch investiert zu bleiben.

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Vincent besitzt Aktien von Amazon, Meta Platforms und Netflix. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Amazon, Meta Platforms und Netflix.



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