Warren Buffetts Coca-Cola war anders: Bedenke das, bevor du 1.000 Euro in die Aktie investierst!

Die Investition von Warren Buffett in Coca-Cola (WKN: 850663) gilt als Meisterwerk des langfristigen und unternehmensorientierten Investierens. Er kaufte zum Ende der 1980er Jahre für ca. 1,3 Mrd. US-Dollar Anteil des legendären Getränkekonzerns. Durch den Faktor Zeit und den Zinseszinseffekt erhält er mittlerweile in sechs bis sieben Quartalen seinen Einsatz vollständig wieder heraus.
Allein das zeigt, wie hoch die Dividendenrendite ist. Sie müsste irgendwo in den mittleren 60er-Prozentwerten liegen. Es wäre natürlich faszinierend, wenn wir diese Performance und Dividende erneut erleben könnten. Können wir aber nicht. Denn Coca-Cola damals und heute sind vollkommen anders.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Aktie von Coca-Cola irgendwie schlecht ist. Aber du solltest den Kontext kennen, zu dem Warren Buffett seine Aktien erworben hat. Ich bin nämlich der Überzeugung, dass wir hieraus sehr wichtige Lektionen für unsere Käufe lernen müssen.
Warren Buffett: Als er Coca-Cola gekauft hat …
Als Warren Buffett die Aktie von Coca-Cola erworben hat, steckte der US-amerikanische Getränkekonzern im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Kinderschuhen. In den USA war die Marke bereits beliebt und bekannt. Aber die internationale Expansion nahm gerade erst an Fahrt auf. Heute ist der Markt weltweit weitgehend abgegrast. Ein erster bedeutender Unterschied.
Aber der Konzern selbst war ganz anders strukturiert. Es gehörten quasi lediglich die Marken Coca-Cola, Fanta und Sprite zum Konzern. Das gesamte Eistee-Segment, die Fruchtsäfte, Sportgetränke und mehr? Fehlanzeige. Es gab sie, wenn, eher rudimentär. Zudem füllte der Konzern aus Atlanta damals noch selbst ab und setzte nicht auf sein Asset-Light-Modell, indem man die Abfüllung weitgehend an Drittabfüller auslagert. Das ist eine Neuerung, die sogar eher erst im letzten Jahrzehnt massiv an Fahrt aufgenommen hat.
Aber als Warren Buffett Coca-Cola-Aktien kaufte, war die Bewertung auch ganz anders. 3,3 % Dividendenrendite mögen uns heute nicht allzu hoch erscheinen. Mit einem deutlich stärkeren und dynamischeren Wachstum vor der Nase können wir diese Zahl aber kaum mit der heutigen Dividendenrendite von knapp unter 3 % vergleichen. Zudem ereignete sich im Jahre 1987 ein Börsencrash. In der Mitte der 1980er Jahre erlebte Coca-Cola einen regelrechten Aufstand der eigenen Kundschaft, als man die New-Coke einführte. Das Management des US-Konzerns besaß den Ruf, nicht besonders smart zu sein. Der Gesamtkonzern wurde eher verwaltet, als geführt. In dieser günstigen Gemengelage und mit dem enormen Potenzial der starken Marke investierte Warren Buffett: In eine günstige Aktie mit Wachstumspotenzial.
Die wichtige Lektion, die wir hiervon mitnehmen müssen!
Natürlich hat sich einiges zum Positiven verändert: Coca-Cola ist die starke Marke. Das Abfüllgeschäft ist ausgegliedert. Der Konzern gilt als effizient mit hohen Kapitalrenditen. Das ist eine Qualität, die Warren Buffett nicht vorfand. Aber in dem Weg sah er damals einen großen Teil seiner Rendite. Als Konzern, der jetzt weitgehend reife Märkte bedient, haben wir dieses Potenzial nicht mehr.
Was bedeutet das für uns als Investoren? Ganz einfach: Wir müssen selektiv bei Coca-Cola agieren. Einfach zu kaufen und knapp unter 3 % Dividendenrendite zu kassieren wird uns nicht reich machen. Mit den derzeitigen Wachstumsraten von vielleicht 2 % bis 8 % (wenn es mal richtig gut läuft!) werden wir kaum die Welt aus den Fugen heben. Deshalb bin ich der Überzeugung: Wir müssen bei dieser speziellen Qualitätsaktie auf unsere Chance warten.
Das wiederum können wir uns durchaus von Warren Buffett abschauen, denn hin und wieder existieren die Chancen. Beispielsweise, als Coca-Cola in der Pandemie durch den Wegfall des Restaurantgeschäft einen größeren Teil seiner Umsätze verlor. Möglich könnten in Zukunft das Thema Zuckersteuern sein. Oder andere Dinge, die lediglich temporär an der Erfolgsgeschichte rütteln.
Ich glaube, dass wir die Aktie mit deutlich über 4 % Dividendenrendite, gegebenenfalls sogar in einem echten Crash auch mal mit fast 5 & Dividendenrendite kaufen können. Dann hat die Aktie das Potenzial, ähnlich gute, aber nie ganz so starke Ergebnisse wie bei Warren Buffett zu erzielen. Aber heute bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 28 und einer Dividendenrendite von ca. 2,9 % halte ich die Aktie für etwas zu teuer. Wie gesagt: Vor dem Hintergrund, dass man gute Gesamtrenditen erhalten will.
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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

