Eine Aktie, die dir jeden Tag 1 Euro zahlen wird, wenn du heute 1000 Euro investierst

Nahaufnahme eines Auges mit Dollarzeichen darin
Bild: geralt via Pixabay

Einkommensinvestoren, die in etablierte Dividendenaktien investieren, können typischerweise mit 4 bis 5 % Rendite rechnen. Bei 1.000 Euro sind das rund 50 Euro Dividende im Jahr, also etwa 4 Euro im Monat oder 0,15 Euro pro Tag. Das reicht für einen Kaugummi, aber kaum für ein spürbares Zusatzbudget. Viel interessanter ist die Frage: Kann eine einmalige Anlage von 1.000 Euro ein regelmäßiges Extra von 1 Euro pro Tag liefern?

Das hört sich zunächst fast absurd an. Aber ich zeige dir, wie es funktionieren kann, warum man dafür heute keine Dividendenaktien benötigt, und warum dieser Ansatz skalierbar ist.

Die Dividenden-Mathematik kurz erklärt

Ein Euro pro Tag entspricht 365 Euro pro Jahr. Bezogen auf 1.000 Euro ist das eine Rendite von 36,5 %. Bei einer Ausgangsdividendenrendite von 4 bis 5 % müsste die Ausschüttung etwa verachtfacht werden, was viele Jahrzehnte dauern kann, weil Großdividendenzahler meistens kaum wachsen.

Beginnt man hingegen bei moderaten 2,3 %, ist zwar sogar eine Versechzehnfachung nötig, weil 2,3 % × 16 ≈ 36,8 %. Aber jährliche Erhöhungen von knapp 20 % sind dann plausibler, weil auf diese Weise mehr in das operative Wachstum investiert werden kann. Dann dauert eine Verdopplung der Ausschüttung etwa vier Jahre. Viermalige Verdopplung für eine Versechzehnfachung ergibt also rund 16 Jahre.

Alternativ kann starkes Kurswachstum ohne Ausschüttungen die Zeit weiter verkürzen: verzehnfacht sich der Kurs in etwa 10 Jahren und zahlt das Unternehmen danach 2 bis 3 % auf den künftigen Kurs, entspricht das 20 bis 30 % auf den Einstiegskurs. Mit moderaten Dividendensteigerungen wäre das Ziel von 36,5 % dann in rund 12 Jahren erreichbar.

Wie man geeignete Aktien findet

Etwas Geduld wird also notwendig sein, denn sofortige, hohe Renditen versprechen nur unseriöse Plattformen. Um das angestrebte Ziel anzuvisieren, muss der Blick bei der Aktienauswahl weit in die Zukunft reichen. Wichtige Kriterien sind: Marktposition, Wachstumspotenzial, Cashflow-Qualität, Kapitalallokation und Managementdisziplin. Eine Dividendenaktie muss es hingegen (noch) nicht sein. Vielmehr kann eine fehlende Dividende sogar vorteilhaft sein.

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Entscheidend ist zu prüfen, ob die einbehaltenen Mittel in echte Wachstumsprojekte fließen oder nur Bilanzlöcher gestopft werden. Ideal ist ein Unternehmen, das über 10 bis 20 Jahre seinen Kurs durch Reinvestitionen verzehnfacht und anschließend eine nachhaltige Dividendenpolitik etabliert. Dann reichen moderate Dividendenrenditen auf den künftigen Kurs, um bezogen auf den Einstiegskurs fantastische Erträge zu erzielen.

1 Euro pro Tag mit 1000 Euro Investment: Reale Beispiele als Orientierung

Ein anschauliches Beispiel liefert die SAP-Aktie (WKN: 716460): Vom Tief 2002 bis zum Hoch 2025 hat sich der Kurs mehr als verzwanzigfacht. Damals hätte man für 1.000 Euro stolze 100 Aktien kaufen können. SAP zahlt regelmäßig Dividenden und hat diese tendenziell gehalten oder erhöht. Bei 100 Anteilen und einer kommenden Dividende von etwa 2,50 Euro ergäbe das 250 Euro pro Jahr. Das ist schon nahe an unserem Ziel und es ist absehbar, dass es in wenigen Jahren erreichbar ist.

In diesem Fall hätte es folglich etwa drei Dekaden gedauert. Aber da geht bestimmt noch mehr. Wie wäre es zum Beispiel mit Alphabet (WKN: A14Y6H)? Der Google-Konzern kann auf eine fantastische Wachstumsgeschichte zurückblicken. 2012 hätte man für 1000 US-Dollar etwa 70 Aktien (im heutigen Splitverhältnis) kaufen können. Im Geschäftsjahr 2024 wurden zum ersten Mal Quartalsdividenden ausgeschüttet, die sich nach vier Quartalen auf 80 Cent summierten.

Damit erhalten wir zwar erst 56 Euro. Allerdings ist die Ausschüttungsquote lächerlich gering. Alphabet könnte problemlos das Zehnfache je Anteil bezahlen, ohne an seine Substanz zu gehen. Damit wären sogar fast 2 Euro pro Tag möglich, und das schon nach 13 Jahren. Das ist zwar hypothetisch, aber es zeigt, dass das Prinzip funktioniert.

1 Euro pro Tag ist nicht das Ende der Fahnenstange

Der beschriebene Weg ist ambitioniert und funktioniert nicht immer exakt so. Dennoch ist die Perspektive nützlich: Sie schlägt den Bogen vom heutigen Wachstum zu den großartigen zukünftigen Ausschüttungen. Das Beste dabei ist, dass das Prinzip skalierbar ist.

In einigen Jahren einen Zuschuss von 1 Euro pro Tag zu bekommen, der zuverlässig aus Dividenden fließt, ist schon eine nette Sache. Aber wer sagt, dass wir das nur einmal schaffen werden? Wir können uns regelmäßig auf die Suche nach einem passenden Unternehmen machen. Über die Zeit bildet sich so ein Portfolio an Aktien mit dem Potenzial, uns in Zukunft diese Ausschüttungen zu liefern.

Wenn dann eine Handvoll dabei ist, die in diese Bereiche vorstößt, dann summiert es sich zu einem wunderbaren Nebeneinkommen. Wir haben es in der Hand!

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Alphabet und SAP.



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