Warum Mutares dort verdient, wo andere aufgeben

Von meinem Besuch auf dem Deutschen Eigenkapitalforum (EKF) in Frankfurt ist mir die Präsentation von Mutares (WKN: A2NB65) gut in Erinnerung geblieben. CIO Johannes Laumann stellte vor vollem Publikum das Geschäftsmodell des Unternehmens vor und gab einen Einblick in die aktuellen Beteiligungen. Ich kannte Mutares vom Namen her zwar schon lange, hatte mich aber zuvor nie wirklich mit dem Unternehmen aus München auseinandergesetzt.
Offensichtlich ein Fehler, denn die Aktie von Mutares hat sich innerhalb der letzten 5 Jahre rund verdoppelt und wäre somit ein ausgezeichnetes Investment gewesen. Als langfristig orientierter Anleger blicke ich jedoch lieber in die Zukunft, als entgangenen Gewinnen nachzuweinen. Daher habe ich mich, auf Basis meiner Erkenntnisse des EKF, intensiver mit dem Unternehmen beschäftigt und möchte meine Erkenntnisse nachfolgend mit dir teilen.
Mutares verdient dort Geld, wo andere aufgeben
Das Geschäftsmodell von Mutares ist in der Ausführung zwar hochkomplex, aber in der Erklärung ist es einfach: Mutares erwirbt mittelständische Unternehmen und Konzernanteile in Umbruchsituationen, die ein deutliches operatives Verbesserungspotenzial aufweisen. Nach der Stabilisierung und Neuausrichtung des erworbenen Unternehmens wird die Beteiligung wieder veräußert. Kurz gesagt: Mutares päppelt krisengebeutelte Unternehmen wieder auf und verkauft sie nach erfolgter Transformation (im Idealfall) wieder gewinnbringend. Dabei wird eine Rendite von 7 bis 10 Mal ROIC (Return on Invested Capital) auf die Gesamtinvestition angestrebt.
Vom Prinzip her passt dieses Geschäftsmodell her nicht zu der gelebten Philosophie der Aktienwelt360. Wir investieren langfristig in ein Unternehmen und möchten über Jahre hinweg an dessen Erfolg partizipieren. Mutares hingegen ist durch seine Strategie auf kurz- bis mittelfristige Gewinne aus. Trotzdem bin ich der Meinung, dass Mutares, obwohl die Strategie kurzfristiger Natur ist, für seine Aktionäre langfristig Mehrwerte schafft.
Der erste Beleg dafür ist die langfristige Performance der Aktie. Seit dem Börsengang im Jahr 2008 wurde eine Gesamtrendite von über 6.000 % erzielt (Stand: 17.12.2025, maßgeblich für alle Berechnungen). Weiter verfolgt Mutares eine nachhaltige Dividendenpolitik. Ziel ist es, seine Aktionäre direkt und fortwährend am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Die Dividende setzt sich aus einer Basisdividende und einer exit-abhängigen Performance-Dividende zusammen. Für 2024 wurde eine Dividende in Höhe von 2 Euro je Aktie ausgeschüttet, was beim aktuellen Kurs eine Dividendenrendite in Höhe von ca. 6,8 % bedeutet.
Als Aktionär kann man darauf vertrauen, dass die Interessen mit denen des Managements gleichgestellt sind. Immerhin hält der CEO Robin Laik 25 % des Unternehmens, während das restliche Management weitere 11 % der Anteile besitzt.
Wohin die Reise noch gehen kann
Rückwirkend betrachtet konnte das Management von Mutares bisher sehr gut abliefern. Doch wird diese Erfolgsgeschichte in Zukunft fortgeschrieben? Lohnt es sich, als langfristig orientierter Investor in die Mutares-Aktie einzusteigen? Blicken wir darauf, wohin die Reise noch gehen kann.
Grundsätzlich befindet sich Mutares im Augenblick in einem attraktiven wirtschaftlichen Umfeld. CIO Laumann hob auf dem EKF hervor, dass insbesondere die Wirtschaft in Frankreich deutlich angeschlagen ist und somit potenzielle Übernahmechancen für Mutares eröffnet. Auch hierzulande gibt es attraktive Möglichkeiten.
Große Konzerne trennen sich unter wirtschaftlichen Druck gerne von vermeintlich wenig lukrativen Geschäftssparten. Diese sind meistens deswegen nicht lukrativ, weil sie schlecht gemanaged werden. Ein gutes Beispiel dafür ist Steyr Motors, eine Firma, die Mutares erfolgreich re-etabliert und gewinnbringend veräußert hat. Obwohl das Kernprodukt von Steyr Motors gut war, wurden Unmengen an Gelder für fragliche Nachhaltigkeitsziele ausgegeben. Nach der Übernahme durch Mutares wurde dies eingestellt, wodurch sich eine hohe Kostenersparnis ergab.
Auch andere Beteiligungen, die im Laufe der Zeit veräußert werden, dürften für das Unternehmen gewinnbringend sein. Zuletzt reduzierte Mutares seine Beteiligung an Terranor und erzielte damit einen Bruttoerlös von rund 6 Mio. Euro. Auf Holding-Ebene plant das Management für das Geschäftsjahr 2025 mit einem Nettogewinn in Höhe von 130 bis 160 Mio. Euro.
Nicht jede Beteiligung wird ein Erfolg sein. Es liegt in der Natur des Geschäfts, dass man auch mal „ins Klo greift“ und eine Beteiligung erwirbt, die sich nicht optimieren und lukrativ veräußern lässt. Solange sich in Summe aller Beteiligungen eine positive Bilanz ziehen lässt, wird das Geschäft von Mutares aus meiner Sicht auch in Zukunft prosperieren.
Die Mutares-Aktie ist attraktiv
Die Bewertung der Mutares-Aktie ist etwas tricky. Umsätze und Gewinne schwanken durch die Übernahmen und die Verkäufe recht stark, weshalb man auf Basis dieser Kennzahlen nicht wirklich eine fortlaufende Bewertung des operativen Erfolgs durchführen kann. Meiner Meinung nach sollte man daher auf die Entwicklung des Eigenkapitals achten. Hierbei blendet man Fremdkapital aus und fokussiert sich auf die Assets, die dem Unternehmen bzw. den Aktionären direkt gehören.
Am 31.12.2024 lag das Eigenkapital bei 406,3 Mio. Euro. Am 30.09.2025 lag es bereits bei 447,1 Mio. Euro, was einer Steigerung um ca. 10 % entspricht. In dem genannten Zeitraum wurde also Substanz (Geld auf der Bank, Gewinnrücklagen, etc.) für die Aktionäre hinzugewonnen.
Auf Basis der Marktkapitalisierung und des angegebenen Eigenkapitals zum dritten Quartal 2025, lässt sich ein Kurs-Buch-Verhältnis von rund 1 ermitteln. Das heißt, die Mutares-Aktie wird gegenwärtig zu fast demselben Wert gehandelt, wie auch Eigenkapital im Unternehmen vorhanden ist. Berücksichtigt man die starke Dividendenrendite in Höhe von 6,8 %, empfinde ich die Mutares-Aktie als attraktiv bewertet.
Ich persönlich werde einen Sparplan auf das Unternehmen aufsetzen und demnächst auch eine Startposition eröffnen, weil ich davon ausgehe, dass das Management langfristig weiterhin gute Deals abwickeln wird. Und während das Eigenkapital sich mehrt, wird mir die Wartezeit mit einer schönen Dividende versüßt.
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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
