Wette gegen die Tesla-Aktie: Warum es gerade jetzt interessant wird
Seit Jahren läuft der Kampf zwischen Bullen und Bären: Ist Tesla (WKN: A1CX3T) das dominante Unternehmen der Zukunft, das die Welt mit autonomer Mobilität und humanoiden Robotern ausstattet? Oder handelt es sich nur um einen mittelgroßen Autobauer, der früher oder später der Realität ins Auge blicken muss? Investoren, die gegen die Tesla-Aktie wetten, verloren in der Vergangenheit viele Milliarden. Elon Musk ist immer für eine Überraschung gut.
Allerdings denke ich, dass sich nun eine besonders gute Gelegenheit ergibt, um eine Wette gegen Tesla einzugehen und damit sein restliches Anlagedepot abzusichern. Du fragst dich vielleicht, warum gerade jetzt? Hier kommen meine Gründe, warum ich auf Sicht von einigen Monaten deutlich geringere Kurse sehe – und wie man die Absicherung umsetzen kann.
Was passieren muss, damit Tesla-Aktionäre einen guten Schnitt machen – und die Wette verloren geht
Tesla zahlt, im Gegensatz zu den meisten anderen Autobauern, keine Dividenden. Alles wird in die Expansion des eigenen Geschäfts und die exorbitante Vorstandsvergütung investiert. Wenn Tesla-Aktionäre eine solide Rendite erwirtschaften wollen, muss der Kurs künftig zumindest mit 6 bis 10 % pro Jahr zulegen, sagen wir 8 %.
Wenn wir dann noch jährlich mit 4 % Verwässerung wegen aktienbasierter Vergütung rechnen, dann müsste die Marktkapitalisierung etwa 12 % p.a. zulegen. Aus den aktuell 1,5 Billionen US-Dollar würde dann in zehn Jahren ein Wert von über 4,5 Billionen US-Dollar. Falls Tesla bis dahin ähnlich wie heute andere Tech-Giganten bewertet wird, könnte das KGV Ende 2035 bei etwa 30 liegen, was einem Jahresgewinn von 150 Mrd. US-Dollar entspricht.
Das ist zunächst ein Wert, der nicht völlig aus der Welt gegriffen erscheint. Schließlich wird der aktuelle Nettogewinn von Apple auf 112 Mrd. US-Dollar geschätzt, bei Microsoft und Alphabet sogar noch etwas mehr.
Die entscheidende Frage, die sich jeder an Tesla interessierter Investor stellen muss, lautet daher: Kann Tesla bis in zehn Jahren ein größeres Rad drehen als Apple oder der Google-Konzern heute?
Tesla hat noch keine Cashmaschine
Google und Apple sind unglaubliche Cashmaschinen mit globaler Reichweite. Werbung, Cloud, Geräte, Medien – sekündlich fließen Tausende US-Dollar in die Kassen.
| Unternehmen | Operativer Cashflow (FY 2024, Mrd. USD) | Cashflow pro Sekunde (USD) |
|---|---|---|
| Apple | 110 | ~3,490 |
| Microsoft | 95 | ~3,010 |
| Alphabet | 100 | ~3,170 |
| Amazon | 85 | ~2,700 |
| Meta | 55 | ~1,740 |
| Nvidia | 25 | ~790 |
| Tesla | 5 | ~160 |
| Summe | 575 | 18,200 |
Tesla backt hingegen noch vergleichsweise kleine Brötchen, wie die obige Tabelle zeigt. 2025 hat sich der Unterschied noch weiter vergrößert.
Tesla müsste nicht nur die technische Marktführerschaft übernehmen
Fans von Tesla sind überzeugt davon, dass Tesla in allem, was es anfasst, technisch führend ist. Aber ob das wirklich so ist, wird kontrovers diskutiert. Das ist die Basis der Wette gegen Tesla.
Sicher ist, dass die Big-Tech-Konkurrenz in den meisten Fällen tiefere Taschen und ähnliche Ambitionen hat. Wenn es um das autonome Fahren geht, sind Alphabets Waymo oder Zoox von Amazon auch schon weit fortgeschritten. Hinzu kommen diverse amerikanische Spezialisten und weitere starke Rivalen aus Europa und Asien.
Meiner Ansicht nach könnte Tesla im optimistischen Szenario einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz des Weltmarktes erreichen. Ob der groß genug ist, um die exorbitante Bewertung zu unterfüttern? Alleine wohl kaum.
Es müsste auf jeden Fall noch ein zweiter Volltreffer hinzukommen. Aber bei den humanoiden Robotern, die künftig millionenfach körperlich anstrengende, monotone oder gefährliche Arbeiten in Produktion, Logistik, Pflege, Reinigung und einfachen Dienstleistungen übernehmen sollen, ist die Situation ähnlich.
Beispielsweise kooperieren NVIDIA und Microsoft mit zahlreichen Robotik-Spezialisten aus den USA und Europa, indem sie komplette KI‑Ökosysteme zur Verfügung stellen, welche die Entwicklung beschleunigen. Ergänzend bieten etablierte Automobilkonzerne sich als Testfeld für solche alternativen Roboterentwickler an. Daneben setzen asiatische Technologie-Konzerne, die über viel Kapital und langjähriges Robotik-Know-how verfügen, eigene Akzente.
Ich finde auch wichtig zu bedenken, dass humanoide Roboter nicht automatisch die optimale Lösung für jede Aufgabe sind. In vielen Anwendungsfällen sind spezialisierte technische Systeme effizienter, günstiger und sicherer. Ich denke dabei zum Beispiel an bewährte Industrieroboterarme, Cobots, Transportroboter, funktional optimierte Service-Roboter und Exoskelette.
Amazon betreibt ein umfassendes Robotics-Entwicklungsprogramm und beschäftigt bereits mehr als eine Million autonome Roboter-Shuttles. Aber humanoide Kollegen stehen derzeit nicht zur Debatte.
Teslas Kerngeschäft stockt
In früheren Jahren stürmte Tesla mit hoher Geschwindigkeit in Richtung der Spitze der Automobilwelt. In schneller Folge wurden neue Werke aus dem Boden gestampft und einzelne Modelle erreichten zunächst die Marktführerschaft unter den Elektroautos. Schon bald darauf produzierte Tesla Stückzahlen, die sich mit den Volumenherstellern messen konnten.
Teslas Werke waren einst brandneu und mit modernster Automatisierungstechnik ausgerüstet. Schlaue Designdetails drückten die Stückkosten weiter und es flossen hohe Erträge aus dem Kohlendioxid-Handel. Dadurch entstand der Eindruck der Überlegenheit.
Aber mittlerweile altert nicht nur die Modellpalette. Auch die Fabriken nähern sich dem Durchschnittsalter bei den etablierten Autobauern an. Tesla verrannte sich mit abgefahrenen Modellen wie dem Cybertruck und bekommt sein Lkw-Geschäft nicht skaliert, während Wettbewerber kontinuierlich neue Varianten und Segmente besetzen.
In den USA ist die Förderung der Elektromobilität auf dem Rückzug. Gleichzeitig hat es sich Elon Musk in Europa mit seinen politischen Aktionen verscherzt. Und in Asien erobert die lokale Konkurrenz Marktanteile zurück. Folglich scheint die Zeit des schnellen Wachstums und der sprudelnden Gewinne im Rückspiegel zu liegen. Zumindest, solange Autos das Hauptgeschäft bilden.
Zusammengefasst
Tesla verfügt weder über die Cashflows noch über die globale Reichweite der größeren Tech-Giganten. Zusätzlich stockt das Kerngeschäft und es gibt gute Gründe, die Potenziale rund um Fahrzeugautonomie und humanoide Roboter in Zweifel zu ziehen.
Hinzu kommt, dass die Aktie stark verwässert wird. Und ihre Bewertung preist ein Szenario ein, das mir viel zu optimistisch erscheint. Wenn man davon ausgeht, dass schon der Gesamtmarkt bei den aktuellen Indexständen etwas zu teuer ist, dann könnte es spannend sein, sich den Einzelwert herauszugreifen, der womöglich am meisten zu dieser Übertreibung beiträgt.
Wie man jetzt gegen Tesla wetten kann
Aber wir wollen hier nicht zocken, sondern unser Depot absichern. Hoch gehebelte Papiere, die in wenigen Tagen ablaufen, kommen daher nicht infrage. Stattdessen gibt es eine Reihe von Alternativen, jede mit eigenen Vor- und Nachteilen. Wichtig ist, dass wir uns nicht zu stark unter Zeitdruck setzen lassen. Denn es ist unmöglich, zu wissen, wann die vermeintliche Korrektur einsetzen wird. Vielleicht schon in wenigen Tagen, vielleicht erst in einigen Monaten.
Außerdem sollten wir vermeiden, dass kurzfristige Kursausschläge unsere Short-Wette ausknocken. Zur Orientierung kommt hier eine Übersicht mit ausgewählten Instrumenten:
| Instrument | Funktionsweise | Chancen | Risiken | Geeignet für Unerfahrene? |
|---|---|---|---|---|
| Discount-Put (im Geld) | Put-Optionsschein mit Preisabschlag; begrenzter Gewinn, begrenztes Risiko | Einfacher als klassische Optionen, klarer Preisrahmen | Gewinn begrenzt, komplexe Preisbildung | Eher ja – überschaubar, Risiko klarer |
| Faktorzertifikate (Short) | Hebelprodukt, tägliche prozentuale Bewegung gegen Tesla | Hohe Transparenz, tägliche Anpassung | Starker Hebeleffekt, Zeitfaktor (Pfadabhängigkeit) | Eher nein – riskant durch Hebel |
| Bear-Knock-outs (weit im Geld) | Knock-out-Zertifikat mit Sicherheitsabstand; Wert steigt, wenn Tesla fällt | Klarer Mechanismus, „weit im Geld“ reduziert Knock-out-Risiko | Komplettverlust bei Knock-out, dennoch Hebelwirkung | Teilweise – nur mit großem Abstand zum Knock-out |
| Klassische Put-Optionen (Terminmarkt) | Recht, Tesla zu festem Preis zu verkaufen | Flexibel, direkte Wette | Komplex, Zeitwertverlust, Margin nötig | Nein – für Anfänger zu komplex |
Wenn dir das alles zu heiß ist, dann gibt es immer noch inverse ETFs auf einen Index wie Nasdaq 100. Schließlich sind diese weniger riskant und dürften ebenfalls steigen, wenn Tesla fällt. Funktioniert die Absicherung, dann wirst du freies Geld haben, sobald die Kurse zurückkommen. Auf alle Fälle kann eine solche Versicherung helfen, ruhiger durch turbulente Zeiten zu navigieren.
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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
