KCV von 14: Diese unbekannte Marktführer-Aktie ist jetzt günstig bewertet

Rote Luftballoons mit der Aufschrift Sale und Prozentzeichen.
Foto: Polina Tankilevitch via Pexels

Der Hersteller von Maschinen und Geräten für die Landschaftspflege The Toro Company (WKN: 861568) leidet seit rund drei Jahren unter einer schwächelnden Nachfrage nach seinen Produkten. Besonders Privatkunden, die 19 % der Umsätze ausmachen, schieben den Kauf einer neuen Schneefräse oder eines Garten-Bewässerungssystems in den wirtschaftlich eher unsicheren Zeiten gerne auf und lassen so die Unternehmensumsätze stagnieren.

Die News bei der Toro-Aktie

Im Ende Oktober abgelaufenen vierten Geschäftsquartal 2025 setzte sich diese Entwicklung fort. Der Umsatz mit Privatkunden fiel um 5 %, insbesondere weil weniger Rasenmäher verkauft wurden. Für sich genommen ist dieser Rückgang natürlich nicht schön, aber eine deutliche Verbesserung zu den -28 % aus dem vorherigen Quartal. Bei den bedeutenden gewerblichen Kunden kühlte sich das Wachstum hingegen ab. Im Quartal ging der Umsatz ganz leicht zurück (-0,4 %) nachdem in den vorherigen Quartalen die Bereiche Tiefbau und Golf den Umsatz angetrieben hatten. Insgesamt fiel der Umsatz im Quartal um 1 %, im Gesamtjahr 2025 um 2 %.

Der angepasste Gewinn je Toro-Aktie ging im Quartal um 4 % zurück (dieser ist um Impairment-Abschreibungen und Einmalaufwendungen im Zuge eines Einsparprogramms in der Produktion bereinigt). Treiber waren mehr Verwaltungskosten sowie weniger sonstige Erträge die vor allem aus einem Joint Venture für Finanzierungslösungen stammen. Im Gesamtjahr stieg der angepasste Gewinn je Aktie um 1 % auf 4,20 US-Dollar. Das ist genau der Wert aus dem Jahr 2022 – in den letzten drei Jahren stagnierte das Geschäft also.

Was die Zukunft bringen könnte

Laut der neuesten Prognose des Managements soll es im Jahr 2026 jedoch wieder aufwärts gehen. Der Umsatz soll um 2 bis 5 % zulegen, der angepasste Gewinn je Toro-Aktie im Mittelwert um 5 % ansteigen. Langfristig peilt das Unternehmen sogar ein angepasstes Gewinnwachstum von 8 bis 10 % an.

Treiber soll die langfristig steigende Nachfrage in Bereichen wie Golf und Tiefbau sowie neue, smartere, autonom agierende und elektrisch betriebene Produkte sein. Hinzu kommen Effizienzgewinne (das eingeleitete Einsparprogramm soll ab 2027 eine jährliche Kostenersparnis von knapp 3 % des Umsatzes einbringen). Auch weitere Übernahmen dürften das Ergebnis antreiben. Toro hat gerade erst verkündet, das kanadische Unternehmen Tornado Infrastructure Systems für rund 200 Mio. US-Dollar zu übernehmen und so sein wachsendes Tiefbau-Geschäft zu stärken.

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Wir blicken also weiterhin optimistisch auf Toro und warten geduldig darauf, dass die Konjunktur und Verbraucherstimmung wieder anziehen. Die Bewertung der Toro-Aktie zum 19-fachen angepassten Gewinn und 14-fachen Free Cashflow scheint uns nicht zu hoch.

Das Geschäftsmodell von The Toro Company im Überblick

The Toro Company ist breit aufgestellt: Mit den Segmenten Residential (Herstellung und Vertrieb von Rasenmähern, Schneefräsen, Laubbläsern, Systemen zur automatischen Bewässerung, etc. an Privatkunden), Landscape & Grounds (Geräte für Garten- und Landschaftsbauer wie Rasenmäher, Baumfräsen, Mini-Kompaktlader, Steuereinheiten, etc.), Underground & Specialty Construction (Geräte für den Tiefbau wie Richtungsbohrer, Grabenfräsen, Saugbagger, etc.), Golf (Spezielle Maschinen zur Pflege von Golfplätzen und auch anderen Sportplätzen) und der kleineren Geschäftseinheit Agricultural Micro Irrigation (Mikro-Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft) deckt man zahlreiche Zielmärkte ab.

Das Management sollte unserer Ansicht nach die Automatisierung und Digitalisierung seiner Produkte sowie deren Elektrifizierung vorantreiben und sich weiterhin auf den weniger stark überlaufenen Bereich der professionellen Anwender konzentrieren. The Toro Company ist mit diversen starken Marken besonders in den USA stark positioniert, sollte sich auf seiner oft marktführenden Position aber nicht ausruhen, sondern insbesondere in Themen wie Rasenmähroboter oder intelligente Bewässerungssysteme investieren und sich hier weiterhin durch kleinere Übernahmen verstärken.

Toro-Aktie: Die langfristigen Chancen und Risiken

Die größte Chance ist der riesige, stark fragmentierter Markt für die Produkte von Toro. Insbesondere außerhalb der USA ist das Wachstumspotenzial immens. Automatisierte, clevere digitale Lösungen dürften mehr und mehr alte Geräte ersetzen. In einzelnen Bereichen ist der Rückenwind besonders stark – wie im Tiefbau aufgrund hoher weltweiter Infrastruktur-Investitionen oder beim Golf aufgrund einer zunehmenden Popularität des Sports.

Es gibt jedoch eine Vielzahl starker Konkurrenten, die in Bereichen wie Automatisierung weiter zu sein scheinen und über tiefe Taschen verfügen –  wie John Deere, Husqvarna, Bosch, etc. Auch wenn The Toro Company besonders im weniger stark umkämpften Bereich der professionellen Anwender aktiv ist (81 % Umsatzanteil), könnte das Unternehmen technologisch zurückfallen.
Außerdem ist ein großer Teil des Geschäfts ziemlich zyklisch. Die Bereiche Residential und Landscape & Grounds machen zusammen mehr als die Hälfte des Umsatzes aus und hängen stark von der Gesamtkonjunktur ab.

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