Allianz-Aktie: 10 % Dividende in unter 4 Jahren wären möglich gewesen!
Bei der Allianz-Aktie (WKN: 840400) haben wir uns erst kürzlich die Frage gestellt, ob 10 % Dividende in 10 Jahren möglich sind. Das Fazit war gemischt. Es müsste jedenfalls ein sehr bedeutendes Wachstum passieren, das leicht außerhalb des oberen Endes der eigenen Prognose liegt. Persönlich denke ich, dass wir uns nicht auf ein solches Szenario verlassen sollten.
Aber ich habe etwas anderes, Spannendes gesehen: Die Allianz-Aktie wäre in unter vier Jahren auf über 10 % Dividendenrendite gekommen. Wer zum Oktober des Jahres 2022 die Anteilsscheine gekauft hätte, der bezahlte damals etwa 161 bis 168 Euro je Aktie. Das Management des DAX-Versicherers möchte in diesem Jahr 17,10 Euro je Aktie an die Investoren auszahlen. Damit hätten wir die Marke von 10 % überschritten und kämen im besten Fall auf 10,6 % Dividendenrendite.
Das wiederum nehmen wir heute zum Anlass, um überaus wichtige Lektionen zu lernen. Die Allianz-Aktie ist hier ein Paradebeispiel für ein im Nachhinein außergewöhnliches Investment. Bereit? Dann legen wir los!
Allianz-Aktie: Der Auslöser für die günstige Bewertung!
Wenn wir uns die Allianz-Aktie im Jahre 2022 ansehen, so fällt eines auf: Der Newsflow war damals alles andere als positiv. Es kursierte die sogenannte Affäre um die Structured Alpha Fonds vom Vermögensverwalter Allianz Global Investors. Der DAX-Versicherungskonzern wich hier mit den Fonds von der eigenen Strategie ab. Investoren sahen sich getäuscht und in der Folge zahlte die Allianz milliardenschweren Schadensersatz. Das belastete das Geschäftsjahr 2022 spürbar, wo das Periodenergebnis bis zum Ende des zweiten Quartals um über 50 % auf 2,47 Mrd. Euro einbrach.
So unsicher die Ausgangslage damals auch schien: Bei der Allianz-Aktie war das eigentlich nie ein Grund für eine größere Sorge. Denn es gab Indikatoren dafür, dass das operative Geschäft eigentlich sehr intakt ist. Angefangen vom operativen Ergebnis, das mit 6,73 Mrd. Euro weiterhin leicht gewachsen ist. Sowie auch die Prognose, die für damalige Verhältnisse einen Rekordwert beim operativen Ergebnis von 13,4 Mrd. Euro für das Geschäftsjahr 2022 vorsah. Es handelte sich bei der Structured Alpha Affäre daher um ein kurzlebiges und einmaliges Ereignis. Auch wenn es sich damals nicht so anfühlte: Aber der Effekt beschränkte sich auf einige Jahre.
Natürlich ist es für uns als Investoren nie ganz einfach, in ein kriselndes Geschäft zu investieren. Es drohen bei solchen Dingen stets zwei, drei Jahre, in denen das operative Geschäft vielleicht nicht so perfekt läuft. Die Kehrseite ist jedoch: Exakt in diesen Zeiträumen legen wir als Investoren das Fundament für außergewöhnliche Renditen. Wie hat es Warren Buffett einst zusammengefasst? Das Beste, was uns passieren kann, ist, wenn ein großartiges Unternehmen vorübergehend in Schwierigkeiten gerät … Wir wollen es kaufen, wenn es auf dem Operationstisch liegt. Exakt das war bei der Allianz-Aktie um das Jahr 2022 der Fall.
Das Wachstum setzte sich munter fort!
Daneben hat das Management der Allianz-Aktie die Dividende weiter wachsen lassen. Für das Geschäftsjahr 2021 wurden im Jahre 2022 noch 10,80 Euro je Aktie ausgezahlt. Seitdem ging es steil bergauf, insbesondere in den letzten Jahren mit vergleichsweise hohen Zinsen. Bereits im Folgejahr hat es 11,40 Euro gegeben, danach 13,80 und 15,40 Euro. Nun folgt mit 17,10 Euro ein weiterer, größerer Erhöhungsschritt.
Der für mich entscheidende Punkt ist: Bei der Allianz-Aktie hat sich sogar dieses Wachstum abgezeichnet. Im Jahre 2021 erklärte das Management auf einem Kapitalmarkttag, dass das Ergebnis je Aktie um mindestens 5 bis 7 % pro Jahr wachsen soll. Durch die steigenden Zinsen gab es sehr klare Katalysatoren für das operative Geschäft und insbesondere den Anlagenbereich (der natürlich Probleme in der Structured Alpha Krise hatte). Die Ausgangslage war im Jahre 2022 fundamental gesehen so eindeutig wie selten. Zumindest mittel- bis langfristig. Aber der Markt verkannte exakt das aufgrund einer Krise, die eigentlich fast schon überwunden war.
Allianz-Aktie: Ein Paradebeispiel für eine günstige Aktie mit jetzt 10 % Dividende!
Für mich ist die Retrospektive bei der Allianz-Aktie eigentlich das Paradebeispiel für temporäre Probleme bei einem eigentlich wachstumsstarken Konzern. Die grundsätzlichen Treiber waren intakt. Es gab lediglich eine kostspielige, aber lösbare Baustelle. Es geht bei dieser Erkenntnis aber nicht darum, ob wir das auch heute noch auf den DAX-Versicherer übertragen können. Entscheidend ist vielmehr, dass man dieses Grundprinzip erkennt.
Denn meiner Meinung nach können wir das in Teilen auf andere Aktien und andere Geschäftsbereiche übertragen. Denken wir beispielsweise an REITs, die vor Zinssenkungen stehen dürften. Oder an Lebensmittelkonzerne, die weiterhin eine starke Pricing-Power besitzen und mit einem soliden Markenportfolio glänzen. Es wird vielleicht nicht jedes Mal zu 10 % Dividende in unter vier Jahren führen. Aber wer heute beispielsweise mit 5 % initialer Dividendenrendite kauft und Raum für intaktes Wachstum sieht, der könnte vielleicht ein Fundament für sichere 7 oder 8 % in relativ kurzer Zeit legen.
Vielleicht noch ein Wort zur Allianz-Aktie: Hier gäbe es zwar aktuell „nur“ rund 4,5 % Dividendenrendite. Aber das Wachstum geht gemäß der neuen mittelfristigen Prognose voraussichtlich um 7 bis 9 % pro Jahr weiter.
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Vincent besitzt Aktien der Allianz. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der Allianz.
