Würde ich erneut 2.500 Euro in die Nintendo-Aktie investieren?!
Ich habe 2.500 Euro in die Nintendo-Aktie (WKN: 864009) investiert. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst einmal glaube ich an die Marke. Denn von Kindheit an bin ich selbst ein Fan der Produkte des Unternehmens. Aber es gehört mehr dazu: Denn ich habe den Zykliker im Videospielesegment eher am Tief gekauft. Das bedeutet, dass ich jetzt vom Switch-2-Aufschwung profitieren kann.
Doch der Switch-2-Aufschwung ist deutlich ins Stocken geraten. Die Nintendo-Aktie hat seit ihren Hochs im Sommer mehr als 30 % an Börsenwert eingebüßt. Das ist für ein Unternehmen, das gerade jetzt wächst und einen hohen Absatz bei seiner voraussichtlich erfolgreichen zweiten Switch-Konsole zeigt, überaus verwunderlich.
Würde ich daher jetzt erneut 2.500 Euro in die Nintendo-Aktie investieren? Sehen wir uns die aktuelle Ausgangslage an, ehe ich zu einem Fazit komme.
Nintendo-Aktie: Darum die Schwächephase
Die Nintendo-Aktie hat zuletzt an Wert eingebüßt, weil es offenbar steigende Kosten in der Produktion gibt. Auch bedingt durch die KI- und Halbleiter-Rallye würden die Herstellungskosten für die Switch 2 konsequent klettern. Das wiederum belaste die Profitabilität von Nintendo. Der Markt fürchtet, dass dieser Effekt über das bislang prognostizierte Niveau hinausgeht.
Aber was ist denn eigentlich der aktuelle Sachstand? Nintendo hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 den Umsatz um 110 % auf 1,1 Billionen Yen steigern können. Wir sehen bei einem Wachstum des operativen Ergebnisses um lediglich 19,5 % auf 145,2 Mrd. Yen, dass das profitable Wachstum gehemmter ist. Immerhin: Das Nettoergebnis wuchs um 83 % auf 198,9 Mrd. Yen. Aber es bleibt ein unterdurchschnittliches Wachstum. Mit über 10 Mio. verkaufter Einheiten innerhalb von vier Monaten sehen wir, dass das Konsolengeschäft ein überaus starker Treiber für das Wachstum gewesen ist. Das ist jedoch erst der erste Teil der neuen Wachstumsphase.
Zum Hintergrund: Ein klassischer Konsolenzyklus bei der Nintendo-Aktie läuft in der Regel so ab, dass in den ersten ein bis drei Jahren der Umsatz stark durch Konsolenverkaufe ansteigt. Danach sinken die Verkaufszahlen ein wenig (bleiben aber hoch), wohingegen die Spieleverkäufe an Fahrt aufnehmen. Das ist der Punkt, wo es richtig interessant wird: Denn die Spieleverkäufe haben höhere Margen und benötigen weniger Komponenten. Für uns als Investoren bedeutet das, dass wir uns nicht allzu sehr um die Kosten für die Halbleiter sorgen müssen. Denn das eigentlich lukrative Geschäft besteht bei den Spielen, wovon jeder Switch-Besitzer in der Regel im Durchschnitt ca. 10 erwirbt.
Zykliker mit Wettbewerbsvorteil!
Grundsätzlich sehe ich bei der Nintendo-Aktie daher einen intakten Wachstumskreislauf, unabhängig von den zuletzt schlechten Nachrichten. Bei der nun wieder günstigeren Bewertung sehe ich durchaus eine Chance. Denn für mich ist der japanische Videospielekonzern durchaus eine Aktie, bei der ich von starken Wettbewerbsvorteilen spreche.
Nintendo ist nicht der klassische Konsolenkonzern. Das Management hat über etliche Jahre und Jahrzehnte eine Marke aufgebaut. Dazu zählen insbesondere exklusive Spieletitel wie The Legend of Zelda, Super Mario, Pokémon, Pikmin, Metroid Prime, Animal Crossing und sogar antike Klassiker wie Game & Watch. Wer diese Spiele spielen will, der benötigt eine oder eben die aktuellste Konsole von Nintendo. Es ist anders, als bei Sony mit der PlayStation oder auch bei der Xbox von Microsoft. Denn gefühlt sind deren Formate ersetzbarer. Wer an Videospiele denkt, dem dürfte aber wohl als erstes an den Latzhose-tragenden Klempner mit der roten Kappe und der ikonisch dicken Nase denken. Das können wir sogar anhand einer Kennzahl greifbar machen: Denn der Markenwert beträgt wohl bis zu 105 Mrd. US-Dollar.
Jetzt ist die Nintendo-Aktie aufgrund des leicht geschwächten profitablen Zyklus mit einem leichten Discount zu haben: Bei einem Aktienkurs von ca. 10.600 Yen dürfte das 2026er Kurs-Gewinn-Verhältnis bei ca. 26 liegen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass der Wert mit steigen Videospieleverkäufen noch ansteigen kann.
Würde ich jetzt 2.500 Euro in die Nintendo-Aktie investieren?!
Die Frage, ob ich heute daher erneut 2.500 Euro in die Nintendo-Aktie investieren würde, kann ich sehr schnell beantworten: Ja, durchaus. Ich sehe in dem neuen Zyklus noch viel Potenzial. Die aktuelle Nachrichtenlage ist definitiv nicht so schlecht, wie der Markt es uns suggeriert. Die Bewertung ist nicht Value-günstig. Kann es aber werden, wenn wir mehr Videospieleverkäufe sehen, was für mich sehr wahrscheinlich ist.
Außerdem sehe ich abseits der Konsolen noch viel Potenzial. Nintendo hat erkannt, wie stark die eigene Marke ist. Mit Lizenzen ergründet man das Merchandising-Segment und Spielfilme. Selbst Freizeitparks und mehr. Ich persönlich denke, dass man mit der erweiterten Realität sehr viele seiner Klassiker in eine vollkommen neue Dimension hieven kann. Aber auch über Abonnements wie bei Nintendo Switch Online kann sich der Konzern etwas defensiver mit planbaren und wiederkehrenden Umsätzen aufstellen.
Persönlich sehe ich daher viele Gründe für Optimismus bei der Nintendo-Aktie. Wobei du eines nicht vergessen solltest: Es bleibt ein Zykliker und früher oder später wird der Zyklus auch mal wieder rückläufig sein.
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Vincent besitzt Aktien von Nintendo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Microsoft und Nintendo.
