12% Dividende? Mit dieser Zykliker-Aktie und etwas Geduld durchaus möglich!

Wer bei dem Thema Chemie nur an langweilige Schulversuche denkt, unterschätzt die Branche gewaltig – vor allem einige Aktien an der Börse. Denn während andere Sektoren mit modischen Trends glänzen, arbeitet die Chemie eher im Hintergrund – und zahlt im Durchschnitt gute Dividenden.
Ein Beispiel ist der Polymerhersteller LyondellBasell (WKN: A1CWRM). Kein Glamourwert, aber einer, der geduldigen Anlegern im richtigen Zyklus ein sattes Einkommen bescheren kann. Vor allem das zyklische Tief der Branche könnte bei einer Trendwende langfristig hohe Dividenden bedeuten. Doch vorher muss das Tal der Tränen aber erst einmal durchschritten werden.
Zykliker mit strukturellem Rückgrat
LyondellBasell zählt zu den weltweit größten Chemiekonzernen und ist vorwiegend in der Herstellung von Kunststoffen, Chemikalien und Raffinerieprodukten tätig. Aufgrund der engen Verknüpfung der Nachfrage mit der globalen Industrieproduktion, dem Konsum und den Energiepreisen ist das Geschäftsmodell stark zyklisch.
Genau diese Zyklik sorgt jedoch regelmäßig für Phasen, in denen Gewinne und Aktienkurse deutlich unter Druck geraten – wie aktuell. Seit etwa 2024 gibt es für den Kurs kein Halten mehr. Nach unten, versteht sich. Die Aktie verlor mehr als die Hälfte ihres Werts und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.
Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über eine starke Marktstellung, moderne Anlagen und Kostenvorteile. Diese erlauben es, Schwächephasen zu überstehen und im Aufschwung überproportional zu profitieren.
Dividendenpolitik mit Augenmaß
LyondellBasell ist für seine aktionärsfreundliche Kapitalallokation bekannt. Das Management hat sich klar zu einer attraktiven Dividende bekannt und diese über Jahre hinweg stabil gehalten bzw. sogar erhöht. Regelmäßige Aktienrückkäufe sorgen für zusätzlichen Rückenwind.
Die Krux dabei ist: In zyklischen Tiefpunkten steigt die Dividendenrendite rechnerisch stark an. Teilweise kommt es bei Zyklikern auch zu Kürzungen. Auch bei LyondellBasell ist eine solche Kürzung nicht ausgeschlossen, wobei zuletzt eher stabile Tendenzen zu erkennen waren. Die letzte Quartalsausschüttung summierte sich auf 1,37 US-Dollar. Analysten gehen sogar von einer leichten Steigerung für 2026 aus.
Das entspricht bei einem aktuellen Kurs von 46,20 US-Dollar immerhin fast 12 %. Diese Rendite ist nicht das Ergebnis einer riskanten Ausschüttungspolitik, sondern ergibt sich aus niedrigen Kursen bei weiterhin tragfähigen Cashflows.
Allerdings haben sich auch die Cashflows in den letzten Jahren verschlechtert, so viel sei gesagt. Die Chemiebranche läuft derzeit schwach, mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig wirken.
Eine schleppende Weltkonjunktur dämpft die Nachfrage der wichtigsten Abnehmer chemischer Produkte: Industrie, Bau- und Konsumgütersektor. Gleichzeitig haben hohe und volatile Energiepreise die Produktionskosten stark erhöht, insbesondere in Europa, wo die Chemieindustrie sehr energieintensiv ist.
Hinzu kommen volle Lagerbestände nach der Nachfragespitze der Vorjahre, sodass Kunden weniger nachbestellen. Steigende Zinsen und geopolitische Unsicherheiten bremsen zudem Investitionen. Diese Kombination aus schwacher Nachfrage und hohem Kostendruck drückt Margen und Gewinne – ein typisches Merkmal einer zyklischen Tiefphase der Branche.
LyondellBasell-Aktie: Geduld als entscheidender Hebel
Die eigentliche Renditequelle liegt im Zeitfaktor. Wer LyondellBasell in einer konjunkturellen Schwächephase kauft und mehrere Jahre hält, profitiert im Idealfall doppelt.
Einerseits fließen hohe laufende Dividenden, andererseits steigt der Aktienkurs in der Regel deutlich, sobald sich die Industrienachfrage erholt. Historisch gesehen folgten auf schwache Jahre regelmäßig kräftige Ergebnis- und Kursanstiege. Mit etwas Glück kann sich Geduld hier auszahlen. Voraussetzung ist, dass Anleger die Schwankungen aushalten, nicht auf dem Tiefpunkt verkaufen und dass LyondellBasell von einem guten Management durch die Branchenkrise geleitet wird.
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Frank besitzt Aktien von LyondellBasell Industries. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
