Diese Aktie verdient Geld, egal was 2026 passiert

Eine Person bezahlt im Handel mit einer Visa-Kreditkarte
Foto: Karolina Grabowska via Pexels

Stell dir ein Unternehmen vor, das an jedem Einkauf mitverdient. Egal, ob du im Supermarkt, beim Online-Shopping oder im Restaurant bezahlst. Egal, ob die Wirtschaft boomt oder in eine Rezession rutscht. Ein Unternehmen, das nicht selbst produziert, keine Waren lagert und kein Kreditrisiko trägt, aber trotzdem bei praktisch jeder Transaktion einen kleinen Anteil kassiert. Das klingt nach einem perfekten Geschäftsmodell, oder?

Ein solches Unternehmen gibt es tatsächlich, und die Chancen stehen gut, dass jeder es heute schon mehrmals genutzt hat, ohne groß darüber nachzudenken. Im Geschäftsjahr 2025 verarbeitete es weltweit über 257 Mrd. Transaktionen und erzielte dabei einen Umsatz von rund 40 Mrd. US-Dollar bei einer Gewinnmarge von über 50 %. Die Rede ist von Visa (WKN: A0NC7B), dem globalen Zahlungsnetzwerk, das praktisch überall präsent ist und dabei eine der stabilsten Einnahmequellen der gesamten Börsenwelt aufgebaut hat.

Das Geschäftsmodell, das überall partizipiert

Was macht Visa so besonders? Das Unternehmen verdient sein Geld weder durch Zinsen wie eine Bank noch durch den Verkauf von Produkten wie ein Einzelhändler. Visa betreibt mit dem VisaNet ein Zahlungsnetzwerk, das Händler, Banken und Verbraucher miteinander verbindet. Wenn jemand mit seiner Visa-Karte bezahlt, läuft die Transaktion in Sekundenbruchteilen über dieses Netzwerk und Visa kassiert dafür eine kleine Gebühr.

Der Clou dabei ist, dass Visa selbst weder Geld verleiht noch Karten ausgibt. Die Banken geben die Karten heraus, tragen das Kreditrisiko und verdienen die Zinsen. Visa stellt lediglich die Infrastruktur bereit, über die die Zahlung abgewickelt wird. Das bedeutet konkret: Visa hat praktisch keine Ausfallrisiken, keine Kreditverluste und keine aufwendige Kundenverwaltung. Die Kosten sind relativ gering, während die Einnahmen mit jedem Karteneinsatz nahezu automatisch fließen.

Diese Struktur macht das Geschäftsmodell extrem widerstandsfähig. Egal, ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft – Menschen kaufen weiterhin ein. In einer Rezession geben sie vielleicht weniger aus, hören aber nicht komplett auf zu konsumieren. Selbst wenn das Transaktionsvolumen leicht sinkt, läuft das Netzwerk weiter und Visa verdient weiterhin mit. In Wachstumsphasen profitiert das Unternehmen hingegen überproportional, da mehr Transaktionen automatisch mehr Gebühren bedeuten, ohne dass die Kosten im gleichen Maße steigen.

Visa-Aktie: Die Zahlen sprechen für sich

Ein Blick auf die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2025 zeigt, wie erfolgreich dieses Modell ist. So meldete Visa im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von 10,7 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Für das gesamte Geschäftsjahr wurde ein Umsatz von 40 Mrd. US-Dollar erzielt, was einem Plus von 11 % entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um beachtliche 14 % auf 11,47 US-Dollar.

Besonders beeindruckend an diesen Zahlen ist ihre Konsistenz. In den letzten zwölf Quartalen hat Visa elfmal die Umsatzerwartungen übertroffen. Der Gewinn je Aktie lag in allen zwölf Quartalen über den allgemeinen Markterwartungen. Dies ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Geschäftsmodells, das auf einem fundamentalen menschlichen Verhalten basiert: dem Konsum.

Die Anzahl der verarbeiteten Transaktionen stieg im Geschäftsjahr 2025 um 10 % auf 257,5 Mrd. Das entspricht fast 706 Mio. Transaktionen pro Tag oder etwa 8.200 Transaktionen pro Sekunde. Das Zahlungsvolumen legte um 8 % zu, während das grenzüberschreitende Volumen sogar um 13 % wuchs. Gerade die internationalen Transaktionen sind für Visa besonders lukrativ, da hierfür höhere Gebühren anfallen.

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Die Profitabilität ist dabei außergewöhnlich hoch. Die operative Gewinnmarge liegt bei über 65 % und selbst nach allen Abzügen bleibt eine Nettomarge von rund 51 % übrig. Das bedeutet, dass von jedem US-Dollar Umsatz mehr als 50 Cent als Gewinn beim Unternehmen verbleiben. Solche Margen erreichen weltweit nur sehr wenige Unternehmen, und sie sind ein direktes Resultat der Skaleneffekte, die Visa mittlerweile erzielt hat.

Warum das Modell auch 2026 funktioniert

Es gibt mehrere Trends, die dafür sprechen, dass Visa auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird – unabhängig davon, wie sich die Konjunktur entwickelt. Der wichtigste ist die anhaltende Verschiebung von Bargeld zu digitalen Zahlungen. In entwickelten Märkten wie den USA oder Europa ist dieser Wandel zwar bereits weit fortgeschritten, aber selbst dort liegt der Bargeldanteil noch bei etwa 20 bis 30 % aller Transaktionen. In Schwellenländern wie Indien, Indonesien oder vielen afrikanischen Staaten werden hingegen noch über 70 % aller Zahlungen bar abgewickelt.

Jede dieser Bargeldtransaktionen, die zu einer digitalen Zahlung wird, fließt potenziell durch das Visa-Netzwerk. Laut McKinsey werden weltweit Transaktionen im Umfang von 26 Bio. US-Dollar noch immer bar abgewickelt. Selbst wenn nur ein Bruchteil davon in den nächsten Jahren digitalisiert wird, bedeutet das ein enormes Wachstumspotenzial für Visa. Das Unternehmen muss keine neuen Märkte erschließen oder revolutionäre Produkte entwickeln. Es profitiert schlicht davon, dass Menschen ihre Zahlungsgewohnheiten ändern.

Ein weiterer Wachstumstreiber ist der E-Commerce, der kontinuierlich wächst und praktisch ausschließlich auf digitale Zahlungen angewiesen ist. Online-Shopping, Abonnements für Streaming-Dienste, In-App-Käufe oder die Gig-Economy laufen alle über Zahlungsnetzwerke wie Visa. Selbst Plattformen, die eigene Wallets anbieten, nutzen häufig im Hintergrund Visa-Karten als Finanzierungsquelle.

Das Geschäftsmodell ist dabei so aufgebaut, dass beide Seiten profitieren. Händler möchten Visa akzeptieren, weil fast jeder Verbraucher eine Visa-Karte besitzt. Verbraucher wiederum möchten eine Visa-Karte, da sie praktisch überall akzeptiert wird. Diese Netzwerkeffekte sind äußerst schwer zu durchbrechen, wodurch Visa eine Art natürliches Monopol erhält – zumindest im Duopol mit Mastercard.

Die defensive Stärke in unsicheren Zeiten

Die defensive Natur des Geschäfts macht Visa besonders für Anleger interessant, die nach Stabilität suchen. In guten Zeiten wächst das Unternehmen solide mit, in schwierigen Zeiten hält es sich besser als die meisten anderen. Das liegt daran, dass Konsum die letzte Ausgabenkategorie ist, die Menschen in Krisen streichen. Selbst in der Finanzkrise 2008 oder während der Corona-Pandemie 2020 sank das Transaktionsvolumen nur vorübergehend und erholte sich schnell wieder.

Hinzu kommt die finanzielle Stärke des Unternehmens. Visa generiert enorme Cashflows, die für Aktienrückkäufe und Dividenden genutzt werden. So schüttete das Unternehmen im vierten Quartal 2025 6,1 Mrd. US-Dollar an seine Aktionäre aus. Davon 4,9 Mrd. US-Dollar durch Rückkäufe und 1,2 Mrd. US-Dollar als Dividende. Die vierteljährliche Dividende wurde gerade um 14 % auf 67 Cent pro Aktie erhöht. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich, was bei den hohen Margen zu einem noch stärkeren Gewinnwachstum führen dürfte.

Natürlich gibt es auch Risiken. So könnten neue Zahlungstechnologien wie Stablecoins oder direkte Bank-zu-Bank-Überweisungen langfristig Marktanteile kosten. Zudem könnten Regulierungen die Gebühren begrenzen, wie es in der EU bereits teilweise der Fall ist. Und die hohe Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 30 lässt wenig Raum für Enttäuschungen. Doch selbst unter Berücksichtigung dieser Faktoren zählt Visa zu den qualitativ hochwertigsten Geschäftsmodellen am Markt.

Visa: Eine Aktie für alle Marktphasen

Visa verdient bei jedem Einkauf mit – egal, ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft. Das Unternehmen trägt kein Kreditrisiko, hat minimale variable Kosten und profitiert von langfristigen Trends, wie der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs. Mit über 250 Mrd. Transaktionen pro Jahr, einer Gewinnmarge von 51 % und einem in über 200 Ländern funktionierenden Geschäftsmodell ist Visa so nah an einer Gelddruckmaschine, wie es an der Börse möglich ist.

Für Anleger, die 2026 nach Stabilität und gleichzeitig nach Wachstumspotenzial suchen, ist Visa eine der besten Optionen. Das Unternehmen muss keine neuen Märkte erschließen oder disruptive Technologien entwickeln. Es profitiert einfach davon, dass Menschen weiterhin einkaufen – und das zunehmend digital. In unsicheren Zeiten ist genau das die Art von Investment, die langfristig für Ruhe im Depot sorgt.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Visa. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Mastercard und Visa.



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