„Jeden Monat Dividende“ – lass das nicht dein Ansatz sein!

Zahltag: Eine Person zählt Geldscheine, daneben liegt ein Kalender
Foto: Karolina Grabowska via Pexels

Jeden Monat Dividende: vielleicht 3.000 Euro oder 5.000 Euro. Das wäre ideal. Oder nicht? Es würde jedenfalls für viele von uns ein finanziell freies Leben bedeuten. Denn ein regelmäßiges, hohes und zugleich die eigenen Kosten deckendes Einkommen bedeutet exakt das.

Das Leben würde vollkommen anders sein. Aus einem „Muss“ würde ein „Kann“. Aus der Arbeit ein Ausschlafen. Oder ein Vielleicht. Denn es gibt schließlich einige, die gerne arbeiten. Der Druck wäre aber weg. Das ist es, was viele aus ihrem Leben machen wollen.

Dennoch sage ich dir ganz klar eines: Du benötigst keine Dividende jeden Monat, um die finanzielle Freiheit zu erreichen. Grundsätzlich würde ich dir sogar davon abraten, das zu deinem Ansatz zu machen. Lass uns das einmal etwas intensiver beleuchten.

Jeden Monat Dividende: Die Bürde der Einschränkung

Wer jeden Monat eine Dividende möchte, begeht mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Fehler. Wobei der über alles stehende Missstand ist, dass du das Intervall deiner Ausschüttungen bei deinem Ansatz übergewichtest. Nicht die Qualität des Unternehmens. Nicht die fundamentale Bewertung. Nicht einmal eine Aktie. Sondern die Dividende. Die Dividende ist nicht mehr eine Entscheidung des Managements, abgesegnet von der Hauptversammlung. Es ist Kosmetik. Der Gewinn ist die fundamentale Entscheidung dahinter. Es wäre ein wenig so, als würdest du dir deinen Arbeitgeber danach auswählen, ob er dir dein Gehalt auch per PayPal überweisen kann. Das würde eigentlich niemand tun, oder?

Zurück zu den zwei Fehlern: Wer sich lediglich auf monatliche Zahler konzentriert, schränkt seinen Fokus definitiv ein. Laut einem Überblick von ChatGPT gibt es weltweit etwa 25.000 bis 30.000 Dividendenaktien. Die Aktien mit einer monatlichen Ausschüttung machen hierbei mit 60 bis 90 lediglich einen Bruchteil aus. Man würde sich daher vollkommen limitieren beim Aufbau des eigenen Depots.

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Der zweite Fehler wäre, dass man sich für sein Depot und eine monatliche Dividende Ausschütter ins Depot legt, die fix in einem Monat auszahlen. Man sucht eine Aktie für Januar, eine für Februar, eine für März … bis man letztlich im Dezember angekommen ist. Oder bis man vierteljährliche Zahler in Hülle und Fülle gesammelt hat, die einem alle drei Monate eine Dividende zahlen. Das Problem hierbei: Wer sich auf ein Intervall konzentriert oder das Datum generell in den Vordergrund rückt, konzentriert sich bei einer Nebensächlichkeit auf deren Nebensächlichkeit. Vom unternehmensorientierten Investieren bist du damit sehr weit entfernt.

Wo die Grenze liegen sollte!

Natürlich ist nicht jede Aktie per se schlecht, die dir jeden Monat eine Dividende zahlt. Ich selbst habe zum Beispiel Realty Income in meinem Depot und die Aktie von STAG Industrial. Bei beiden Real Estate Investment Trusts sehe ich eine solide Qualität, ein moderates Wachstum und eine zumindest leicht steigende Dividende. Beide Positionen würde ich aus unternehmensorientierter Perspektive (!) und als Einkommensinvestor (!) jederzeit erneut kaufen. Aber die Bilanz, der Ansatz und die unternehmerische Ausrichtung waren bei mir für die Käufe entscheidend. Natürlich kannst du monatliche Zahler auch screenen und analysieren. Sei dir aber sicher, dass du die Aktien kaufst, weil du Anteile des Unternehmens und nicht nur die Dividende erhalten willst.

Ansonsten möchte ich dir heute noch eine andere wichtige Überlegung mit auf den Weg geben: Brauchst du eigentlich wirklich jeden Monat eine Dividende? Natürlich haben wir alle Fixkosten. Miete. Rate für das Haus. Krankenversicherung. Andere Versicherungen. Sowie Einkäufe, Mitgliedschaften und wer weiß noch alles. Aber: Wenn du pro Jahr 60.000 Euro Dividendeneinkommen hast, ist der Zeitpunkt nicht eigentlich vollkommen egal? Wir können uns budgetieren. Das Geld aufteilen und als Investoren und finanziell mündige Anleger unser Geld doch selbst verwalten.

Deshalb sage ich dir ganz klar: Setze nicht auf jeden Monat Dividende. Setze darauf, dass du dir ein möglichst starkes Einkommen aufbaust, das dir dein Leben finanziert. Das Intervall der Zahlungen ist egal. Entscheidend ist die Qualität der Dividende und vor allem: dass das Unternehmen dahinter dir so starke Gewinne ermöglicht, dass es auf Jahre und Jahrzehnte Stabilität bei einem leichten Wachstum gibt.

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Vincent besitzt Aktien von PayPal, Realty Income und STAG Industrial. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PayPal und Realty Income.



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