Diese perfekte Aktie zahlt mir nur 0,63 Euro Dividende – bei einem Kurs von 1.678 Euro!
Das neue Jahr ist noch nicht besonders alt, und doch habe ich schon die ersten Dividenden erhalten. Besonders auffällig war dabei eine Zahlung von 1,27 Euro für zwei Aktien – das ist nicht viel. Und das liegt nicht daran, dass es nur eine winzige Position ist, also etwa ein gerade begonnener Sparplan. Vielmehr habe ich über 4.000 Euro in diese Aktien investiert.
Daher kann es sich hierbei nicht um eine große Dividendenaktie handeln. Das Unternehmen hat aber andere Qualitäten, die ich dir in diesem Artikel gerne vorstellen möchte.
Ein Software-Riese aus Kanada
Bei diesem Unternehmen handelt es sich um einen heimlichen Börsenstar. Also eine extrem erfolgreiche Aktie, die aber nur weniger Anleger kennen – warum auch immer. Constellation Software (WKN: A0JM27) aus Kanada übernimmt VMS-Unternehmen (dazu gleich mehr) und lässt sie selbstständig arbeiten. Die Erträge werden dann in weitere Unternehmen investiert, sodass ein Schwungrad entsteht, das vom Börsengang 2006 bis Anfang Mai 2025 Kursgewinne von 27.455,3 % brachte – das sind rund 34 % pro Jahr.
Bei Vertikaler Marktsoftware (VMS) geht es – anders als bei horizontaler Software wie Word oder Excel – um spezielle Lösungen für bestimmte Branchen oder Nischen. Zum Teil werden Programme lediglich für eine Handvoll Unternehmen oder sogar nur für einen einzelnen Kunden entwickelt. Mit vertikaler Software sollen Probleme gelöst werden, die nur in einer bestimmten Branche auftreten. Es gilt, kundenspezifische Anforderungen zu erfüllen, sodass bei der Entwicklung von Lösungen der Input von Branchenexperten wichtig ist.
Seit Mai schwächeln Software-Aktien
Seit Mai 2025 jedoch ging es mit der Constellation-Aktie bergab, die Aktie hat in Euro fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Der Hauptgrund dafür ist ein negatives Sentiment im Markt: Viele Analysten denken, dass Künstliche Intelligenz VMS-Anwendungen überflüssig machen wird.
Ich bin überzeugt, dass dies zu kurz gedacht ist. Der Wert von VMS-Software liegt vor allem in deren tiefer Integration in die spezifischen Geschäftsprozesse der Anwender. Ein Wechsel zu einem KI-Anbieter wäre daher mit einem enormen Aufwand, hohen Wechselkosten und vielen Risiken verbunden. Aber auch der KI-Anbieter hat Kosten: Je nachdem, wie speziell das Problem ist, das die KI lösen soll, muss sie dafür auch erst einmal trainiert werden, das heißt, es muss ein geeigneter Datensatz erstellt werden, der für Training und Testen genutzt werden kann, dann muss die KI trainiert und getestet werden, wahrscheinlich mehrmals, was wiederum Ressourcen (Zeit, Energie und Geld) kostet. Und das gegebenenfalls für eine sehr geringe Zahl von Anwendern. Ich sehe KI daher nicht als Gefahr, sondern sogar als Chance für VMS-Anbieter, ihre Margen zu verbessern und ihre Dienstleistungen zu optimieren.
Bei Constellation kam noch hinzu, dass der legendäre Gründer Mark Leonard aus gesundheitlichen Gründen als CEO zurücktreten musste. Das hat Befürchtungen geweckt, dass das erfolgreiche System Constellation aus hohen Renditen, einer ergebnisabhängigen Bezahlung des Managements und einer maßgeblichen Beteiligung der Führungskräfte am Unternehmen zu einem Ende kommt.
Bisher gibt es dafür keine Anzeichen: Im dritten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 16 % auf knapp 3 Mrd. US-Dollar, was in erster Linie auf Akquisitionen zurückzuführen ist. Der operative Cashflow wuchs um knapp 33 % auf 685 Mio. US-Dollar, was bestätigt, dass der Motor der Investmentholding auf Hochtouren läuft und die operative Hebelwirkung weiterhin funktioniert. Erst im Dezember übernahm Constellation Synchronoss Technologies, die weltweit Servicedienstleistungen für Kommunikationsdienstleister erbringt.
Die Stimmung für Software-Aktien ist schlecht
Wie ich oben schon geschrieben habe, sind Software-Aktien derzeit an der Börse unbeliebt. Das merken wir auch bei anderen Aktien wie SAP, die seit Mai rund ein Drittel verloren haben.
Am Geschäft kann es bei vielen Unternehmen nicht liegen – das läuft durchaus gut, wie die Zahlen von Constellation zeigen. Dann kann es also nur die schon erwähnte schlechte Stimmung sein, die dafür sorgt, dass Investoren nicht mehr bereit sind, so viel wie früher für diese Branche zu zahlen, und daher das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sinkt.
Ich bin der Auffassung, dass sich das vermeintliche KI-Risiko jetzt im gedrückten KGV von ungefähr 17,5 für 2026 ausreichend widerspiegelt. Jetzt sollten sich wieder die fundamentalen Daten durchsetzen. Wenn der Cashflow weiterhin mit über 30 % wächst, wird der Aktienkurs früher oder später wieder steigen.
Die Dividende von Constellation Software
Du siehst also, dass der Grund für mein Investment definitiv nicht die Dividende ist. Die 63 Euro-Cent, die ich nach kanadischer Quellensteuer für einen Einsatz von derzeit etwa 1.678 Euro pro Aktie bekomme, sind eher eine symbolische Zahlung.
Mich reizt vielmehr das seit Jahrzehnten erfolgreiche Geschäftsmodell, das meiner Ansicht nach von KI noch unterstützt anstatt zerstört wird. Der Kursrückgang, der sich auch Anfang 2026 fortsetzt, ist meiner Meinung nach eine seltene Gelegenheit, zu einem attraktiven Preis in ein Qualitätsunternehmen zu investieren. Wenn du das auch so siehst, solltest du allerdings Geduld mitbringen, denn es kann immer länger als erwartet dauern, bis sich Stimmungen an der Börse drehen.
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Offenlegung: Peter besitzt Aktien von Constellation Software. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Constellation Software und SAP.
