Investieren, profitieren, abkassieren: Das Geheimnis der Brookfield Infrastructure-Aktie

Ein Güterzug mit Containern fährt auf Schienen durch ein Tal
Foto: James Wheeler via Pexels

Brookfield Infrastructure (WKN: A40WAH) hat wieder abgeliefert. Auch 2025 geht als hervorragendes und erfolgreiches Jahr in die Geschichte des Unternehmens ein. Dasselbe gilt auch für die Brookfield Infrastructure-Aktie, die zwar keine Bäume ausriss, aber in US-Dollar gerechnet mit einem Kursplus von 15 % und einer Dividendenrendite von zeitweise rund 5 % absolut solide für Einkommensinvestoren ist.

Das Geheimnis der Brookfield Infrastructure-Aktie

Ein wesentlicher Teil des Geschäftsmodells von Brookfield ist das Kapitalrecycling. Dabei erwirbt das Unternehmen in der ganzen Welt Infrastruktur-Assets, baut sie aus und verkauft sie später mit Gewinn, um das damit eingenommene Geld wieder in neue Projekte zu investieren. 2025 hat Brookfield das eigene Ziel von 3 Mrd. US-Dollar übertroffen. Leider gibt es keine genaueren Angaben, denn „mehr als 3 Mrd. US-Dollar“ waren es bereits nach neun Monaten gewesen. Wir wissen also nicht, wie dieser Teil im vierten Quartal lief.

Unabhängig davon hat Brookfield die Erlöse in fünf neue Investments investiert, über die wir im Laufe des Jahres schon berichtet hatten. Im vierten Quartal investierte BIPC 125 Mio. US-Dollar in Südkorea, um ein Geschäft mit Industriegasen zu erwerben. Sam Pollock, der CEO von BIPC, erwartet von diesen neuen Investitionen in 2026 einen bedeutenden Beitrag zu den Funds from Operations (FFO), die bei Infrastrukturinvestoren aussagekräftiger sind als der Gewinn.

Der Blick auf die Segmente im Jahr 2025

Das Segment Versorgung erzielte FFO von 786 Mio. US-Dollar und lag auf vergleichbarer Basis um 7 % über dem Vorjahreswert. Das Basisgeschäft entwickelte sich im Laufe des Jahres weiterhin gut, angetrieben durch die Inflationsindexierung im gesamten Portfolio und den Beitrag von etwa 500 Mio. US-Dollar, der in den letzten zwölf Monaten investiert wurde. Zum Erfolg trug das schon genannte Industriegas-Geschäft in Südkorea bei, das zusammen mit einer starken Basisgeschäftslage den Verlust aus den im ersten Quartal 2025 verkauften Erdgasfernleitungen in Mexiko mehr als ausgleichen konnte.

Im Segment Transport gingen die FFO um 6,5 % auf 1,144 Mrd. US-Dollar zurück. Bereinigt um Vermögensverkäufe und Wechselkurseffekte entsprachen die FFO dem Vorjahresniveau. 2025 verkaufte Brookfield Aktivitäten im Wert von rund 1,8 Mrd. US-Dollar. Der Verlust an Erträgen aus diesen Verkäufen wurde teilweise durch höhere Umsätze in den Transportnetzen ausgeglichen, insbesondere in den Bereichen Schienenverkehr und Mautstraßen, wo das Volumen und die Tarife um durchschnittlich 2 beziehungsweise 3 % gestiegen sind.

Das Midstream-Segment erzielte FFO von 668 Mio. US-Dollar, was einem Anstieg von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses Wachstum spiegelt höhere Volumina und mehr Aktivitäten in den Midstream-Anlagen wider, speziell im kanadischen Erdgasförderungs- und -verarbeitungsgeschäft und dem 2025 erworbenen Pipelinesystem von Colonial Enterprises. Dieser Beitrag gleicht den Verlust aus dem Verkauf der US-Gaspipeline im zweiten Quartal 2025 mehr als aus.

Aktienwelt360 Aktienkompass

+91,27%

Benchmark

+77,13%

Aktienwelt360 Aktienkompass

+91,27%

Benchmark

+77,13%

Der Wachstumstreiber heißt sogar bei BIPC „KI“

Das große Wachstum bei Brookfield kommt jedoch aus den Rechenzentren. Dieses Segment erzielte mit FFO von 502 Mio. US-Dollar über 50 % mehr als 2024. Der Anstieg ist auf mehrere neue Investitionen zurückzuführen, die 2025 getätigt wurden, darunter zuletzt ein Glasfasernetz, das nun vollständig zum Ergebnis beiträgt. Ferner erzielte das Datenspeichergeschäft ein starkes organisches Wachstum. Dazu zählen die Inbetriebnahme von 220 MW Kapazität in Hyperscale-Rechenzentren, 200 MW neue Umsätze im Colocation-Rechenzentrumsbetrieb für Privatkunden sowie Erträge von Brookfields globalen Rechenzentrumsentwicklern.

Brookfields installierte Plattform verfügt jetzt über ein Entwicklungspotenzial von rund 3,6 GW, darunter 1,2 GW Betriebsleistung, ein Auftragsbestand von 1,1 GW und Grundstücke für 1,3 GW. Wer also noch einen Schaufelproduzenten in Sachen KI sucht – hier ist er.

Dividendenwachstum – schon wieder

Zählt man alles zusammen, so stehen unterm Strich FFO in Höhe von 2,6 Mrd. US-Dollar oder 3,32 US-Dollar je Brookfield Infrastructure-Aktie. Das ist eine Steigerung von 6,4 %. Nichts Spektakuläres, aber genau die solide Arbeit, die wir von dieser Aktie erwarten. Die Quartalsdividende von 43 US-Cent wird um 5,8 % auf 45,5 US-Cent angehoben. Damit wird die Dividende seit nunmehr 17 Jahren jährlich um mindestens 5 % erhöht, wie CFO David Krant im Analystencall betonte.

Lassen wir abschließend zum Ausblick CEO Sam Pollock zu Wort kommen: „Wir sehen für 2026 ein äußerst attraktives Umfeld für Infrastrukturinvestitionen. Diese Anlageklasse zeichnet sich seit Langem durch ihre Widerstandsfähigkeit und wachsende Cashflows in verschiedenen Marktumfeldern aus und steht im Mittelpunkt von drei wichtigen strukturellen Themen, über die wir in der Vergangenheit bereits ausführlich gesprochen haben: Digitalisierung, Dekarbonisierung und Deglobalisierung.

Zusammen treiben diese Kräfte einen Superzyklus der Infrastrukturinvestitionen voran, der sowohl in seinem Umfang als auch in seiner Größenordnung zunimmt. Auch wir sind mit einer beträchtlichen Stärke in das Jahr 2026 gestartet. Unser Kerngeschäft liefert stabile, wachsende Cashflows, und wir haben klare Aussichten auf ein mehrjähriges organisches Wachstum und den Einsatz von Kapital.

Ferner erweitert der rasche Ausbau der KI-bezogenen Infrastruktur unsere Möglichkeiten in den Bereichen Rechenzentren, Stromversorgung und Netzwerkkonnektivität erheblich. Als globaler Eigentümer und Betreiber kritischer Infrastruktur sind wir gut positioniert, um Kapital in diese Themen mit attraktiven risikobereinigten Renditen zu investieren. Diese Faktoren, kombiniert mit einem stabilen Zins- und Wechselkursumfeld, versetzen uns in die Lage, unser Wachstumsziel von 10 % oder mehr pro Anteil im Jahr 2026 und darüber hinaus wieder zu erreichen.“

Unser Fazit zur Brookfield Infrastructure-Aktie

Auch wenn man diese Aussagen des CEO mit Vorsicht betrachten sollte, bleibt als Fazit doch übrig, dass Brookfield perfekte Aussichten hat und weiterhin eine klare Kaufempfehlung bleibt.

Was die Risiken angeht, fragen wir uns, ob das effiziente Kapitalrecycling von Brookfield Infrastructure in jeder Zins- und Wirtschaftslage immer möglich sein wird. Weiterhin bereitet uns die hohe Verschuldungssituation Sorge. Diese ist dank der sicheren und planbaren Cashflows grundsätzlich okay, aber bei starken Zinssteigerungen besteht trotzdem ein Risiko.

Dem gegenüber steht die größte Chance für die Brookfield Infrastructure-Aktie: Weltweit besteht massiver Investitionsbedarf in Infrastruktur, weil in den Industrieländern viele Objekte veraltet sind, die vor allem in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut wurden. Dazu kommt die Sonderkonjunktur im Bereich Datencenter.

Investieren wie ein Profi: Mit diesen Kennzahlen meisterst du jede Aktienanalyse!

Wenige Kennzahlen – maximaler Durchblick: In unserem exklusiven Sonderbericht zeigt dir Aktienwelt360-Chefanalyst Florian König, wie du mit 15 clever ausgewählten Bilanzkennzahlen jedes Unternehmen im Handumdrehen durchleuchtest.

Lerne, wie das Wälzen trockener Zahlen zur spannenden Schatzsuche für smarte Anleger werden kann. Praxisnah, fundiert und überraschend einfach erklärt – in unserem Sonderbericht „15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen”.

Jetzt lesen und deinen Investment-Kompass schärfen!

Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Brookfield Infrastructure.



Das könnte dich auch interessieren ...